Laden...
Eltmann
kreitmeier-vortrag

Wasser und Wüstentage geben Balance

"Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern nur durch den Lebenswandel. Sebastian Kneipp verwandelte Bad Wörishofen innerhalb von zehn Jahren zu einer europaweiten Heilstätte mit seiner visionäre...
Artikel drucken Artikel einbetten
Pfarrer Christoph Kreitmeir bei seinem Vortrag über das Leben und die fünf Säulen der Gesundheit nach Sebastian Kneipp  Foto: gg
Pfarrer Christoph Kreitmeir bei seinem Vortrag über das Leben und die fünf Säulen der Gesundheit nach Sebastian Kneipp Foto: gg

"Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern nur durch den Lebenswandel. Sebastian Kneipp verwandelte Bad Wörishofen innerhalb von zehn Jahren zu einer europaweiten Heilstätte mit seiner visionären Lebenskunde. Dabei tat er nur eines: Er predigte Wasser!" Dies betonte Pfarrer Christoph Kreitmeir vor fast 100 aufmerksamen Zuhörern im Klenze-Saal der Stadthalle. Er sprach über die Lehren des Sebastian Kneipp und das "Leben in der Balance".

Der ehemalige Franziskanerpater aus Vierzehnheiligen und jetzige Krankenhausseelsorger wies darauf hin, dass es Sebastian Kneipp gelungen sei, seine Krankheit der Tuberkulose mit Wassergüssen und winterlichen Bädern in der kalten Donau zu heilen. Das habe seinen Forschergeist entfacht, mit dem er zum "Wasserdoktor" wurde. "Abhärtung ist also das A und O in einer Zeit, in welcher die Menschen immer weichlicher werden", sagte er.

Niemand habe sich zuvor so systematisch der Wirkung des Wassers angenommen wie das bayerisch-schwäbische Uroriginal Kneipp. So habe er allein 120 verschiedene Wickel propagiert. Das Kernstück seiner Kneipptheorie seien Wasseranwendungen mit der These: das Wasser heile alle heilbaren Krankheiten. Dabei gelte er auch als Vater der "Ganzheitsmedizin".

Kreitmeir forderte, die Menschen müssten wieder lernen, fit zu werden, um gesundheitliche Schäden heilen zu können. Entscheidend sei das Zusammenwirken der fünf Säulen Kneipps.

Die erste Säule sind die "Wasseranwendungen". Wasser sei ein ausgezeichneter Wärmeleiter, um die Temperatur schnell an den Körper abzugeben. Dabei seien die Temperaturanreize von kalt bis heiß entscheidend. Sie regten die Abwehrkräfte an und verbesserten die Durchblutung und das Körperbewusstsein, sagte der Redner. Vorbeugend und therapeutisch wirkten sie auch auf das Nerven- und Hormonsystem sowie auf die Psyche. Wasser- und Schneelaufen wirke als Nervenstimulanz.

Zweitens sei Wasser ein guter Träger für Heilpflanzen. Bei richtiger Handhabung seien sie sehr hilfreich und eine Alternative zur Chemie. Heilkräuter könnten auf sanfte Weise Störungen harmonisieren und Abwehrkräfte aktivieren. Kräuter könnten wie eine innere Kur wirken, und für jede Krankheit sei ein Mittel gewachsen.

Als dritten Punkt führte Kreitmeir die Bewegungstherapie an. "Der Mensch ist darauf ausgerichtet, dass er 30 Kilometer am Tag gehen soll. Wie bringen wir das zusammen?" Wenn der Mensch eine Stunde am Computer sitze, fange seine Uhr zu vibrieren an. Bewegungsmangel sei übrigens Ursache für Krankheiten wie Zucker, Depression oder Bluthochdruck. Bewegung wirke ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und sei ein natürliches Ventil für die Seele. "Der Wald ist dabei der beste Doktor", und deswegen empfahl der Pfarrer ausgiebige Bewegung an frischer Luft. "Ausgleichssport ist unbedingt notwendig, um in Balance zu bleiben." Außerdem finde über die Schweißausscheidung eine regelmäßige Entgiftung statt.

Als vierte Säule sprach er die Ernährung an. "Falsche Ernährung hat auf Dauer Konsequenzen", und das habe sogar McDonalds erkannt. Jeder Mensch müsse seinen Kalorienbedarf auf seine Lebensweise zuschneiden. Deswegen habe schon Sebastian Kneipp erkannt: "Die Kost, die dem Schmied bekommt, zerreißt den Schneider."

Bei der fünften und letzten Säule gehe es darum, in das Leben ein Gleichgewicht von Arbeit, Lebensweise und Verbrauch von Nervenkraft zu bringen. Kreitmeir beschrieb einen Wechsel von Anspannung und Entspannung. Der ungesunde Stress solle in einen gesunden Stress umgewandelt werden.

Vielen gehe es heute nur um ein fieberhaftes Erwerben der sicheren Existenz, und man sei zu sehr von der früheren, einfachen Lebensweise abgewichen. Hier empfahl Christoph Kreitmeir einen monatlichen Wüstentag, bei dem man einen ganzen Tag von früh bis abends nur mit einem Stück Brot und etwas Wasser unterwegs sei. gg

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren