Ebern
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Was wird aus den 89 Seiten an "Bedenken"?

Leserbrief zum umstrittenen Bauprojekt für ein Hochregallager und zur Sitzung des Eberner Stadtrates: 684 wahlberechtigte Bürger und Bürgerinnen der Stadt Ebern haben sich gegen die Bebauungsplanänder...
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Leserbrief zum umstrittenen Bauprojekt für ein Hochregallager und zur Sitzung des Eberner Stadtrates: 684 wahlberechtigte Bürger und Bürgerinnen der Stadt Ebern haben sich gegen die Bebauungsplanänderung ausgesprochen, das ist Fakt. Nicht zu vergessen die weiteren 85 Personen, die sich der Stadt Ebern verpflichtet fühlen, aber leider kein Stimmrecht haben, da sie nicht mit dem Erstwohnsitz in Ebern gemeldet sind. Obwohl das Quorum von zehn Prozent der nötigen Stimmen für einen demokratischen Bürgerentscheid vorhanden ist, will die Stadt mit allen Mitteln dieses verhindern. Ja, es wurden formelle und materielle Fehler gemacht, das ist unbestritten, aber deswegen so viele Menschen, die sich verantwortlich zeigen, zu verprellen ?

Das vorgefasste Ziel der Stadt Ebern, eine Bebauungsplanänderung für ein Hochregallager zu erteilen, wurde ohne Alternativen, bedingungslos und beharrlich vorangetrieben und liegt nun in greifbarer Nähe.

Was wird nun aus den 89 Seiten an "Bedenken", die die Öffentlichkeit angemeldet hat? Alles zerpflückt und niedergeschmettert. Die Fassade des Hochregallagers wird begrünt und ein paar Bäume gepflanzt und alles wird gut!

Die Bekundungen einiger Stadträte, dass man aus formellen Gründen gezwungen sei, gegen die Bürgerinitiative zu stimmen, aber gerne einen Bürgerentscheid gesehen hätte, ist wenig hilfreich und klingt etwas unglaubwürdig, da ja in den Stadtratssitzungen vom 24. 10. und 6. 11. 19 ohne große Gegenwehr alles abgesegnet wurde. Wäre es nicht möglich gewesen, dass diese Stadträte ein Ratsbegehren auf den Weg bringen?

Die besorgten Bürger haben noch bis einschließlich 6. 12. 19 Zeit, ihre Bedenken zu wiederholen oder neue Themen aufzugreifen und diese bei der Stadt Ebern gegen die geplante Bebauungsplanänderung einzureichen. Aber wollen wir nicht klagen, wir leben in einer der besten Demokratien der Welt. Es wird immer Gewinner und Verlierer geben. Spätestens im März 2020, denn da wird in Ebern ein neues Stadtratsgremium mit Bürgermeister gewählt. Ich hoffe nicht, dass sich das Ergebnis der Thüringen-Wahl in unserem kleinen lebens- und liebenswerten Ebern wiederholt.

Norbert Arndt,

Eyrichshof

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