Wiesenttal
Versorgung

Wasser für den Markt Wiesenttal kommt seit 50 Jahren aus Tiefbrunnen

50 Jahre Tiefbrunnen in Streitberg sind eine Erfolgsgeschichte: Es war der Beginn der Abkehr von den oberirdischen Quellen, die bis dahin fast ausschließlich die Wasserversorgung in der Fränkischen Sc...
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Wiesenttals Bürgermeister Helmut Taut (r.) und Wasserwart Heinrich Kutzberger stehen auf dem Tiefbrunnen. Foto: Paul Pöhlmann
Wiesenttals Bürgermeister Helmut Taut (r.) und Wasserwart Heinrich Kutzberger stehen auf dem Tiefbrunnen. Foto: Paul Pöhlmann
50 Jahre Tiefbrunnen in Streitberg sind eine Erfolgsgeschichte: Es war der Beginn der Abkehr von den oberirdischen Quellen, die bis dahin fast ausschließlich die Wasserversorgung in der Fränkischen Schweiz sicherstellten.
Die Gemeinden Streitberg unter Bürgermeister Hans Gebhardt, Birkenreuth mit Hans Müller und Oberfellendorf mit Bürgermeister Hans Helmer schlossen 1965 einen Vertrag über den Bau einer gemeinsamen Tiefbohrung mit Maschinenhaus. Ein Hydrologe wurde in einem unterirdischen Wasserlauf am Fuß der Neideck fündig. Danach wurde der 53 Meter tiefe Brunnen gebohrt und 1968 in Betrieb genommen.


Aufgabenteilung festgelegt

"Der Gemeinde Streitberg obliegt die Geschäftsführung, der Betrieb, die Verwaltung und Unterhaltung der gemeinsamen Anlage im Einvernehmen mit den Gemeinden Birkenreuth und Oberfllendorf. Die Gemeinden Streitberg, Birkenreuth und Oberfelledorf haben dafür Sorge zu tragen, dass das zur Verfügung gestellte Wasser den Anforderungen der Gesundheitsbehörde hinsichtlich der chemischen und bakteriologischen Beschaffenheit entspricht", lautet der Vertragstext.
Die beiden Juragemeinden bekamen ihr Trinkwasser bis zu diesem Zeitpunkt von den Muschelquellen. Das kostbare Nass wurde zur Aeckermühle geleitet und mit Wasserkraft auf die Hochfläche gepumpt. Streitberg bezog sein Trinkwasser vom Wedenbach. Dessen Quelle wurde in einem Behälter im Schauertal aufgestaut und floss dann im freien Gefälle ins Ortsnetz. Zu den Häusern auf der Streitburg musste es hochgepumpt werden. Der Ort Niederfellendorf hatte eigene Quellen.
Die damals noch selbstständige Gemeinde Muggendorf wollte, nachdem die Rosenau-Quellen als Wasserversorger nicht mehr sicher waren, am Fuß des Alten Grabens einen eigenen Tiefbrunnen niederbringen. Das darüber liegende neue Baugebiet Berneck der Gemeinde Birkenreuth stoppte jedoch das Vorhaben, da kein Wasserschutzgebiet mehr ausgewiesen werden konnte.
Die zwischenzeitlich in Gang gekommene Gebietsreform beschleunigte deshalb einen Anschluss von Muggendorf an den Tiefbrunnen in Streitberg. Unweit des vorhandenen Brunnens wurde vor einigen Jahren ein zweiter Brunnen gebohrt, der die Versorgungssicherheit gewährleistet.
Vor zehn Jahren mussten auch die Quellen der Trinkwasserversorgungen Albertshof im Aufseßtal und Engelhardsberg im Wiesenttal unterhalb der Riesenburg aufgegeben werden, da das Wasser choliforme Keime enthielt und keine wirksamen Schutzgebiete ausgewiesen werden konnten. Der Anschluss an die Grundwassererschließung in Streitberg war die Lösung.


Ohne Karstquellen

Damit war der Ausstieg der Trinkwasserversorgung von den bisher Leben spendenden, aber nicht schützbaren Karstquellen für den Markt Wiesenttal vollzogen. Heute versorgen die Brunnen am Fuß der Neideck die Orte Streitberg, Niederfellendorf, Muggendorf, Engelhardsberg, Albertshof, Neudorf, Oberfellendorf, Störnhof sowie die Weiler Wöhr, Haag, Wartleithen Schottersmühle, Kuchenmühle mit 2000 Einwohnern und somit 80 Prozent der Wiesenttaler Bervölkerung mit ausreichend einwandfreiem Trinkwasser.
Die übrigen Gemeindeteile des Markts sind an die Aufseß- beziehungsweise an die Wiesenttgruppe angeschlossen. hl


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