Ebern

Wasserspaß bringt Sicherheit

Eine Initiative wappnet Kinder gegen den Ertrinkungstod. Grundschüler in Ebern erleben die tolle Aktion im Freibad.
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Eine Aktion beim Schwimmtag: Wer erhascht zuerst die Schwimm-Entchen, um für seine Klasse Punkte zu sammeln?  Foto: Helmut Will
Eine Aktion beim Schwimmtag: Wer erhascht zuerst die Schwimm-Entchen, um für seine Klasse Punkte zu sammeln? Foto: Helmut Will
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Helmut Will Die Aktion "Sichere Schwimmer", organisiert vom Bayerischen Gesundheitsministerium, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der Krankenkasse AOK Bayern, findet in Ebern große Resonanz. Bayern mit seinen vielen Seen und Flüssen ist das Bundesland mit der höchsten Zahl von Ertrinkungsfällen. Ein Fünftel aller Fälle bundesweit sind in Bayern zu beklagen. Daher wollen die Organisatoren ihre Initiative weitertragen.

Von der Aktion profitieren nun bereits zum sechsten Mal die Grundschulen Ebern und Maroldsweisach sowie die Förderschule Ebern, welche als bewährte Aktionsschule seit Beginn des Schuljahres an dem Projekt teilnimmt.

Am Donnerstag fand die Aktion im Freibad am Losberg in Ebern statt. Der DLRG-Ortsverband Ebern war mit seiner zweiten Vorsitzenden Nicole Fehn, Klaus Bayersdorfer und Klaus Hanke rege am Werk, um mit den Grundschulkindern im Wasser zu spielen und zu üben.

Spezieller Schwimmunterricht

Rund 400 Kinder aus dem Eberner Raum haben in diesem Schuljahr an dem Projekt teilgenommen: die Klassen eins bis vier der Grundschulen Ebern, Rentweinsdorf, Maroldsweisach und der Förderschule Ebern unter der Leitung von Klaus Hanke und Klaus Bayersdorfer.

An den beteiligten Schulen wird ein besonderer Schwimmunterricht durchgeführt. "Speziell ausgebildete DLRG-Schwimmtrainer unterstützen die Lehrkräfte im Schwimmunterricht", sagt Klaus Bayersdorfer, DLRG-Schwimmtrainer der Grundschule. Die Kinder erlernen das Schwimmen durch die individuelle Betreuung schneller und nachhaltiger.

"Das Schwimmen zu beherrschen rettet Leben und hält gleichzeitig gesund", erklärt Franziska Markert von der AOK in Schweinfurt. Die Kinder trainierten ihre Beweglichkeit und ihr Koordinationsvermögen. Schwimmen zähle zu den gesündesten Sportarten, da es den gesamten Körper beansprucht und das Herz-Kreislauf-System aktiviert. Die Fähigkeit, Schwimmen zu können, helfe sogenannten Volkskrankheiten vorzubeugen. Markert betont, dass ihr Unternehmen großes Interesse daran habe, dass Kinder schwimmen können, und überreichte Schwimmbeutel.

Alarmierende Zahlen

Bürgermeister Jürgen Hennemann war gekommen, um den Schülern Mut zu machen, eifrig zu schwimmen. "Ich würde mich freuen, wenn ihr mit euren Eltern oft in unser Schwimmbad nach Ebern kommt", sagte der Bürgermeister.

Laut DLRG ertranken im vergangenen Jahr bundesweit mindestens 504 Menschen, davon alleine 26 Kinder im Vor- und Grundschulalter. Ertrinken ist eine der häufigsten unfallbedingten Todesursachen von Grundschulkindern. Laut einer Forsa-Studie von 2017 sind fast 60 Prozent der Zehnjährigen unsicher im Wasser.

Das Projekt "Sichere Schwimmer" läuft seit 2013 und wurde heuer auf knapp 40 Schulen in Bayern ausgeweitet. Allein im Schuljahr 2018/2019 sind bayernweit rund 3500 Kinder beteiligt. Über drei Viertel der Dritt- und Viertklässler erreichten am Ende der Pilotphase 2013/14 das Jugendschwimmabzeichen Bronze. Insgesamt profitierten von der Aktion bisher mehr als 12 000 Schüler.

Die Leiterin der Grundschule Ebern, Gudrun Schnitzer, betont die Wichtigkeit des Schwimmens an der Grundschule: "Wir haben hierfür auch optimale Voraussetzungen mit dem Hallen- und Freibad."

Begeistert ist auch der siebenjährige Noah, der die erste Klasse besucht. "Es ist schon schön, wenn man schwimmen kann. Mit meinen Eltern war ich schon in Kroatien und da ist es auch gut, schwimmen zu können. Ein bisschen habe ich es schon gekonnt, bevor wir das in der Schule lernten", sagt der Junge.

Senioren im Wasser

Dass Schwimmen aber nicht nur für Kinder wichtig ist, zeigt ein weiteres Programm der DLRG. "Senioren im Wasser" ist ein Übungs- und Trainingskonzept für die Altersgruppe ab 70 Jahren. Dieser Seniorensport findet seit Jahren nicht nur im Sinne der Gesundheitserhaltung statt; er bietet auch Kontaktmöglichkeiten und frohe Stunden.

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