Ebrach

Wasser sucht die Feuerwehr heim

Problem  Immer wieder steht das Feuerwehrheim in Ebrach unter Wasser.
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So sieht es im Schlauchtrocknungsraum der Wehr nach starken Niederschlägen aus. Fotos: Konrad Götz
So sieht es im Schlauchtrocknungsraum der Wehr nach starken Niederschlägen aus. Fotos: Konrad Götz

von unserem Redaktionsmitglied 
Anette Schreiber

Ebrach — Wasser ist für die Feuerwehr ein unverzichtbares Einsatzmittel. Doch hat der Ebracher Brandschutz seit längerem ein Wasserproblem. Nicht etwa, dass man nicht über genügend Kapazitäten in Löschfahrzeugtanks oder via Hydranten verfügt. Es sind Niederschläge, die der Wehr zu schaffen machen: Immer öfter steht das Feuerwehrhaus nach stärkeren Regenfällen unter Wasser.
Die Marktgemeinde will ihre Brandschützer da nicht im Regen stehen lassen und ist aktiv geworden: Ein Ingenieurbüro ist den Abflusswegen des Regenwassers und den "Geheimnissen" des Kanalnetzes auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse wurden nun im Marktgemeinderat vorgestellt.
Es war insbesondere ein Regenereignis im Juni vor zwei Jahren, das der Wehr zu schaffen machte, wie Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) erläuterte. Die Lagerhausstraße, in der sich das Feuerwehrhaus befindet, war erst neu hergestellt worden, sie hat demnach also auch einen neuen Kanal. Genau deswegen sei man doch sehr verwundert gewesen, dass es auch nach den Arbeiten wieder zu Überschwemmungen gekommen war. Das gab letztlich den Ausschlag für den Auftrag, das gesamte Kanalnetz in Ebrach hydraulisch zu untersuchen, also zu überrechnen.
Die Ergebnisse liegen nun schon länger vor, ließ der Bürgermeister wissen. Aber bislang hatte sich das Gremium mit anderen Themen zu befassen. "Wir wussten bislang nur, dass wir Probleme haben, allerdings nicht wo", so Schneider. Nun jedenfalls präsentierte Manfred Richler, die Resultate der Untersuchungen. Demnach ist der größte Teil des Netzes ausreichend dimensioniert und genügt damit den Vorgaben, also auch den laut Statistik berechneten Regen ereignissen, wie sie alle drei Jahre einmal vorkommen.
Mit großer Verwunderung stellte der Experte fest, dass etliche Kanäle durch Privatgrund führen und zum Teil sogar überbaut sind. Insgesamt wurden drei problematische Bereiche entdeckt: Der eine befindet sich an der Würzburger Straße bis hin zum Regenüberlaufbecken im Ehrenhof der JVA, der zweite im Bahnhofsbereich und der dritte bei der Brucksteigstraße. Größer dimensionierte Kanalrohre würden hier für Abhilfe sorgen. Ein Austausch der Rohre macht laut Gremium dann Sinn, wenn in den jeweiligen Bereichen Baumaßnahmen umgesetzt werden. Beispielsweise im Zuge der Marktplatzsanierung und wenn das Baugebiet "Bahnhofstraße" erschlossen wird. Was die einzelnen kanalbezogenen Maßnahmen jeweils kosten würden, das soll das Planungsbüro nun ermitteln.
Im Bereich der Feuerwehr wiederum sind die Rohre laut Experte ausreichend dimensioniert. Allerdings sollte die Wehr überprüfen, ob nicht die Regenwasserableitung vom Grundstück (über welche Niederschlagswasser vom Dach und der versiegelten Fläche dem Kanal zugeleitet wird), für den Rückstau verantwortlich ist.
Auch zum "Referenz"-Regenfall vom Juni 2012 hatte der Planer recherchiert. Demnach hatte es an besagtem Tag zweimal kurz nach einander Starkregen gegeben. Aufgabe der Wehr ist es jetzt jedenfalls, sich bei heftigen Niederschlägen auf die Suche nach der Ursache für den Rückstau zu machen.
Eine Ursache für mangelndes Interesse an der Politik möchte Daniel Vinzens (JEL), Ebrachs neuer Jugendbeauftragter, beseitigen. Er setzt auf eine zeitgemäße Verbreitung der Inhalte und schlägt die Schaffung einer Kommunikations-Plattform und konkret die Publizierung von Gemeinderatsinformationen via Facebook-Seite vor. Seitens der örtlichen Jugendsozialarbeit gebe es bereits eine Facebook-Seite. Die könne man mit nutzen, schlug er vor. Das Gremium begrüßte das Engagement von Vinzens, gab aber auch zu bedenken, wer die mit Vinzens' Vorschlag verbundene Arbeit leisten solle. Die nächste Aufgabe für den Jugendbeauftragten wird jetzt jedenfalls mit der Gestaltung des Ferienprogramms zu tun haben.
Die Ortssprecherwahl für den Gemeindeteil Neudorf soll in Kürze erfolgen. Eberau ist hier ebenfalls gefordert, merkte der Bürgermeister an. In seinen Mitteilungen wies er darauf hin, dass die Telekom die Telefonzelle am Marktplatz abbaut. Eine Tatsache, die Zweiter Bürgermeister Detlef Panzer so gar nicht gefallen will. "Ich sehe das nicht mehr als Standortfaktor", äußerte dazu der Erste Bürgermeister. Ungleich höhere Bedeutung kommt da dem Baumwipfelpfad zu. Hier sei wiederum noch etliches zu klären, bevor nun der Staat das wichtige Projekt realisiert, zeigten Schneiders Ausführungen dazu.
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