Bad Staffelstein
Tourismus

Warum sollte Bad Staffelstein nicht auch mit fremden Pfunden wuchern?

Wie soll es in Bad Staffelstein im Tourismus weitergehen? Dieser Frage ging die CSU-Stadtratsfraktion nach. Um sich Informationen von Praktikern zu holen, besuchten die Stadträte in Romansthal den Hot...
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Wie soll es in Bad Staffelstein im Tourismus weitergehen? Dieser Frage ging die CSU-Stadtratsfraktion nach. Um sich Informationen von Praktikern zu holen, besuchten die Stadträte in Romansthal den Hotel-Gasthof "Zur Schönen Schnitterin".

Johannes Ostler bemängelte das Fehlen touristischer Konzepte. Die Stadt habe in den vergangenen Jahrzehnten zu stark auf ihre Sehenswürdigkeiten gesetzt. Die günstige Lage Bad Staffelsteins werde hingegen kaum beworben. Dabei lägen in einem 50-Kilometer-Radius etliche Kulturstädte. Urlauber und Kurgäste suchten nach Ausflugszielen, die sich von ihrem Ferienort aus in rund einer Stunde erreichen lassen, sagte Ostler.

Stadtrat Jürgen Hagel stimmte ihm zu: "Viele Städte um uns herum werben mit dem Gottesgarten am Obermain und mit der Obermain-Therme - warum sollten wir künftig nicht ebenfalls auf die Ausflugsziele Bamberg und Coburg verweisen?" Der städtische Tourismus-Ausschuss könnte mit externen Fachleuten besetzt werden.

Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich fand diese Idee überlegenswert. Tourismus-Initiativen seien ein wenig untergegangen. Stich erinnerte an den Erfolg, als man eine Thermenkönigin kürte.

"Langzeiturlauber gewinnen"

Stadtrat Andreas Pfarrdrescher, der selbst einen Gasthof in Schwabthal betreibt, ging auf die Verweildauer der Gäste ein. "Kurzurlauber sind häufig", sagte er. Diese übernachteten meist nur zweimal. "Unsere Stammkundschaft kommt aus Orten im 300-Kilometer-Radius." Ziel der Werbung müsse deshalb sein, Menschen mit einer längeren Anreise anzusprechen. Das könnte zum Beispiel geschehen, indem man auf Messen wirbt, die an weiter entfernten Orten stattfinden, etwa im Ruhrgebiet. Bei längeren Anfahrtszeiten verweilten die Gäste länger.

Johannes Ostler stimmte dem zu. Es sei aber schwierig, Langzeiturlauber zu gewinnen. Der Trend gehe eindeutig hin zu mehrmaligen Kurzurlauben. Die Gäste kämen oft schon am Freitag und reisten am Sonntag wieder ab - zum Nachteil der Gastronomie und Geschäfte.

Rosi Jörig regte eine Kooperation mit Bildungshäusern an. Seminarteilnehmer, die vielleicht auch einmal privat mit ihren Familien nach Bad Staffelstein kommen, wären eine weitere Zielgruppe. "Momentan verschenken wir dieses Potenzial noch."

Wer Familien mit Kindern gewinnt, habe einen großen Vorteil, meinte Johannes Ostler. Denn erfahrungsgemäß kämen Kinder später als Erwachsene an jene Orte zurück, die sie einst mit ihren Eltern besuchten.

Größerer Saal für Veranstaltungen

Andreas Pfarrdrescher regte deshalb an, einen Flyer zu erstellen, mit dem sich die Stadt gezielt an Familien mit Kindern richtet. Darin sollten auch Ausflugsziele außerhalb der Stadtgrenzen aufgezeigt werden.

"Was die Leute wollen, ist Kultur", meinte Johannes Ostler auf Stefan Dinkels Frage nach der Innenstadtentwicklung. Es wäre sinnvoll, im Staffelsteiner Stadtkern einen größeren Saal zu schaffen, um mehr Menschen bei Kulturveranstaltungen unterbringen zu können.

Das Angebot der Kulturinitiative (KIS), sagte Wolfgang Herold, biete sehr vielseitige Unterhaltung. Doch die Sitzplatzkapazität in der Alten Darre, in dem die Veranstaltungen der KIS stattfinden, sei zu gering. Bad Staffelstein brauche einen großen Saal im Stadtzentrum, um Urlaubern und Kurgästen etwas bieten zu können. Dafür sei das "Bären"-Grundstück am Marktplatz ideal.

"Wir sind nicht schlecht aufgestellt", resümierte Andreas Pfarrdrescher. Die Zahl der Hotel- und Ferienwohnungsbetten im Stadtgebiet sei von 3720 (2006) auf 3640 (2018) leicht gesunken. Doch trotz gesunkener Bettenanzahl sei in diesem Zeitraum die Zahl der Übernachtungen um 50 000 gestiegen. red

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