Höchstadt a. d. Aisch

Was sich die Höchstadter wünschen

Wenn Laura Zinn durch die Höchstadter Innenstadt geht, stellt sie fest: Hier ist nicht viel los. Ein kleines, liebevoll dekoriertes Café? Gibt es nicht. Was der 20-jährigen Höchstadterin fehlt, sind K...
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Wenn Laura Zinn durch die Höchstadter Innenstadt geht, stellt sie fest: Hier ist nicht viel los. Ein kleines, liebevoll dekoriertes Café? Gibt es nicht. Was der 20-jährigen Höchstadterin fehlt, sind Kneipen und Bars, Billardtische und Dartscheiben. Die Kneipe "Töpfla" und die Weinstube "Zum Zwetschger" seien ein guter Anfang, doch eher etwas für die ältere Generation.

Bei unserer Umfrage steigt Lothar Güßregen aus Höchstadt-Süd da mit ein: "Gerade für junge Leute haben wir wenig da." Barbara Koch formuliert es etwas schärfer: "Für Jugendliche ist es hier tot." Güßregen könnte sich eine Sportsbar vorstellen, in der gemeinsam Sport geschaut werde, denn "am liebsten guckt man doch in Gemeinschaft". Einen Laden für regionale Fischspezialitäten würde sich Güßregen ebenfalls in der Innenstadt wünschen.

Waltraud Bamberger plädiert für eine zentrale Einkaufsmöglichkeit, denn das Aischpark-Center sei für sie zu weit weg. Die Rentnerin ist schlecht zu Fuß und würde sich deshalb über einen Supermarkt in der Innenstadt freuen. Barbara Koch fände einen kleinen Tante-Emma-Laden gut, der viele alltägliche Lebensmittel führt. Was sie in der Vergangenheit in der Innenstadt feststellte: Nur in wenige Lokalitäten kommt man als Rollstuhlfahrer problemlos rein. Darauf solle ihrer Meinung nach mehr geachtet werden. Für Toni Hrovat ist die Innenstadt tot. Viele Dönerläden, aber keine fränkische Gastronomie; das stört ihn.

Güßregen hat da einen weiteren Vorschlag: Einen Innenstadtbeauftragten, der auf die Vermieter zugeht und konkrete Gespräche mit ihnen führt. Das Aischpark-Center findet er gut: "Das hat noch mal einen Schub gegeben." Es sei ein Anlaufpunkt - auch für Auswärtige. Da gehen die Meinungen der Befragten in unserer nicht repräsentativen Umfrage auseinander. Laura Zinn denkt eher, dass Kunden zum Shoppen eher nach Erlangen fahren und lediglich kleinere Einkäufe vor Ort erledigen.

Hrovat kritisierte unterdessen den hohen Flächenverbrauch. Man hätte mehr in die Höhe, dafür weniger in die Breite bauen sollen. Prinzipiell sei der Flächenverbrauch im Höchstadter Industriegebiet laut Hrovat sehr hoch, manche Gebäude und vor allem deren betonierte Vorplätze stünden leer. Auch die Straßen in Höchstadt seien "absolut reparaturbedürftig". Güßregen findet außerdem, dass der Sport in der Stadt "schlummert" - zumindest was den Fußball betrifft. Keiner der Vereine spiele höherklassig, vielleicht könne die Stadt aber die Vereinsführungen an einen Tisch bringen, um etwas gemeinsam anzugehen - meint Güßregen.

Zufrieden mit der Entwicklung

Für Hundebesitzerin Koch ist es immer wieder ein Ärgernis, wenn sie mit ihrem Haustier "Am Treibweg" spazieren geht, sie Müllbeutel für die Hinterlassenschaften des Vierbeiners, aber keine Mülleimer vorfindet. "Die Leute schmeißen es dann immer ins Gebüsch", erklärt Koch.

Doch auch wenn es einige Kritikpunkte gibt, so gaben alle Befragten an, gerne in Höchstadt zu leben. "Wir haben ein super Sport- und Freizeitangebot", findet etwa Laura Zinn, die das Hallenbad und vor allem das Eisstadion aufführt. "Was sich da entwickelt hat, ist phänomenal", meint Güßregen über die Stadtentwicklung. Man könne in Höchstadt gut leben, Bürgermeister Gerald Brehm sei stets offen für Neues. "Der Erfolg gibt ihm Recht", sagt Güßregen. Ob Brehm auch bei der Kommunalwahl Erfolg haben wird, zeigt sich erst am 15. März.

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