Münnerstadt

Wasserversorgung bleibt in Gefahr

Der Schutz der Münnerstädter Brunnen durch eine noch zu errichtende Karlsberganbindung bestimmte die Diskussion bei der Bürgerversammlung in Münnerstadt.
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Das innerörtliche Teilstück des Schwimmbadweges soll im nächsten Jahr hergerichtet werden. Bei der Bürgerversammlung forderte die frühere Stadträtin Gudrun Schuster die Sperrung des Schwimmbadweges an den Brunnen und eine Karlsberganbindung.  Foto: Archiv/Heike Beudert
Das innerörtliche Teilstück des Schwimmbadweges soll im nächsten Jahr hergerichtet werden. Bei der Bürgerversammlung forderte die frühere Stadträtin Gudrun Schuster die Sperrung des Schwimmbadweges an den Brunnen und eine Karlsberganbindung. Foto: Archiv/Heike Beudert

Zwar war die Anzahl der Gäste bei der Bürgerversammlung in der Mittelschule wie gewohnt sehr überschaubar, trotzdem wurde reichlich diskutiert. Vor allem die ehemaligen Stadträte Gudrun Schuster und Wolfram Graeber hatten zahlreiche Fragen und Anregungen.

Nachdem Helmut Blank (CSU) den Tätigkeitsbericht des Bürgermeisters, des Stadtrats und der Verwaltung vorgestellt hatte, ging es zur Sache. Zunächst ging das Stadtoberhaupt auf die Anfragen vom letzten Jahr ein und was daraus geworden ist. Zur auch damals geforderten Karlsberganbindung sagte er, dass er Frank Braun von der Planungsschmiede Braun beauftragt hatte, die drei möglichen Varianten zu prüfen. Er habe die Trasse über den Musikschulweg favorisiert. Kosten: 1,25 Millionen Euro plus etwa 30 Prozent. Das sollte noch für Diskussionen sorgen.

"Ich bewundere die Feuerwehr in Münnerstadt, dass sie überhaupt noch Leute findet", sagte Gudrun Schuster. In den Stadtteilen würden die Wehren bestens ausgerüstet, in Münnerstadt gehe das nicht, weil erst ein neues Gerätehaus gebaut werden muss. Dann kam sie auf den Talweg und Schwimmbadweg zu sprechen, die wieder einmal als Umleitung dienen, weil das Jörgentor gesperrt ist. Dort befinden sich die Münnerstädter Brunnen. "Wo ist das Wasserwirtschaftsamt?", fragte sie. Wenn die Münnerstädter Wasserversorgung erst einmal kaputt sei, müsse die Stadt das Wasser teuer von den Bad Kissinger Stadtwerken kaufen, obwohl das ja eigentlich auch Münnerstädter Wasser sei.

Eine Karlsberganbindung über den Musikschulweg sei Quatsch, betonte sie. Der Spazierweg sei wichtig für die Karlsbergbewohner. Außerdem sei die Durchfahrt zu eng, man müsste entweder ein Stück vom Hubertushof oder vom Friedhof wegnehmen. "Ein Friedhof ist eine heilige Stätte", betonte Gudrun Schuster. Ihrer Meinung nach müsste die Trasse einer Karlsberganbindung von der Coburger Straße, nahe der Seger-Kreuzung über die Herrengärten und weiter über das Luma-Grundstück zur Friedhofstraße verlaufen.

Verkehr nicht über Althausen

Zur Ankündigung des Bürgermeisters, dass er den zu erwartenden Baustellenverkehr nicht über den Schwimmbadweg, sondern über Althausen fahren lassen wird, sagte Gudrun Schuster, dass man doch mal bei der Autobahndirektion nachfragen könnte, ob der Verkehr nicht über die Baustraße der Autobahn geleitet werden kann. "Schon erledigt", sagte Helmut Blank dazu. Das wird geprüft. Schließlich beschwerte sich Gudrun Schuster noch über die Meinung eines Fachmanns, dass man das Fachwerk des Jörgentores verkleiden sollte. Auch das sei bereits vom Tisch, so der Bürgermeister.

Wolfram Graeber ließ sich noch einmal bestätigen, dass der Anteil der rentierlichen Schulden für Investitionen in Wasser/Abwasser rund acht Millionen Euro betragen. Im Falle des Wegfalls der eigenen Wasserversorgung beispielsweise durch einen Unfall im Schwimmbadweg und einer Versorgung durch die Stadtwerke Bad Kissingen, bestehe die Gefahr, dass dann wieder Beiträge erhoben werden. Er erinnerte daran, dass Helmut Blank die Karlsberganbindung versprochen habe. Er sei damals im Bauamt gewesen, als die sieben Varianten geprüft wurden. Ohne Ergebnis. Als Bürgermeister habe er das Thema zwei Mal auf die Tagesordnung genommen, allerdings sei das mehrheitlich abgelehnt worden, sagte er gegenüber unserer Zeitung. In einem ist er sich sicher: "Die Karlsberganbindung wird kommen."

Auf die Nachfrage von Gudrun Schuster, ob die Stadt für die mögliche Einführung einer Ganztagsschule (Grundschule) gerüstet ist, antwortete der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl, dass Räume in der ehemaligen Landwirtschaftsschule zur Verfügung stünden. Gudrun Schuster machte noch ihrem Ärger darüber Luft, dass es inzwischen weder ein Freibad noch ein Hallenbad gibt. "Wir sind doch keine Stadt mehr, sondern ein Dorf!", betonte sie. Aber sie hatte auch Lob parat. Das bekam Helmut Blank für die Einführung des Bürgerbusses.

Versammlungsort bemängelt

Franz-Josef Scheublein beschwerte sich darüber, dass die Bürgerversammlung in der Schule stattfand und nicht beispielsweise in der Alten Aula. "Viel zu groß", sagte Helmut Blank mit Verweis auf die wenigen Gäste. Scheublein beschwerte sich auch über Strafzettel, die er immer wieder in der Bauerngasse von der Politesse bekomme. Wilhelm Schmitt beklagte sich darüber, dass die Hubbühne für Rollstuhlfahrer an den Toiletten im Deutschordensschloss schon so lange defekt sei, und Walter Köth verwies unter anderem auf den schlechten Zustand der Kelterhalle, die offensichtlich durch den Nachbarn geschädigt wird. Da laufe ein Beweissicherungsverfahren, erfuhr er.

Britta Bildhauer sprach die neu gestalteten Wege um die Stadtmauer an und dass nun noch deutlicher die Hundehaufen zu sehen und zu riechen sind. "Es gibt eine Verordnung", sagte der Bürgermeister. Durch die ließen sich auch Bußgelder erheben.

Nachfragen von gab es noch zum innerörtlichen Teil des Schwimmbadweges, der laut Helmut Blank im nächsten Jahr saniert werden soll. Man habe das Problem schon angehen wollen, aber die Anwohner hätten das nicht gewollt, als es noch die Straßenausbaubeitragssatzung gab, so Helmut Blank. Die ist aber inzwischen hinfällig.

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