Kronach

Was wird nach "Wolle"?

Beim Kronacher Büttenabend drehte sich alles vor allem um eine Frage: "Was passiert, wenn Wolfgang Beiergrößlein nicht mehr Bürgermeister ist?"
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Carolin Wicklein als Putzfrau
Carolin Wicklein als Putzfrau
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Kronach — "55 Jahre Kroniche Fousanaocht, die befreite Lust der Narretei, 55 Shades of Kunterbunt" - Wolfgang Baumann brachte es als Jubiläums-Botschafter auf den Punkt: "Mancha machn Krätzn, wir machen Fousanaocht."

"Getanzte Männergrippe", "König der Löwen", "Crazy Flamingos" und "Aladdin" - bunte Namen für die Tanz- und Showeinlagen, die bei den Kronacher Büttenabenden ein gelungenes Jubiläumsprogramm abrunden. Das Jubiläum feiern die Kroniche Fousanaochte mit einer Schar an Akteuren vor und hinter der Bühne.

Sitzungspräsident Georg Löffler machte sich beim ersten Büttenabend am Freitag einen Kopf um die neue Datenschutzgrundverordnung, die unter anderem dazu führe, dass man im Wartezimmer eines Arztes nicht mehr mit dem Namen, sondern der Diagnose angesprochen werde: "Der nächste ist der Herr mit den Potenzproblemen." Löffler, der nebenbei auch feststellte, dass die Mutter aller Probleme die Mutter Horst Seehofers sei, freute sich auch über die Anwesenheit der "hohen Politik".

Die Ansprache der erkrankten Kanzlerin Dana Hecker-Kirchbach hielt in diesem Jahr Ehrenpräsident Robert Porzelt. Sein erster Schuss in der Regierungserklärung ging gleich mal Richtung Coburg los: "In Kronach dürfen keine Dreckschleudern mehr fahren, denn wir wollen eine Reduzierung der CO-2-Belastung. Fahrzeuge, die dies nicht einhalten, werden durch das Nummernschild CO gekennzeichnet."

Weiter werde das Kronacher Prinzenpaar zum Initiator eines Sesselliftes vom "Neusiche Nobelwohngebiet an der Müllumladestation über Ziegelerden, Gehülz, Breitenloh, über die Dächer der Kreisstadt zum Kreuzberg und dann auf die Festung." Geld sparen die beiden dann künftig für solche Projekte, indem sie in Kronach den Bau einer Multifunktionshalle anregen. Vereint unter einem Dach sollen dann künftig Volkshochschule, Landratsamt, Musikschule, Rewe-Markt, Finanzhochschule, Stadthalle und Schlachthof werden. "Und gebaut wird diese 'Crana-Arena' dann in Fröschbrunna."

Echte Sorgen dagegen machte sich Büttenredner Thomas Auer: "Was passiert mit Kronich, wenn Wolle Beiergrößlein nimmer da ist?" Auer mahnte auch den Fünf-Prozent-Puffer an, den die Kronacher in Bezug auf einen ganz bestimmten Feiertag noch hätten: "55 Prozent der Kroniche sind katholisch. Fallen sie unter die 50 Prozent, dann ist Maria Himmelfahrt futsch. Und das während des Freischießens."

"Wenn der Houßlich-Pegl sinkt, müss mer mitn Benzinpreis nauf." Über diese sinnfreie Logik referierten die "Drei von der Schankstelle": Christoph Müller, Stefan Lach und Martin Panzer. Sie wollen künftig Biershippen, weil sich da "alla 11 Seidla ein Single verliebt". Schade fanden sie eigentlich nur, dass man beim "Bierbaum" nachts kein Bier kaufen könne.

Letztes Jahr noch beim Kinderbüttenabend, stand Anna Jakob jetzt auf der "Erwachsenenbühne" der Kroniche Fousanaocht. Genervt in SachenUmweltbewusstsein teilte sie mit: "Bei uns zu Hause fährt man E-Auto, E-Bikes, raucht E-Zigarette und schreibt E-Mails."

Artenschutzabkommen für SPD

Auch die vier "Kroniche Lääwaafn" machten sich Gedanken, wer denn dem Kronacher Bürgermeister nach seiner Amtszeit ins Rathaus folgen werde: "Jetzt hot der Mo zwa Landrät, drei Feuerwehrkommandanten und 28 gefühlta Helios-Klinikchefen überlebt und jetzt?" Aus den Reihen der SPD käme da wohl ein Nachfolger, denn: "Die stehen auf der Roten Liste des Genfer Artenschutzabkommens. Man darf sie nicht mehr jagen und im Winterschlaf stören."

Und bei einer Frau wurden an diesem Abend aus "Mädchenträumen Frauen mit einer Ramazottiflasche": Reinemachefrau Carolin Wicklein räumte auch gleich mit ein paar Vorurteilen in Richtung Bildung auf. "Die Arche wurde von einfachen Arbeitern erbaut, die Titanic von Fachkräften." Sie, die für ihren Mann nur noch attraktiv sei, wenn sie einen Bierkasten trägt, drückt in Zukunft nur noch ein Auge zu, wenn sie zielt. "Und wenn ich wieder einen Mann bei mir aufnehme, dann nur noch ambulant und nicht mehr stationär."

Jubiläums-Botschafter Wolfgang Baumann träumte als "James Bünd 007" von der Nölla-Airlines bei den Olympischen Spielen in London. Außerdem präsentierte er zum ersten Mal die fränkische Version von Mackie Messer: "Mackie Schneidteufela." Anschließende Wissensabfrage: "Was ist aus Aspik, ist im Wasser, wird aber doch nicht nass? Antwort: A Sulzn in an U-Boot."

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