Weißenbrunn

Wasserversorgung fordert Weißenbrunn

Die Gemeinde muss Hochbehälter und Leitungen erneuern. Und sie sucht zugleich nach einem zweiten Standbein. Schnelle Lösungen sind jedoch nicht in Sicht, wie in der letzten Gemeinderatssitzung deutlich gemacht wurde.
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Das Thema Wasser dürfte den neuen Weißenbrunner Gemeinderat noch über Jahre hinweg intensiv beschäftigen. Symbolfoto: Jochen Eckel, dpa
Das Thema Wasser dürfte den neuen Weißenbrunner Gemeinderat noch über Jahre hinweg intensiv beschäftigen. Symbolfoto: Jochen Eckel, dpa

Inventur machen, Bilanz ziehen und sich nebenbei um laufende Geschäfte kümmern. Das sind nicht nur die Aufgaben von Unternehmen und Betrieben, sondern auch die der Gemeinden. In Weißenbrunn musste der Gemeinderat sich an seiner Sitzung unter anderem genau mit diesen Dingen beschäftigen.

Auf den Weg gebracht werden sollte vor allem auch die Bauleitplanung. Flächennutzungspläne, Ergänzungssatzungen, Stellungnahmen. Die Liste war lang, die Zahl der Beschlüsse endlos. Norbert Köhler vom Planungsbüro IVS erläutere die Bauleitplanung in den Bereichen Gössersdorf, Sachspfeife und die Änderung des Gewerbegebietes "Schiefermühle" in Hummendorf in ein Sondergebiet. Hier stellte Köhler die geplante Seniorenwohnanlage vor. Auf Anregung der Gemeinderäte wurde die Empfehlung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes mit aufgenommen.

Problem auch mit Löschwasser

Für das Ingenieurbüro SRP war Stefan Ströhlein am Start. Er stellte die Ausarbeitung des Gesamtkonzepts für die Weißenbrunner Wasserversorgung vor. Ein zweites Standbein wolle man schaffen, für das es auch Möglichkeiten der Förderung gäbe. "Aber diese Aufgabe dauert bestimmt ein Jahrzehnt."

Ströhlein sah kaum schnelle Lösungen und erläuterte im Detail die Situation der Hochbehälter in Weißenbrunn und Thonberg. Vor allem Letzterer liege tiefer und verliere an Energie und Druckhöhe und fülle sich nur dann, wenn wenig Wasser verbraucht werde und die Druckhöhe ansteige. Er erklärte, dass eine Bedarfsermittlung stattgefunden habe, die sich um Löschwasser, Trinkwasser, Maßnahmen an Anlageteilen und am Leitungsnetz drehte. Gerade im Bereich Löschwasser habe die Gemeinde immer wieder ein Problem. "Es muss halt einfach bereitgestellt werden, egal ob es über das Netz oder über Behälter in die Schläuche gelangt." Ermittelt habe sein Büro auch den Trinkwasserbedarf und ob der nötige Druck überall im Netz vorhanden sei. "Und wir haben uns angesehen, an welchen Stellen das Wasser stagniert. Kritische Stellen werden aber vom Betreiber regelmäßig gespült."

Sanierungen seien an den Hochbehältern Weißenbrunn, Thonberg, Hummendorf und Wildenberg. Die Vielzahl an Bauwerken müsse schließlich instand gehalten werden. Rohrbrüche, Verschleiß und Stagnation erforderten zusätzliche Maßnahmen am Leitungsnetz. Dabei sei für jede Ortschaft ein gesonderter Plan erstellt worden, versicherte Ströhlein.

Hoher Aufwand erforderlich

Am Ende ging es dann noch darum, wo denn das Wasser überhaupt herkommen solle für dieses zweite Standbein. Drei Alternativen stünden zur Debatte, nämlich die Rodacher Gruppe, der Markt Küps oder die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Fast hatte man den Eindruck, als könne Weißenbrunn hier nur Not gegen Elend tauschen, denn alle Varianten erforderten hohen, zusätzlichen Aufwand, wie zum Beispiel den Bau eines neuen Hochbehälters in Thonberg. Mit dem ganzen Szenario müsse sich aber letztendlich der neue Gemeinderat auseinandersetzen.

Stabilisierungshilfe, dieses Wort stand fast wie ein Gespenst im Raum. 500 000 Euro sollen demnach für 2019 ausgezahlt werden. Davon dienen 300 000 zur Schuldentilgung und 200 000 für Investitionen. Aber wie üblich ist das natürlich mit gewissen Bedingungen verbunden. Die Auflagen, an die das Geld geknüpft ist, sind ein Gemeinderatsbeschluss, dass ab 2020 keine Nettoverschuldung mehr erfolgen werde und somit die Kreditneuaufnahmen unter der ordentlichen Tilgung liegen. Weiter möchten die Verantwortlichen eine Stellungnahme zur Missachtung der Auflage aus dem Bescheid 2018 zur Senkung der Nettokreditaufnahme sowie die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes bis spätestens 31. März.

Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) berichtete von einigen Besprechungen bei der Regierung in Bayreuth. Hier habe man die besondere Situation der Gemeinde vorgetragen und um Verständnis geworben. Gerade die Fördergelder aus der Nordostbayern-Offensive würden Möglichkeiten eröffnen, sanierungsbedürftige und den Ortskern prägende Gebäude wieder einer Bestimmung zuzuführen.

Aber weil immer noch mindestens ein Rest von zehn Prozent der Kosten an der Gemeinde hängenbleibe, mahnte Christian Höfner (FW), sich von Traumtänzen zu verabschieden.

Dies werde man selbstverständlich tun, räumte Herrmann ein, machte aber gleichzeitig auf die Notwendigkeit von so mancher Investition aufmerksam. Und er bedauerte: "Trotz eines soliden und durchdachten Haushalts müssen wir schon lange Zurückhaltung zum Wohle der Gemeinde üben. Am Ende fiel ein Beschluss gegen zwei Stimmen, dass man die Problematik der Neuverschuldung kaum lösen könne und trotz knapper Kassen in Objekte investieren müsse, dies aber auch gegenüber der Regierung argumentativ vertreten will.

Herrmann verwies in diesem Zusammenhang auf den Schuldenstand der Gemeinde Weißenbrunn, dies sei nämlich der niedrigste seit 1994. "Und seit Beginn der Haushaltskonsolidierung im Jahr 2007 konnte die Verschuldung mehr als halbiert werden." Dies sei verschiedenen Faktoren zu verdanken, wie zum Beispiel der relativ hohen Gewerbesteuer. Leider sei aufgrund von extremen Sparmaßnahmen und nicht genehmigungsfähigen Haushalten viel liegen geblieben oder musste einfach zurückgestellt werden.

Am Ende einigte man sich (zwei Gegenstimmen) darauf, dass Einverständnis bestehe, das Ergebnis aller Beratungen sowie der Haushaltskonsolidierungsunterlagen an die Regierung von Oberfranken beziehungsweise das bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat weiterzuleiten.

Neuen MTW beschlossen

Für die Feuerwehr in Weißenbrunn soll ein neuer Mannschaftstransportwagens (MTW) angeschafft werden. Hier ermächtigte das Gremium den Bürgermeister mit der Vergabe der Ersatzbeschaffung.

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