Dörfles-Esbach
dörfles-esbach.inFranken.de  Beim Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Coburg, gab es einen Rückblick und ein lehrreiches Referat.

Was für die Natur getan werden kann

Ein sehr umfangreiches Programm an Naturschutz-Themen wurde bei der Hauptversammlung des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Coburg, behandelt. An erster Stelle war das Volksbegehren Artenvielfalt, besser b...
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Höhepunkt des Vereinsjahres 2018 war die Besichtigung des Naturgartens bei Sabine Krämer.  Foto: Heinz Stammberger
Höhepunkt des Vereinsjahres 2018 war die Besichtigung des Naturgartens bei Sabine Krämer. Foto: Heinz Stammberger

Ein sehr umfangreiches Programm an Naturschutz-Themen wurde bei der Hauptversammlung des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Coburg, behandelt. An erster Stelle war das Volksbegehren Artenvielfalt, besser bekannt als "Rettet die Bienen". Das war auch Thema eines Referates der BN-Agrarreferentin Marion Ruppaner. In ihrem interessanten, lehrreichen Vortrag ging sie besonders auf den "Naturschutz für Landwirtschaft, Kommunen, Kleingärtner und Gartenliebhaber" ein. Blühpatenschaften seien keine Alternative zum neuen Naturschutzgesetz. Durch das Volksbegehren " Rettet die Bienen" tauchten bayernweit Angebote von Landwirten für Blühpatenschaften auf. Die Landwirte hätten die großen Defizite offensichtlich erkannt. Die zur Patenschaft angebotenen Blühflächen könnten lediglich als begleitende und unterstützende Maßnahmen gewertet werden. Wissenschaftliche Studien belegten, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden seien. Seit 1980 seien in Europa 300 Millionen Feldvögel verschwunden, in Bayern rund 50 Prozent der Feldvögel. Das viel diskutierte Herbizid Glyphosat habe bisher als ungiftig für Tiere gegolten. Nun gebe es Hinweise darauf, dass Glyphosat indirekt Bienen schädige. Gartenbesitzer und Verbraucher könnten helfen, dass Insekten, Bienen und Hummeln noch eine Überlebenschance haben. In Kleingärten könne man Beerensträucher wie Blutjohannisbeeren anpflanzen oder auch nur einen naturnahen Garten anlegen. Kommunen sollten bei Neuverpachtungen von Gemeindeflächen biologisch/ökologisch oder extensiv wirtschaftende Betriebe bevorzugen. Mit der Anlage von Streuobstwiesen und Hecken könnten Kommunen Naturräume schaffen.

Die Ergebnisse der Amphibiensammlung in der Stadt und im Landkreis Coburg hätten Erfolge gebracht. Insgesamt seien 11 641 Kröten, 138 Frösche und 1180 Molche von den 80 Helfern in Sicherheit gebracht worden, berichtete Vorsitzender Stefan Beyer. Weiter berichtete er vom Monitoring "Wildkatzen" in den Wäldern rund um Coburg, an dem fünf ehrenamtliche Helfer beteiligt waren. Sie hätten an zwei Standorten das Vorkommen dieser streng geschützten Katzenart nachgewiesen. Das vielfältige reich strukturierte Gebiet am "Grünen Band" bei Autenhausen mit seinen extensiv bewirtschafteten Grünflächen sei bei einem Informationstag besucht worden. Beyer kündigte an, dass in der "Roten Grube" in diesem Jahr erstmalig Schafe und Ziegen die Pflege der Grünflächen übernehmen werden. Mit Förster Bernd Lauterbach fand laut Beyer eine Führung im Revier Hassenberg der Bayerischen Staatsforsten statt. Eine Führung im naturnahen Garten von Sabine Krämer habe viele Garten- und Naturfreunde nach Blumenrod gezogen, die die vielen seltenen Pflanzen, Blumen oder auch Haustiere wie Enten betrachten wollten.

Heike Heß betonte: "Die Fotoausstellung ,Coburgs bemerkenswerte Bäume‘ im Naturkunde-Museum Coburg war ein weiterer Anziehungspunkt." Auf über 100 Fotos sei auf die Bedeutung alter Bäume hingewiesen worden. Die Kindergruppe des BN hat sich mit den Betreuerinnen Heike Heß, Julia Hoherz und Cornelia Brand monatlich getroffen. Viele Veranstaltungen fanden im "Wilden Garten" in Rödental statt. Hier wurde mit dem Bau einer Terassenüberdachung begonnen, damit sich die Kinder auch bei Regen treffen können. Carina Grubert wird in diesem Jahr eine neue Gruppe mit Eltern und Kindern bis zum sechsten Lebensjahr gründen. Diese Gruppe soll sich im zweiwöchentlichen Rhythmus jeweils freitags im "Wilden Garten" treffen.

Auf ein bewegtes Jahr blickte Peter Schumann von der JBN-Jugendgruppe Untersiemau zurück. Höhepunkt war die 25-Jahrfeier der Gruppe, zu der Richard Mergner vom Landesverband Bayern und dessen Vorgänger Hubert Weiger erschienen waren. Heinz Stammberger

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