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Was Weisendorfer Kinder wissen wollen

Bürgermeister Heinrich Süß erklärte einer Neunjährigen, was seine Ziele im Falle einer Wiederwahl wären.
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Melanie Reuling (l.) und Isabella Morina löcherten Bürgermeister Heinrich Süß. Foto: Richard Sänger
Melanie Reuling (l.) und Isabella Morina löcherten Bürgermeister Heinrich Süß. Foto: Richard Sänger

Zu einer etwas anderen Informationsveranstaltung hatte die Unabhängige Wählergruppe Buch-Nankendorf (UWG) in das Gasthaus Süß im Weisendorfer Ortsteil Buch eingeladen. Statt eines Vortrages über Vergangenheit und Zukunft des Marktes Weisendorf ließ Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) in Person von Isabella Morina diejenigen zu Wort kommen, die bei der Kommunalwahl am 15. März keine Stimme haben - die Kinder. Die neunjährige Isabella ließ bereits bei der Prunksitzung der Weisendorfer "Blummazupfer" aufhorchen, als sie ihr Debüt in der Bütt gab und aus ihrem "langen Leben" erzählte, in das sich immer Erwachsene einmischen. Zur Verstärkung hatte Isabella die Grafikerin und Unternehmerin Melanie Reuling mitgebracht, um den amtierenden Bürgermeister mit Fragen zur Gemeindepolitik zu löchern.

"Als Sie vor sechs Jahren zum Bürgermeister gewählt wurden, war ich drei Jahre alt. Leider habe ich an damals keine so genauen Erinnerungen mehr", meinte Isabella und wollte wissen, ob er noch weitere sechs Jahre im Amt bleiben möchte. Natürlich wolle er wiedergewählt werden, denn er könne auf sechs erfolgreiche Jahre zurückblicken, antwortete der Bürgermeister. Trotz vieler Verbesserungen und Fortschritte gebe es noch viel zu tun, und gemeinsam sei noch viel schaffen, gab sich Süß zuversichtlich.

Betreuung soll ausgebaut werden

Fragen hatte Isabella zum digitalen Klassenzimmer, das schon 2014 im Wahlprogramm der UWG genannt wurde. Süß konnte berichten, dass in zwei Stufen alle Klassenzimmer mit neuer Technik ausgestattet wurden, schon bevor es eine Förderung gab. "Bei uns gehen die Kinder gerne in die Schule", erklärte der Bürgermeister dazu. Aber auch bei den Jüngsten der Gemeinde bleibe man am Ball, so beim weiteren Ausbau der Kinderbetreuung.

"Ich bin langsam zu alt für Spielplätze. Wenn ich mir die Spielplätze anschaue, ist es eigentlich immer das Gleiche, nämlich Rutsche, Schaukel, Sandkasten - fertig. Ok, den Schlossgarten haben Sie echt schön hinbekommen. Außer dem Wasserspielplatz, der ging daneben", kritisierte und lobte Isabella das Angebot und sprach auch im Namen ihrer jüngeren Schwester.

Heinrich Süß sagte zu, dass weitere Angebote für Jugendliche geschaffen werden und dass es in naher Zukunft auch eine Freizeitanlage für alle Generationen geben könnte.

Bereits im ersten Wahlprogramm der UWG wurde der Fokus auf die Ortskernsanierung gelegt, erklärte Melanie Reuling und wollte wissen, wie es weitergeht. Der Bürgermeister erläuterte dazu fertige und begonnene sowie geplante Maßnahmen. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Aussagen von CSU und den Grünen, denn Mitglieder des Marktgemeinderates müssten es eigentlich besser wissen. So seien die Planungen zur Sanierung des Badweihers abgeschlossen und es könne erst begonnen werden, wenn alle Genehmigungen vorliegen, "das ist auch allen Gemeinderäten bekannt", erklärte Süß.

Mit dem Schulweg sprach Isabella ein heikles Thema an und wurde dabei aus dem Publikum unterstützt. Nach Meinung von Isabella sei der Schulweg eigentlich ganz Ok. Aber sie müsse aufpassen, wenn manche meinen, jeden Tag in den Spielstraßen "Autorennen fahren" zu müssen. Dass es Probleme gibt, gab der Bürgermeister zu, es wurden schon Geschwindigkeiten von mehr als 70 km/h in 30er-Zonen gemessen. Auch parkende Autos seien oft ein Ärgernis, und deshalb werde ein Verkehrskonzept erstellt, um passende Lösungen zu finden.

Mehr als Ringelblumen streuen

Zum Thema Klimaschutz und Energiewende und zum Thema "Rettet die Bienen" hatte der Bürgermeister einiges zu berichten. "Natürlich kann man auch eine Tüte Ringelblumen streuen, es geht aber auch besser", erklärte der Bürgermeister. Der Markt Weisendorf setze auf Ausgleichsflächen, Begrünung der Baugebiete, Renaturierung der Seebach und auf dem Umbau des Gemeindewaldes.

Zum Thema "Senioren" erklärte der Bürgermeister, dass die Seniorenarbeit des Marktes Weisendorf ein Erfolgsmodell sei. "Während andere fordern und kritisieren, handeln wir", sagte Süß dazu. Neben einem sehr aktiven Seniorenbeirat sei der inzwischen sehr erfolgreiche Bürgerbus eingeführt worden, und sukzessive würden alle Bushaltestellen barrierefrei umgebaut und einheitliche Buswartehäuschen aufgestellt. Außerdem laufen bereits die Planungen für eine Seniorenresidenz, also Wohnungen für Senioren mit Betreuung von ambulanter bis zur stationären Pflege. Auch das Grundstück stehe bereits fest, und mit den Bauarbeiten könne nach der Änderung des Bebauungsplanes begonnen werden.