Gestungshausen

Was Gärten an schönen Dingen bieten

Bei der Kleingartenmesse zum Abschluss der Gartenbau-Feierlichkeiten in Gestungshausen wurde deutlich, dass Gärten in mehrfacher Hinsicht enorm wertvoll sind - vor allem in Zeiten, in denen vielen der Bezug zur Natur fehlt.
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Einige hübsche Ausstellungsobjekte, die bei der Kleingartenmesse in Gestunghausen gezeigt wurden  Fotos: Alexandra Kemnitzer
Einige hübsche Ausstellungsobjekte, die bei der Kleingartenmesse in Gestunghausen gezeigt wurden Fotos: Alexandra Kemnitzer
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Alexandra Kemnitzer Am 16. August 1869 wurde der "Landwirtschaftliche Verein" gegründet, aus dem der Obst- und Gartenbauverein Gestungshausen hervorging. Demnach gehört der Gestungshäuser Verein zu den ältesten im Coburger Raum. Den Abschluss der Feierlichkeiten zu 150-jährigen Bestehen bildete am Wochenende die Kleingartenmesse in der Gemeinschaftshalle. Auch mit dieser zweitägigen Veranstaltung zeigten die Mitglieder, dass sie bestens zusammenarbeiten und es verstehen, ein solches Jubiläum in einem würdigen und ansprechenden Rahmen zu feiern.

"Die Kleingartenmesse war nur möglich, weil sich viele Aussteller beteiligt haben", bilanzierte Vorsitzender Reiner Kestel bei der offiziellen Eröffnung. Der Vorsitzende dankte allen, die zum Gelingen beigetragen hatten. Unter anderem konnte auch ein Blick ins Originalprotokollbuch geworfen werden. Außerdem wurde eine Festschrift herausgegeben, die Klaus Wittmann zusammengestellt hatte.

Er freute sich, dass der Patenverein aus Kirrberg (Saarland) mit 55 Personen angereist war und die Kleingartenmesse ebenfalls mit einem Stand bereicherte. Mit eingebunden waren auch die Jugendgruppe des Jubiläumsvereins, die "Sockentaler Mistkäfer". Sie zeigten vor der Halle, wie lecker frisch gepresster Saft von Streuobstwiesen schmeckt, und hatten dabei viel Spaß.

"Der Obst- und Gartenbauverein ist in die Ortsgemeinschaft eingefügt und hat ein reges Vereinsleben. Seine Mitglieder kümmern sich um das Dorf und verschönern das Ortsbild", stellte Bürgermeister Michael Keilich fest. Mit den tollen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr sei es den Mitgliedern gelungen, viele Besucher aus nah und fern anzusprechen. Gleichzeitig stecke dahinter aber auch eine gehörige Portion Arbeit, Mühe und Liebe, um ein solches Jubiläum so schön durchzuführen. Anerkennung zollte er dem Verein für seine rührige Jugendarbeit.

Für den Schirmherrn der Festlichkeiten, Landrat Sebastian Straubel, der zugleich Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege ist, war der weitere Stellvertreter des Landrats Christian Gunsenheimer gekommen und erinnerte an die Ziele der Gründung vor 150 Jahren. "Mit der Vereinsgründung sollte Wissen weitergegeben und die Versorgung mit Nahrung sichergestellt werden", erinnerte er. Gunsenheimer bedauerte, dass heute Gärten eher als Ballast gesehen würden. Zunehmend würden sie "pflegeleicht" gestaltet oder gar zugepflastert, wodurch auch Wissen verloren gehe. Beispielsweise werde lieber Obst und Gemüse im Supermarkt gekauft, als sich im eigenen Garten stets mit frischem Obst und Gemüse in Bioqualität zu versorgen.

Dass dies bei richtiger Lagerung auch nach Monaten der Ernte immer noch schmeckt, hätten die früheren Generationen bewiesen, die das Jahr über auf ihre selbst angebauten Produkte zurückgreifen konnten. Auch wenn heute viele Informationen über das Internet erhältlich seien, gehe nichts über das eigene Tun und die gemachten Erfahrungen. Gunsenheimer: "Hierbei stehen die Obst- und Gartenbauvereine unterstützend zur Seite."

"Dies zeichnet den Verein aus"

"Das 150-jährige Bestehen auf so eine Art zu feiern, zeichnet den Gestungshäuser Obst- und Gartenbauverein aus", stellte MdL Michael Busch fest. Schon beim Tag der offenen Gartentür im Sommer wurde nach Meinung des Abgeordneten deutlich, was Gärten alles sein können und welche Möglichkeiten sie bieten, selbst etwas zum Klima- und Umweltschutz beitragen zu können. Um diesen voranzutreiben, sei es hilfreich, auf die neuen Technologien zu vertrauen, die Ökobewegung nicht zu radikalisieren und die Herausforderungen konstruktiv anzugehen. Ihren Beitrag leisteten hierfür bereits die Obst- und Gartenbauvereine.

"Wahnsinn, was ihr alles macht", stellte für die Ortsvereine Michael Knauer fest und zollte Anerkennung für die beispielhafte Organisation des Vereins. Den Mitgliedern wünschte er weiterhin viel Spaß an ihrem Hobby. Über die Tatkraft im Verein, die auch an den beiden Messetagen spürbar war, freute sich als Vertreterin der Gruppe Ost Barbara Lauterbach.

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