LKR Lichtenfels
Artenvielfalt

Was Bauern an dem Gesetzentwurf nicht gefällt

Der vorliegende Gesetzentwurf für ein zweites Gesetz zugunsten der Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern war ein Kernthema bei einer Versammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Lichtenfel...
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Kreisobmann Michael Bienlein überreicht Abgeordnetem Jürgen Baumgärtner Unterschriftenlisten, worin die Anliegen der Landwirtschaft, insbesondere Verbesserungsvorschläge zum Gesetzentwurf, konkretisiert waren. Bienlein und Kreisbäuerin Marion Warmuth sicherten zu, dass sich der Bauernverband weiter konstruktiv an der Diskussion beteiligen und gegebenenfalls Alternativvorschläge einbringen werde. Foto: Dieter Radziej
Kreisobmann Michael Bienlein überreicht Abgeordnetem Jürgen Baumgärtner Unterschriftenlisten, worin die Anliegen der Landwirtschaft, insbesondere Verbesserungsvorschläge zum Gesetzentwurf, konkretisiert waren. Bienlein und Kreisbäuerin Marion Warmuth sicherten zu, dass sich der Bauernverband weiter konstruktiv an der Diskussion beteiligen und gegebenenfalls Alternativvorschläge einbringen werde. Foto: Dieter Radziej

Der vorliegende Gesetzentwurf für ein zweites Gesetz zugunsten der Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern war ein Kernthema bei einer Versammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Lichtenfels. Die Landwirte bezogen klar Position und sahen noch viele Schwachstellen in dem Gesetzentwurf, der aus dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" hervorgegangen war. Diese gelte es ihrer Meinung nach zu korrigieren.

Über den lebhaften Besuch zeigte sich der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Michael Bienlein, erfreut und kam gleich zur Sache. Die Landwirtschaft fordere den Vorrang von freiwilligen und praktikablen Maßnahmen für mehr Artenvielfalt vor pauschalen Verboten und Fristsetzungen. Beim Verbot des Mähens von Wiesen von außen nach innen ab einem Hektar vermissen die Vertreter des Bauernverbandes präzise und praxistaugliche Handlungsempfehlungen. Bei den Vorgaben zu Gewässerrandstreifen bestünden ebenfalls noch Verunsicherungen bei vielen Bauern und Grundeigentümern. Der BBV legte eigene Formulierungsvorschläge vor.

"Jede Arbeit rechtfertigen"

Bienlein übte Kritik: Es sei nicht gut, dass Landwirte, die maßgeblich zur Pflege der Kulturlandschaft und zu einer gesunden Ernährung beitragen, gleichsam jede ihrer Arbeiten rechtfertigen müssen. "Wenn die Gesellschaft den Bauernstand nicht mehr will, dann sollte sie dies ganz einfach sagen." Dann werde sie eben ihre landwirtschaftlichen Produkte künftig aus Russland oder dem Adria-Raum erhalten. Kein Landwirt füge seinen Tieren Schmerzen zu. Man beachte die Belange des Naturschutzes. Es sei auch manchmal nicht verständlich, dass bestes Ackerland in Biotope umgewandelt werde, fuhr er fort.

Auf den Gesetzentwurf der Staatsregierung ging anschließend Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) ein, der die Artenvielfalt und den Biotop-Verbund gesamtgesellschaftliche Anliegen nannte. Er würde sich wünschen, dass Pflanzenschutzmittel so wenig wie möglich Verwendung finden. Ziel könne es sein, den Einsatz längerfristig einmal zu halbieren. Denn es stehe fest, so der Abgeordnete, dass die Grundwasserqualität nicht besser werde. Hierfür, dies verdeutlichte er ebenso, sei aber nicht einzig und alleine die Landwirtschaft verantwortlich, sondern auch die Industrie, Privathaushalte, Straßenbau, Bahn etc.

MdL: "Der Markt bestimmt"

Hinsichtlich der Lebensmittelproduktion bat Baumgärtner alle Landwirte, nicht zu verkennen, dass jetzt schon nicht mehr in erster Linie der Staat, sondern der Lebensmittelhandel, also der Markt, bestimme, in welcher Form landwirtschaftliche Produkte nur noch abgenommen werden.

In der anschließenden Diskussion wurde dann noch eine Fülle von Anliegen vorgebracht. Dabei wurden etwa klare Regeln für das Betreten von Land- und forstwirtschaftlichen Flächen gefordert, insbesondere zur Vermeidung von Futterverschmutzungen.

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