Breitengüßbach
unteroberndorf.inFranken.de  125 Jahre Feuerwehr: Mit einem Festwochenende wurde in Unteroberndorf groß gefeiert.

"Wehr macht die Gemeinde reicher"

Ein organisiertes Löschwesen? Das gibt es noch nicht so überaus lange. Vielmehr war noch im 19. Jahrhundert jeder Eigentümer selbst dafür verantwortlich, Abwehrmaßnahmen zu treffen. Das funktionierte ...
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Von links: Erste Vorsitzende Christine Brehm, Zweiter Vorsitzender Helmut Kroack, die beiden Geehrten Adolf Popp und Adam Kroack (beide 65 Jahre bei der FFW Unteroberndorf), Erster Kommandant Klaus Brehm und Zweiter Kommandant Torsten Kühnlein Foto: Johannes Michel
Von links: Erste Vorsitzende Christine Brehm, Zweiter Vorsitzender Helmut Kroack, die beiden Geehrten Adolf Popp und Adam Kroack (beide 65 Jahre bei der FFW Unteroberndorf), Erster Kommandant Klaus Brehm und Zweiter Kommandant Torsten Kühnlein Foto: Johannes Michel
Ein organisiertes Löschwesen? Das gibt es noch nicht so überaus lange. Vielmehr war noch im 19. Jahrhundert jeder Eigentümer selbst
dafür verantwortlich, Abwehrmaßnahmen zu treffen. Das funktionierte aber mehr schlecht als recht - und die ersten Feuerwehren auf Vereinsbasis wurden
gegründet. Am 22. Oktober 1893 beispielsweise in Unteroberndorf. Und dort wurde 125 Jahre später gefeiert.
41 Bürger waren damals für die Feuerwehr aktiv, nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte, die freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Ausstattung war anfangs noch sehr einfach und bestand aus Feuerleitern, Feuerhaken und einer Handspritzenpumpe, die sich heute noch bestaunen lässt. Erst 1913 konnte eine vierrädrige Löschmaschine angeschafft werden - mit Saug- und Druckspritze und Schläuchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte das Vereinsleben auf, eine Motorspritze wurde gekauft, der Bau von Hydranten vereinfachte die Arbeit.
Pünktlich zum 80. Jubiläum im Jahr 1973 wurde das neue Feuerwehrhaus fertiggestellt und eingeweiht. Höhepunkt im Vereinsleben war das 100-Jährige 1993, als der Kreisfeuerwehrtag des Landkreises in Unteroberndorf stattfand. 136 Vereine kamen, zehn Blaskapellen waren am Festumzug beteiligt - bei dem rund 8000 Personen anwesend waren. Und die Gemeinde Breitengüßbach beschenkte die Feuerwehr Unteroberndorf mit einem neuen Löschfahrzeug. Kurz nach dem Jubiläum begannen dann die Arbeiten zur Erweiterung des Feuerwehrhauses - 4500 Stunden Eigenleistung der Feuerwehrmitglieder wurden eingebracht.
Und auch im 125. Jahr wird die Feuerwehr wieder beschenkt. Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder verkündete beim Festkommers, dass der Förderbescheid für die Anschaffung des neuen mittleren Löschfahrzeugs (MLF) nun vorliege. Es ersetzt das bisherige LF 8, der Gemeinderat gab schon im März grünes Licht.
Reinfelder, die auch die Schirmherrschaft beim 125. Jubiläum übernommen hatte, freute sich über die lebendige Vereinsarbeit. "Eure Feuerwehr macht unsere Gemeinde reicher." Denn nicht nur im Katastrophenfall sei sie aktiv, sondern auch kulturell - beim Faschingsumzug, beim Waldfest oder der Kirchweih. Als Schirmherrin stiftete sie ein Banner für die Fahne.
Apropos Fahne: Auf ihr ist die Dorfkapelle Unteroberndorf zu sehen. Sie war daher für die Feuerwehr immer eine Herzensangelegenheit. Lange wurde sie nur noch als Abstellraum benutzt, seit 2001 erstrahlt die Kapelle wieder in altem Glanz. Acht Straßenfeste, deren Erlös für die Renovierung auf ein Konto eingezahlt wurde und Spenden aus der Bevölkerung haben dies ermöglicht. 45 000 Mark konnte die Wehr beisteuern.
Zum Jubiläum gekommen waren auch zahlreiche Feuerwehrler aus Österreich. Dort, genauer in Niederösterreich, gibt es den namensgleichen Ort Unter-Oberndorf. Schon oft wurde zusammen gefeiert und sich ausgetauscht. Keine Frage, dass die Gäste auch Geschenke dabei hatten: Es gab verschiedene Weine der Region. Und 2020 feiern die Österreicher ihr 125. Feuerwehrjubiläum, der nächste Gegenbesuch wird somit nicht lange auf sich warten lassen. Eine weitere Partnerschaft, wie der Ehrenvorsitzende Leonhard Albert in seinem Festvortrag berichtete, besteht mit der Feuerwehr Haselbach aus Thüringen. Verantwortlich für den Kontakt war Feuerwehrmann Gerhard Escherich, der von dort stammt. Johannes Michel


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