Bamberg

"Weil es so einfach ist"

Bamberger Studierende engagieren sich mit Nachhilfe und Betreuung für Bildungsgerechtigkeit.
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Die Vorsitzenden der Studenteninitiative für Kinder Bamberg e. V. - Jennifer Schmid, Meltem Ates und Sönke Schmidt (v. r.) - besprechen sich zum Schulbeginn.  Foto: Mirjam Schmitt/Universität Bamberg
Die Vorsitzenden der Studenteninitiative für Kinder Bamberg e. V. - Jennifer Schmid, Meltem Ates und Sönke Schmidt (v. r.) - besprechen sich zum Schulbeginn. Foto: Mirjam Schmitt/Universität Bamberg

Wachsende Probleme im Bildungsbereich durch Lehrermangel, stetigen Schülerzuwachs und schließende Schulhäuser und eine immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich haben Jennifer Schmid, ehemalige Lehramtsstudentin an der Universität Bamberg, dazu motiviert, sich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit umzusehen, die diesen Missständen mit Taten begegnet. Ihre Suche führte sie zur bundesweit organisierten Studenteninitiative für Kinder (SfK), die Schülern aus sozial benachteiligten Familien mit einem simplen, aber effektiven Programm unter die Arme greift: Eine Studentin oder ein Student, ein Schulkind, eine kostenlose Nachhilfestunde pro Woche.

Das Konzept überzeugte Jennifer Schmid und so gründete sie im Jahr 2014 kurzerhand einen Ortsverband in Bamberg, den sie heute als hochschulnahe Gruppe zusammen mit den Ersten Vereinsvorsitzenden Meltem Ates und Sönke Schmidt leitet.

"Unser Bildungssystem hängt Schüler aus sozial und finanziell schwachen Familien zunehmend und unverschuldet ab", erklärt Jennifer Schmid in der Pressmitteilung der Universität. "Schulische Leistungen werden unabhängig von den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder bewertet, die ihnen ihr familiäres Umfeld bieten kann." Die Studenteninitiative für Kinder Bamberg e. V. setzt genau hier an: Die 25 aktiven Mitglieder - das sind Studierende verschiedenster Fächer der Universität Bamberg - unterstützen ein Kind aus Bamberg oder der Umgebung mit einer Nachhilfestunde wöchentlich.

Gemeinsam schließen sie Wissenslücken und arbeiten Unverstandenes in Mathematik, Deutsch oder jedem anderen Fach egal welcher Schulform auf oder geben Flüchtlingskindern Starthilfe für das Schulleben in Deutschland. Dabei geht es um weit mehr als nur Hausaufgaben und gute Noten: "Das Konzept der Studierendeninitiative erlaubt uns eine persönliche Bindung zu den Kindern. So können wir nebenbei wesentliche Grundwerte vermitteln und grundsätzliche Fähigkeiten lehren: Warum lesen? Wie lernen?", so Jennifer Schmid.

Zahlreiche Kooperationen

Die SfK Bamberg stärkt nicht nur einzelnen Kindern den Rücken für den Schulunterricht. Zusätzlich zum Nachhilfeangebot kooperieren die Bamberger Studierenden eng mit Grund- und Mittelschulen und sozialen Einrichtungen wie der Caritas, der Jugendhilfe oder der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Um Bildungsungerechtigkeit nachhaltig zu bekämpfen, versuchen die Vereinsmitglieder, in den lokalen Bildungseinrichtungen systematisch Lücken wie Personal- und Zeitmangel zu schließen: Sie wirken bei der Mittagsbetreuung in Schulen oder bei der Lernbegleitung von Jugendgruppen mit und sorgen dort dafür, dass auf individuelle Bedürfnisse der Kinder intensiver eingegangen werden kann: Sie helfen bei Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen oder hören bei Problemen zu.

Aktuell bemüht sich die SfK Bamberg darum, sich mit ansässigen Unternehmen im Bildungsbereich, beispielsweise Schulbuchverlagen, zu vernetzen und die Kooperationen mit den lokalen Schulen - vor allem den Mittelschulen - noch besser auszubauen. red

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