Kulmbach
ausstellung

Was geht, was bleibt - Leben mit Demenz

Über 240 000 Menschen leben in Bayern mit Demenz, Tendenz steigend. Grund genug, diese Krankheit nicht mehr zu tabuisieren, sondern darüber aufzuklären. Christina Flauder, Vorsitzende des Seniorenbeir...
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Ausstellung in Form eines überdimensionalen Kopfes informiert derzeit im Kulmbacher Klinikum über das Leben mit Demenz. Foto: U. Prawitz
Eine Ausstellung in Form eines überdimensionalen Kopfes informiert derzeit im Kulmbacher Klinikum über das Leben mit Demenz. Foto: U. Prawitz

Über 240 000 Menschen leben in Bayern mit Demenz, Tendenz steigend. Grund genug, diese Krankheit nicht mehr zu tabuisieren, sondern darüber aufzuklären. Christina Flauder, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Kulmbach, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Demenz und den Auswirkungen, die diese Erkrankung auf Patienten, Angehörige und Pflegepersonal hat. Mit der Ausstellung "Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz" der Bayerischen Demenzstrategie des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege hat sie berührende Einblicke in den Alltag von Demenzerkrankten in das Foyer des Klinikums geholt.

"Die Ausstellung hat die Form eines überdimensionalen Kopfes und zeigt, wie sich das Leben mit der Demenz verändert", erklärte sie bei der Vernissage am Dienstagabend. Durch die Demenz würde man einen geliebten Menschen verlieren, ohne dass er tatsächlich stirbt, "die Demenz nimmt dem Menschen das Wertvollste, die Erinnerung." Einen an Demenz erkrankten Menschen zu begleiten, sei niemals eine leichte Aufgabe, aber Christina Flauder will zeigen: "Ihr seid nicht allein!" Ein großes Netzwerk fange auf, bei Experten gebe es Rat und Hilfe. Insbesondere am Kulmbacher Klinikum und in der Fachklinik Stadtsteinach mit ihrer geriatrischen Rehabilitation würde Betroffenen geholfen.

"Ich möchte hier besonders den glänzenden Ruf unserer Stadtsteinacher Klinik in den Fokus rücken", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. Dort wie auch am Kulmbacher Klinikum seien Patienten hervorragend aufgehoben. "Diese Erkrankung ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema, und diese Ausstellung kann dazu beitragen, das zu ändern." Auch der zweite Bürgermeister der Stadt Kulmbach, Ralf Hartnack, plädierte dafür, Demenz-Patienten nicht zu verstecken, "wir müssten die Berührungsängste verlieren".

Eine Demenzerkrankung kann auf verschiedene Weise auftreten, die häufigste ist Alzheimer. "Rund 70 Prozent der Patienten werden zu Hause betreut und gepflegt", erfährt man in der Ausstellung. Wenn das nicht möglich ist, gibt es stationäre Pflegeeinrichtungen oder Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz.

Wichtig sei es, so Christina Flauder, entsprechende Verhaltenstipps für den Umgang und die Kommunikation mit den Patienten zu erhalten. "Wenn die Sonne grün ist, ist sie nun einmal grün", sagte sie, da helfe es auch nicht, sich ewig mit dem Demenzkranken darüber zu streiten, das zerstöre nur das Vertrauensverhältnis.

Die Ausstellung ist im Foyer des Kulmbacher Klinikums bis zum 17. Juli zu sehen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren