Burkardroth

Wasserschäden an der Brücke

Neben der Anhebung des Hundesteuersatzes ging es ums Wasser: Ob beim kaputten Brückenbelag, dem Oberen Weiher in Waldfenster oder am Kanal - das nasse Element beschäftigt den Markt Burkardroth in vielen Weisen.
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Morsche Bretter auf den Brücken erfordern Handlungsbedarf.  Foto: Gabriele Sell
Morsche Bretter auf den Brücken erfordern Handlungsbedarf. Foto: Gabriele Sell
Johannes Schlereth

"Die Bretter geben nach", machte Bürgermeister Waldemar Bug bei der Inaugenscheinnahme der Brückenüberdeckung am Marktplatz den versammelten Gemeinderäten deutlich. An mehreren Stellen sei der Deckbelag bereits geflickt worden. Ein Kernproblem stelle der Unterbau dar, der in Holzbauweise ausgeführt sei. "Durch die stete Feuchtigkeit fault uns das weg", betonte er. Kritisch zu bewerten sei auch die Glättegefahr im Winter im Bereich der Brücke. Daher wolle man sich zeitnah Gedanken über eine langfristige Lösung machen.
Das nasse Element sorgt jedoch nicht nur am Marktplatz in Burkardroth für Kopfzerbrechen unter den Gemeinderäten, sondern auch im Ortsteil Waldfenster, wo eine Umgestaltung des Oberen Weihers angedacht ist. Der ehemalige Fischteich mit Einsetzbecken soll zu einem Naherholungsort für Touristen und Einheimische werden, betonte Bug. Aus diesem Anlass stellte Robert Knidlberger, der Inhaber des 2016 beauftragten Landschaftsarchitekturbüros "Land + plan", den aktuellen Plan vor.
Ein Kernanliegen seines Konzeptes stelle ein abgeflachter Uferbereich dar. "Wir haben in direkter Nähe einen Spielplatz, da soll möglichst keine Unfallgefahr entstehen können. Deshalb haben wir uns außerdem dazu entschlossen, den Weiher nicht in den Spielplatz zu integrieren", präzisierte der Landschaftsarchitekt.


Vorerst kein Wasserspielplatz

Doch die Idee eines Wasserspielplatzes wurde nicht nur wegen der Unfallgefahr verworfen. "Die Gewässerproben aus dem Einsetzbecken haben eine extrem hohe Keimbelastung aufgewiesen." Laut dem Gesundheitsamt in Bad Kissingen müsse das Wasser hierfür jedoch Trinkwasserqualität aufweisen, bemängelte Knidlberger. Hoffnungen bereiten dem Planer die Quellen, die das Einsatzbecken speisen und später den umgestalteten Weiher füllen. "Die Schüttung ist top, da kommt mehr Wasser raus, als an einem heißen Sommertag verdunsten kann."
Es sei denkbar, dass sich in fünf bis zehn Jahren das Gewässer vollständig gereinigt habe. Unterstützen wolle man die biologische Gewässerreinigung außerdem durch klärende Uferpflanzen wie Schilf und Röhricht. Daher habe man bereits Vorrichtungen für Stauwehre und -klappen in den Plan eingearbeitet.


Beprobung notwendig

Allerdings müsse der Weiher zuvor mechanisch gereinigt werden: "Durch die Fischzucht ist das Gewässer und der Boden hoch mit Nährstoffen belastet." Daher gelte es, die Sedimentschicht einmalig im Winter zu entfernen.
"Einfach wegfahren ist nicht möglich", erläuterte er, denn: "Heutzutage müssen die Sedimente mehrfach beprobt werden." Knidlberger prognostizierte den Gemeinderäten kein gutes Probenergebnis. Erst nach dem endgültigen Ergebnis über die Qualität des Aushubs könne man weiterentscheiden, was mit dem Material geschehen soll. Bis Gewissheit herrscht, muss das Material jedoch in einem Zwischenlager aufbewahrt werden. "Es ist wichtig, dass der Boden des Lagerortes versiegelt ist, um weiteren Nährstoffeintrag ins Grundwasser zu vermeiden", erläuterte der Planer.


Die Zukunft ist offen

Gemeinderat Martin Wehner brachte den Vorschlag einiger Bürger ein, den Abraum auf dem betonierten Grüngutsammelplatz in Waldfenster zwischen zu lagern. Aufgrund des Aufwands stellt die Abfuhr des Bodens mit 34 000 Euro den größten Posten beim Oberen Weiher dar. Teuer wirkte auf die Gemeinderäte auch die Bepflanzung mit einer Summe von 26 000 Euro. Allerdings sei die Pflege für die ersten beiden Jahre mit eingerechnet, erwähnte Knidlberger.
"Und was ist danach?", fragte Gemeinderat Frank Voll. Man schaffe sich mit der Anlage Arbeit an. "Das ist kein Straßengraben, da muss man landschaftsgärtnerisch eingreifen, der Bauhof ist überlastet, manche Arbeiten lagern wir schon aus", kritisierte er.
Auf seine Frage konnte allerdings noch keine konkrete Antwort gefunden werden, "auch die Projektgruppe, die die Umgestaltung initiiert hat, hat noch keine Vorschläge für die Pflege gebracht", informierte Bug. Einig war man sich darin, dass Bürgerengagement möglich und angebracht wäre. Als nächster Schritt sollen die Förderanträge gestellt werden.
Ein weiterer Punkt, der die Bürger tangierte, war die Erhöhung der Hundesteuersätze und Einführung von Steuermarken. Bei einer Zahl von 530 gemeldeten Hunden kämen stets auch Beschwerden ins Rathaus. "Freilaufende Hunde und Ärger über Hundekot sind mittlerweile Gang und Gäbe." Manchem Hund habe man sogar einen Maulkorb verpassen müssen.
"Anschreiben und Ermahnen der Hundehalter hat bisher keine Besserung der Situation gebracht", so dass man sich gezwungen fühle, die Hundesteuer zu erhöhen. Hier lag der Markt Burkardroth bisher unter dem Landkreisdurchschnitt, informierte Bug.
Mit dem Inkrafttreten der neuen Satzung zum 1. Januar 2019 müssen Hundehalter nun für den ersten Hund 35 Euro, für den zweiten 70 Euro und für jeden weiteren 140 Euro zahlen. Für Kampfhunde werden pro Tier 700 Euro fällig.
Die Schwerpunkte der Satzungsänderung liegen neben der Steuererhöhung in zwei neu eingeführten Paragraphen, in denen das Anlegen einer Steuermarke und die Ordnungswidrigkeit bei Zuwiderhandlung festgesetzt wird. Bei der Hundemarke handelt es sich um eine Dauermarke, so dass der Halter nicht jährlich zur Kasse gebeten wird. Mit einer Gegenstimme entschieden sich die Räte für die Erhöhung der Steuer, Änderung der Satzung und die Einführung von Steuermarken.
Auch Bauanträge im Markt und Änderungen des Bebauungsplans im Baugebiet "Bocksäcker" standen auf der Tagesordnung, die der Rat einstimmig durchwinkte. Es wurde unter anderem die Straßenbreite festgesetzt und der Bebauungsplan aktualisiert. Zudem legte das Gremium fest, dass die Bauherren, die den Mischwasserkanal nutzen, verpflichtet sind Rückhalteanlagen einzurichten, so dass es nicht zu Problemen im Kanal kommen kann.


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