Coburg

Weil demokratische Bildung wichtig ist

Mitspracherecht für Jugendliche und eine bessere Vernetzung untereinander - darum geht's bei der 6. Coburger Demokratiekonferenz. Und wer wissen will, wie er für sein Projekt an Geld kommt und wie er es gut bewerben kann, ist da genau richtig.
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Freuen sich auf die Demokratiekonferenz: Reinhold Ehl, Anna-Lena Hänel, Thomas Nowak und Stephan Feuerpfeil. Foto: Christiane Lehmann
Freuen sich auf die Demokratiekonferenz: Reinhold Ehl, Anna-Lena Hänel, Thomas Nowak und Stephan Feuerpfeil. Foto: Christiane Lehmann
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"Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" - Seit fünf Jahren ist die Stadt Coburg Partner dieses Bundesprogramms. 120 Projekte wurde seither finanziell gefördert. Für 2020 stehen erneut 125 000 Euro zur Verfügung, um Initiativen von Coburger Vereinen, Verbänden und Institutionen zu unterstützen.

Doch passen die Leitziele noch? Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen, Geschichte als Verantwortung haben sich die Coburger auf ihre bunte Fahne geschrieben. Bei der 6. Coburger Demokratiekonferenz am 19. Oktober im Gymnasium Alexandrinum soll die Marschrichtung für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden.

In vier Workshops zum Thema können sich alle interessierten Bürger einbringen. "Es wär' natürlich schön, wenn sich möglichst viele Schüler anmelden", sagt Anna-Lena Hänel, die Koordinatorin der Veranstaltung bei der VHS Coburg. Dem stimmt Jugendamtsleiter Reinhold Ehl zu: " Demokratische, politische und Herzens-Bildung ist heutzutage mindestens genauso wichtig wie schulische Bildung."

Das Jugendforum der Stadt, das der Partnerschaft für Demokratie angehört, beschäftigt sich in einem speziellen Workshop mit dem Thema "Uns gehört die Zukunft". In Zusammenarbeit mit Sina Weiß und den Sprechern des Jugendforums Lara Nowak und Toni Münster werden sich die Teilnehmer Gedanken darüber machen, wie Demokratie für Jugendliche in Coburg aussieht. Ideen und Ziele sollen gestaltet werden.

Für was gibt's Geld?

Interessant dürfte die Demokratiekonferenz aber vor allem auch für alle sein, die sich mit dem Thema Demokratie auseinandersetzen möchten und dazu Projekte planen. Die Fragen nach der geeigneten Themenstellung, den möglichen Netzwerkern und einer erfolgversprechenden Öffentlichkeitsarbeit sollen in den anderen Workshops beantwortet werden: Wie erwecke ich größtmögliches Interesse an meinem Projekt? Wer macht mit, wen kann ich einbinden? Ausgesuchte Experten geben Hilfestellung dabei.

Der Begleitausschuss, dem verschiedene Vereine, Institutionen und städtische Vertreter angehören, trifft sich drei bis vier Mal im Jahr, um über förderwürdige Projektanträge abzustimmen. Allein im laufenden Jahr wurden bereits 55 000 Euro Fördergelder ausgeschüttet. Geld gab es für die U18-Wahlen, die Ausstellung zur Weißen Rose, die Shakespeare-Veranstaltungen, Fridays for Future-Flyer oder auch das Kochen für Weltbürger, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Liste der Antragsteller ist bunt: Sie reicht vom Alternativen Kulturverein bis hin zur historischen Gesellschaft.

Wer noch in diesem Jahr einen Zuschuss für ein Projekt braucht, kann sich bis spätestens 6. Oktober melden. Die nächste Sitzung des Begleitausschusses findet am 8. Oktober statt. "Wir haben noch einen finanziellen Spielraum", ermuntert Dritter Bürgermeister Thomas Nowak die Coburger. Als Vorsitzender des Begleitausschusses möchte er die "Zivilgesellschaft motivieren, sich noch mehr für Demokratie zu interessieren". Er freut sich, dass das Gymnasium Alexandrinum Gastgeber für die Demokratiekonferenz ist. "Eine Schule gegen Rassismus und für Courage ist wunderbar geeignet", sagt er. Schulleiter Stephan Feuerpfeil: "Meine Sozialkunde-Fachschaft ist begeistert."

Demokratieverständnis ist auch Thema im Lehrplan. Aber es komme eben immer auf die Lehrkraft an, wie stark dieses Thema umgesetzt wird. Impulse kommen von außen durch das Ausloben von Wettbewerben oder eben die aktuellen Diskussionen. "Von oben anordnen bringt nichts", sagt Feuerpfeil und verweist auf ein herausragendes Projekt zur Erinnerungskultur, das von einer Kollegin initiiert wurde und auf großen Anklang stieß.

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