Bamberg

Was ist versiegelt und was nicht?

Eine der Zahlen, über die sich Stadt und BI uneins sind, ist die der versiegelten Flächen. Die Initiative orientiert sich am Luftbild, auf dem allenfalls acht Hektar solcher Flächen zu erkennen seien,...
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Beate Bugla
Beate Bugla
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Eine der Zahlen, über die sich Stadt und BI uneins sind, ist die der versiegelten Flächen. Die Initiative orientiert sich am Luftbild, auf dem allenfalls acht Hektar solcher Flächen zu erkennen seien, das Konversionsamt nutzt GIS-Daten und kommt auf 27 Hektar versiegelte Flächen.

"Ein großer Teil der Muna ist naturnaher Wald. Auf Bunkern wachsen Bäume, die sind 20 Meter hoch und 85 Jahre alt", sagt Martin Bücker, den die Bürgerinitiative als Experten in dieser Frage aufs Podium schickte. Für Bücker sind das keine versiegelten Flächen, für Konversionsamtsleiter Harald Lang schon. Ebenso verhält es sich mit Straßen, auf denen sich mittlerweile eine Humusschicht gebildet habe. "Wir können nicht nur nach dem Augenschein gehen. Wir müssen auch sehen, was unter der Erde liegt", sagt Lang.

Einige besonders wertvolle Flächen würden im Bebauungsplan nicht berücksichtigt, erklärt Bücker. Das gelte zum Beispiel für den nordöstlichen Bereich des Muna-Geländes, ungeachtet der dort verlaufenden Schienen. "Es wird nichts überbaut, was man nicht ersetzen könnte", sagt hingegen die Biologin Beate Bugla, die für den Bebauungsplan im Auftrag der Stadt ein Gutachten erstellt hatte. Das gesamte Gebiet sei kartiert, geschützte Pflanzen und Tierarten erfasst worden.

Frischluft kommt an - verzögert

"Wald spielt eine immense Rolle für das Klima in der Stadt", sagt Meteorologe Thomas Foken. 50 Hektar Wald könnten 600 Tonnen Kohlendioxid speichern, die angrenzenden Gebiete spürbar abkühlen. Lang berief sich auf das Klimagutachten des Deutschen Wetterdienstes, die Frischluft komme im Bamberger Osten an, wenn auch etwas verzögert. Man habe außerdem Frischluftschneisen eingeplant. Der Bebauungsplan beschäftige sich "nicht nur mit der kleinen Muna, sondern mit ganz Bamberg-Ost". Es steckten viele Teilthemen wie der Hochwasserschutz drin, ohne neue Gräben sei man einem 100-jährigen Hochwasser bei weitem nicht gewachsen.

Ein großes Thema bleiben auch die Altlasten. "Die Grundwasser-Messstellen zeigen, dass alle vermuteten Schadstoffe noch knapp unter den Grenzwerten für eine unbebaute Zone liegen. Aber was ist in fünf Jahren - zumal die Fließrichtung in Richtung der Trinkwasserbrunnen geht?", fragt Lang. Volker Braun fordert, in dieser Frage die Bima in die Pflicht zu nehmen: "Wenn der politische Wille dazu geweckt wird, dass der Bund das übernimmt, dann ist auch dieses Ziel zu erreichen."



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