Coburg

Was von Reinecke geblieben ist

Eine Sonderausstellung im Naturkundemuseum befasst sich ab Sonntag mit 200 Jahren Ammonitenforschung.
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Kurator Eckhard Mönnig zeigt, wie Reineckes Naturalienkabinette im 18. Jahrhundert ausgesehen haben könnten.  Fotos: Ulrike Nauer
Kurator Eckhard Mönnig zeigt, wie Reineckes Naturalienkabinette im 18. Jahrhundert ausgesehen haben könnten. Fotos: Ulrike Nauer
Zu den bekanntesten Ammoniten der Jurazeit gehört die Gattung "Reineckeia". Der Name ehrt den Naturforscher und Universalgelehrten Johann Christoph Matthias Reinecke, der 40 verschiedene Jura-Ammoniten wissenschaftlich beschrieben hat. 1818 ist Reinecke im Alter von nur 48 Jahren verstorben. Anlässlich seines 200. Todestages widmet das Coburger Naturkundemuseum dem einstigen Direktor des Gymnasiums Casimirianum eine Sonderausstellung. "J.C.M. Reinecke: Des Urmeeres Nautili - 200 Jahre Ammoniten-Forschung in Coburg" ist von Sonntag, 11. März, bis 30. September im Naturkundemuseum zu sehen.
Reinecke, 1770 in Halberstadt geboren, kann man mit Fug und Recht als Universalgelehrten bezeichnen. Er studierte Theologie und Naturlehre, arbeitete als Schriftsteller, Grafiker, Kartograph, und kam schließlich 1803 nach Coburg ans Gymnasium Casimirianum. Eingestellt wurde Reinecke als Professor, drei Jahre später wurde er bereits zum Direktor der Schule ernannt.
Als Erbprinz Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld, ein interessierter Naturkundler, sein Naturalienkabinett 1806 dem Casimirianum schenkte, wurde Reinecke beauftragt, die beiden Sammlungen des Herzogs und des Herzoglichen Gymnasiums zu katalogisieren und in der Aula des Casimirianums aufzustellen. Den Katalog stellte Reinecke offenbar hintenan. Er befasste sich lieber mit den Ammoniten, die im Kabinett vorhanden waren, und beschrieb sie in seinem Buch "Des Urmeeres Nautili und Argonaute aus dem Gebiet von Coburg und Umgebung".
Das Originalbuch sowie die Lithografien, für die Reinecke ein eigenes Verfahren entwickelte, sind nun im Naturkundemuseum zu sehen. Kurator Eckhard Mönnig hat für die Sonderausstellung das gesamte vergangene Jahr über im Staatsarchiv recherchiert. Dabei sei er auch auf Funde gestoßen, deren Existenz bis dahin völlig unbekannt gewesen sei.
In historischen Vitrinen, die noch aus Zeiten Prinz Alberts stammen, hat Museums-Mitarbeiterin Ulrike Neumann Teile des einstigen Naturalienkabinetts rekonstruiert. Reinecke hatte kurz vor seinem Tod 1818 den Katalog fertiggestellt, in dem der Inhalt des kompletten Naturalienkabinetts erfasst ist.
"Wir haben gelesen, dass es diesen Katalog gibt, die Frage war: wo?", erzählt Eckhard Mönnig. Er gab die Beschreibung an die Landesbibliothek und dort fand man - nach eingehender Suche - tatsächlich den 200 Jahre alten Katalog.
Zu den - aus heutiger Sicht - Kuriositäten, die in einer der Vitrinen zu sehen ist, gehören zum Beispiel ein Elefantenfuß und ein zweiköpfiges Kalb. Einiges ist noch original erhalten, doch der größere Teil sei nach Reineckes Tod zerstört worden, wie Eckhard Mönnig berichtet: "Alkoholpräparate trockneten ein, in vielen Vögeln waren die Motten drin, aber die Ammoniten blieben erhalten." uso


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