Ebermannstadt

Wasserpreis steigt um 29 Prozent

Die neue Gebührenkalkulation der Stadtwerke Ebermannstadt erbrachten eine Anhebung des Wasserpreises. Investitionen sind die Ursache der Kostensteigerung.
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Das "Lebensmittel Nummer eins", das Trinkwasser, wird in Ebermannstadt teurer.  Foto: Josef Hofbauer
Das "Lebensmittel Nummer eins", das Trinkwasser, wird in Ebermannstadt teurer. Foto: Josef Hofbauer

Josef Hofbauer Mit einem ganzseitigen Inserat im Mitteilungsblatt der Stadt Ebermannstadt informierten die Stadtwerke über die jüngste Erhöhung des Wasserpreises. Statt 1,23 Euro zahlen die Ebermannstadter ab 1. Januar nächsten Jahres für den Kubikmeter 1,58 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Das bedeutet eine Erhöhung um satte 29 Prozent. Zudem verdoppelt sich der Grundpreis für einen Hauswasserzähler nahezu. Statt bisher 43,34 Euro berechnen die Stadtwerke dafür künftig 84,53 Euro.

Die Anhebung des Wasserpreises begründet Jürgen Fiedler, der Leiter der Stadtwerke, mit den Investitionen in die Infrastruktur. Allein der Bau des Hochwasserbehälters oberhalb der Firma Kennametal habe eine dreiviertel Million Euro verschlungen. Diese Kosten müssten über den Wasserpreis refinanziert werden. Mit der Neu-Kalkulation, die im Schnitt alle vier Jahre vorgeschrieben sei, wurde ein externes Fachbüro beauftragt. "Damit haben wir Rechtssicherheit", unterstreicht Fiedler. Er verweist darauf, dass bei der Gebühren-Neuberechnung auch die gestiegenen Material- und Personalkosten berücksichtigt worden seien.

Hohe Fixkosten

"Im Gegensatz zu einer GmbH haben wir nur die Möglichkeit, diese Kostensteigerungen über den Wasserpreis abzubilden", erklärt Fiedler. Beim Grundpreis gebe es eine gewisse Variationsbreite. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, den Grundpreis zu erhöhen und dafür die Verbrauchsgebühren niedriger anzusetzen oder den Grundpreis niedrig zu halten und die Verbrauchsgebühren entsprechend anzuheben. "Unsere Kostenstruktur ist so, dass wir hohe Fixkosten haben", so Fiedler. Deshalb sei es folgerichtig gewesen, den Grundpreis deutlich zu erhöhen.

Im Gegensatz zu den Abwassergebühren, die in den städtischen Gremien beschlossen wurden, wurde die Preisanpassung für das Trinkwasser vom Aufsichtsrat der Stadtwerke abgesegnet. Das liege an der Rechtsform, so Fiedler.

Eine Möglichkeit, sich gegen den höheren Wasserpreis zu wehren, gebe es nicht, unterstreicht Fiedler. Eine Liberalisierung wie beim Strom, sei von den politisch zuständigen Gremien abgelehnt worden. Den Anbieter zu wechseln sei beim Wasser nicht möglich.

Lokale Kompetenz

Beim Lebensmittel Nummer eins setze der Gesetzgeber auf den regionalen Anbieter. "Im Vergleich mit anderen Wasserversorgern der Region gehörten wir bisher zu den günstigsten Anbietern. Nun sind wir im Mittelfeld", erläutert Fiedler. Dabei könne der Verbraucher aber sicher sein, dass er nicht über den Tisch gezogen werde, denn die Preisgestaltung sei einer öffentlichen Kostenkontrolle unterworfen.

Kontinuierlich investiert

Ein Unternehmen wie die Stadtwerke müsse unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden, wirbt Fiedler um Verständnis. Dazu gehöre auch, dass kontinuierlich in die Infrastruktur investiert werde. Deshalb seien auch die Wasserrohrbrüche deutlich weniger geworden. Selbst bei der enormen Trockenheit habe es keinerlei Versorgungsengpässe gegeben. Für alle Fälle sei aber ein Notverbund mit dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Wiesentgruppe realisiert worden.

Und die Leute bekommen etwas für ihr Geld. Tausend Liter Wasser für einen Euro 58 Cent sei nicht überteuert, findet der Leiter der Stadtwerke Ebermannstadt. Der neue Wasserpreis gilt für die Periode von 2019 bis 2022.



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