Trebgast

Wasserpreis bleibt stabil

Die Versorgung im Gebiet der Lindauer Gruppe arbeitet kostendeckend.
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Die Gebühren für das Trinkwasser im Gebiet der Lindauer Gruppe bleiben konstant. Foto: Archiv
Die Gebühren für das Trinkwasser im Gebiet der Lindauer Gruppe bleiben konstant. Foto: Archiv

"Der Zweckverband ist weiterhin schuldenfrei. Die Wasserversorgungsanlage arbeitet zu 100 Prozent kostendeckend. Die Rücklagen am Jahresende 2019 betragen voraussichtlich 638 500 Euro. Bis zum Ende des Kalkulationszeitraumes am 31. Dezember 2022 bleiben die Gebühren unverändert bei 1,35 Euro je Kubikmeter." Das waren die markanten Aussagen von Geschäftsführer Wolfgang Schröder bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Lindauer Gruppe.

Zentraler Punkt war die Verabschiedung des Haushalts 2020 mit einem Gesamtvolumen von 712 000 Euro (plus 48 Prozent). Im Verwaltungshaushalt sind 433 000 Euro (plus 24,7 Prozent), im Vermögenshaushalt 279 000 Euro (plus 109 Prozent) vorgesehen. Die Aufstellung sei kein Selbstläufer gewesen. Geholfen habe ihm dabei die ausgesprochen gute Zusammenarbeit zwischen den Verbandsmitgliedern und der Verwaltung, sagte der Geschäftsführer, bevor er einige Eckdaten erläuterte: Größter Einnahmeposten mit 250 000 Euro sind die Wassergebühren aus der Abgabe von 150 000 Kubikmetern an 780 Haushalte in Ortsteilen der Gemeinden Neudrossenfeld und Trebgast sowie der Stadt Kulmbach.

Auf der Ausgabenseite stehen 135  000 Euro Bezugsgebühren an die FWO für einen Jahresbedarf von 170 000 Kubikmeter Wasser. Der Geschäftsführer erwähnte hier die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der FWO, "die sich immer auf dem kurzen Dienstweg unserer Probleme annimmt".

Puffer für den Notfall

Für den Unterhalt der Gebäude, des Leitungsnetzes und der Übergabeschächte sind 36 300 Euro, für Lohn- und Verwaltungskosten sowie Aufwandsentschädigungen 63 100 Euro geplant. Um bei Bedarf schnell reagieren zu können, wird ein Ansatz von 155 000 Euro für noch nicht konkretisierte Tiefbaumaßnahmen eingestellt. "Ziel wird weiterhin sein, die Anlage ständig auf dem technisch neuesten Stand zu halten, Wasserverluste zu minimieren und den Abnehmern einwandfreies Trinkwasser ins Haus zu liefern. Trotzdem wollen wir unsere bisher praktizierte effektive und sparsame Haushaltsführung auf Dauer fortführen und weitere Rücklagen schaffen", schloss Schröder.

Die Haushaltssatzung 2020 mit dem Finanzplan und dem Investitionsprogramm wurde einstimmig verabschiedet.

Anschließend wurden einige Aufträge zur Sicherung der Wasserversorgung vergeben. Die Firma Riwa wurde beauftragt, alle Schieber, Streckenschieber, Hydranten, Abgabeschächte und Bauwerke der Lindauer Gruppe neu zu vermessen. Am Ende - voraussichtlich Mitte 2020 - wird dabei ein Wasserleitungskataster zur Verfügung stehen, dessen Daten dann digital genutzt und ausgewertet und bei künftigen Sanierungen und Neuanlagen erweitert und aktualisiert werden können.

Erfreulich für die Verbraucher: Die dafür notwendigen rund 23 000 Euro netto werden nicht den umlagefähigen Kosten im Kalkulationszeitraum zugerechnet, sondern über die Sonderrücklage finanziert.

Inspektion zeigt Mängel auf

Wenig Beachtung finden oft die Übergabeschächte. Wie wichtig sie sind, zeigte eine Inspektion durch die Firma Airvalve Flow Control, die vom Wasserwart veranlasst worden war. Nach Vorlage des Ergebnisses wurde deutlich, dass in manchen Schächten die Be- und Entlüftungsventile stark korrodiert sind und nicht mehr funktionieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass eventuell Schadstoffe ins Leitungsnetz gelangen und das Trinkwasser verunreinigen könnten. Die Versammlung beschloss, bei den betroffenen Schächten umgehend neue Ventile mit einer Flutsperre einzubauen und die anderen Schächte Zug-um-Zug umzurüsten. Zusätzlich sollen einige Schächte abgedichtet und saniert werden. Diese Maßnahme, die bis 2022 umgesetzt werden soll und je nach Zustand der Anlagen Kosten zwischen 15 000 und 25 000 Euro verursachen wird, dient nach Aussage von Wolfgang Schröder in erster Linie der Sicherung der Wasserqualität. Die Finanzierung erfolgt ebenfalls durch eine Entnahme aus der Sonderrücklage.

Neu gefasst wurde die Wasserabgabesatzung. Zum einen wurde eine Ergänzung durch den teilweisen Einsatz von Wasserzählern mit Funkmodul notwendig. Zum anderen erfolgte eine Anpassung an die aktuelle Mustersatzung des Innenministeriums.

Etwas länger wurde darüber diskutiert, die vorhandenen Abgabeschächte in die Fernüberwachung des bestehenden Leitsystems einzubinden. Jetzt beschloss die Versammlung, die Firma Wes Elektrotechnik in Wunsiedel mit der Realisierung zu beauftragen. Im Angebotspreis von 58 098,75 Euro brutto ist auch ein neuer lüfterloser Industrie-PC enthalten, der rund um die Uhr in Betrieb ist.

Nach Fertigstellung werden die Durchflussdaten auf das Betriebshandy des Wasserwarts übertragen, der dadurch bei außergewöhnlich hohem Verbrauch schnell reagieren kann. Die - ohnehin geringen - Wasserverluste können so nochmals reduziert werden.

Wasserwart bekommt Hilfe

Die personelle Situation beleuchtete Verbandsvorsitzender Harald Hübner. Der Wasserwart ist Beschäftigter der Gemeinde Neudrossenfeld und betreut neben der gemeindlichen Wasserversorgung auch die Lindauer Gruppe. Hübner sprach sich für eine Entlastung aus und schlug vor, im Bauhof Neudrossenfeld eine zusätzliche Kraft einzustellen, die zu einem Drittel dem Wasserwart zur Verfügung steht. Die Versammlung stimmte vorbehaltlos zu. hd

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