Herzogenaurach

Wasser mit Wasser mischen

Nach umfangreichen Testläufen geht die neue Wasservermischungsanlage am "Alten Wasserwerk" offiziell in Betrieb. Die Fördermengen der Dohnwald-Brunnen wurden angepasst, um die gewünschte Wasserqualität zu erreichen.
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German Hacker (rechts) und Jürgen Bauer starteten offiziell die Wasservermischungsanlage.  Fotos: Michael Busch
German Hacker (rechts) und Jürgen Bauer starteten offiziell die Wasservermischungsanlage. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch Es gab keinen Becher, weder aus Plastik noch aus Glas. Aber das neugemischte Wasser wollte Bürgermeister German Hacker gerne probieren. Hände zusammen, Wasser rein, rausschlürfen, so einfach. Und der Hinweis an die Teilnehmer der offiziellen Eröffnung der neuen Wasservermischungsanlage: "Schmeckt wunderbar!"

Zusammen mit dem Geschäftsführer der Herzo-Werke, Jürgen Bauer, und dem technischen Leiter Dietmar Klenk, erläuterte Hacker den Grund der neuen Anlage. Aufgrund der dynamischen Entwicklung Herzogenaurachs mit neuen Wohn- und Gewerbegebieten könne der Bedarf an Trinkwasser in der Hochzone durch die Wassergewinnung in der Schutzzone Dohnwald nicht mehr gedeckt werden. Zum Ausgleich wird nun Wasser von der Eltersdorfer Gruppe zusätzlich in die Hochzone eingespeist.

Vorteile über Vorteile

Um eine gleichmäßige Qualität in der Hochzone zu gewährleisten, erfolgt die Einspeisung über die Wasservermischungsanlage am zentralen Standort "Altes Wasserwerk", der mit einer Transportleitung mit der Brunnengalerie im Dohnwald verbunden wurde.

Neben der "Wassersicherheit" gebe es aber noch einen weiteren Vorteil. "Unser eigenes nitrathöheres Wasser wird mit dem nitratarmen Wasser der Eltersdorfer Gruppe gemischt, so dass insgesamt der Nitratwert verbessert wird", erklärte Hacker. Der Nitratwert sinkt von ca. 40 mg/l auf ca. 25 mg/l. Weitere Zahlenwerte: Die Eigenförderung wird von 600 000 Kubikmeter auf gut die Hälfte sinken. "Damit wird das Grundwasservorkommen nachhaltig geschont", erklärte Hacker. Und zu guter Letzt sinke die Wasserhärte von 27 Grad dH (deutsche Härte) auf 21 Grad dH.

Hacker betonte, dass dies keine Maßnahme wegen der Befürchtung vor Wasserknappheit gehe. "Es ist eine Umverteilung, die da stattfindet." Jürgen Bauer erklärte, dass man letztlich Wasser aus dem oberbayerischen Raum erhalte, der entsprechend wasserreich sei.

Mechanische Steuerung - noch

"Wir sind in Franken nun mal eher trocken", schob er in Bezug auf die zur Verfügung stehenden Wassermengen nach.

Die Vermischung selber erfolgt über ein Y-Rohr mit vorgeschalteten Hochleistungspumpen und digitaler Steuerung. Im Verhältnis werden die zuströmenden Mengen Wasser zu gleichen Teilen gemischt. Die Kosten für das Projekt betragen 750 000 Euro. Die Steuerung des Systems erfolgt derzeit noch mechanisch. Die digitale Steuerung wird bis Ende August installiert, sodass die Anlage in das Netzmanagement-System eingebunden werden kann.

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