Lonnerstadt
herzogenaurach.inFranken.de  Auf einer Exkursion in Nachbargemeinden schauten sich die Heimatfreunde vorbildlich sanierte Objekte an.

Warum in die Ferne schweifen ...?

Zwei eindrucksvolle Führungen in der näheren Heimat erlebten Mitglieder des Herzogenauracher Heimatvereins in Lonnerstadt und Höchstadt mit dem Besuch der Mühle in Lonnerstadt und des Kellerbergs in H...
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Die Herzogenauacher Heimatfreunde schauten sich in Lonnerstadt und Höchstadt um. Foto: Gäbelein
Die Herzogenauacher Heimatfreunde schauten sich in Lonnerstadt und Höchstadt um. Foto: Gäbelein

Zwei eindrucksvolle Führungen in der näheren Heimat erlebten Mitglieder des Herzogenauracher Heimatvereins in Lonnerstadt und Höchstadt mit dem Besuch der Mühle in Lonnerstadt und des Kellerbergs in Höchstadt.

Regina und Paul Bruckmann haben am Ortsrand von Lonnerstadt vor zehn Jahren die alte Mühle am Nebenarm der Kleinen Weisach erworben. Und das Ehepaar hat aus dem fast baufälligen Anwesen ein Schmuckstück geschaffen. Was der gelernte Müllermeister an dem als Denkmal geschützten Anwesen in mühevoller Arbeit geschaffen hat, ist vorbildlich: Das gesamte Anwesen ist bestens restauriert und vor allem funktionsfähig. Hier kann tatsächlich wieder gemahlen und zusätzlich Strom erzeugt werden.

Über drei Stockwerke und bis unters Dach führte Paul Bruckmann seine Gäste, beantwortete alle Fragen bezüglich der Mahlvorgänge, brachte seine funktionstüchtigen Mahlwerke zum Laufen und gab Einblick in seine Ausbildung sowie in seine derzeitige Tätigkeit: Bei Martin Bauer in Vestenbergsgreuth hat er gelernt, hat sich dort weitergebildet, genießt in seinem Beruf heute großes Ansehen mit Aufträgen zum Mühlenbau in fast allen Kontinenten, wie zuletzt in Asien oder in Jerusalem.

Und so ergab sich dann für die Herzogenauracher Reisegruppe eine interessante Diskussion über die Geschichte des Müllerberufs, die der Mühlen und all den Sagen und Legenden, die sich um denselben ranken: vom Müller in den deutschen Volksmärchen über die verschiedensten Arten der Mühlen: Schneidemühlen, Walk- und Schleifmühlen, Papier- oder Sägemühlen bis hin zu Kugel- oder sogar Schnupftabakmühlen.

Doch die Exkursion der Herzogenauracher bot noch einen weiteren Höhepunkt: den in die Höchstadter Unterwelt. Gemeint sie hiermit nicht etwa schlüpfrige Geschichten, sondern die Besichtigung einiger der zahlreichen Keller am Höchstadter Kellerberg.

Der Höchstadter Heimatvereinsvorsitzende Georg Römer hatte bestens vorgesorgt: Frauen aus dem Verein und Mitglieder des Kellerbergvereins betreuten die Reisegruppe in der Höchstadter Unterwelt - gemeint sind dabei Führungen durch einige der zahlreichen Keller am Rand der Stadt -, sorgten für erfrischende Getränke und angeregte Unterhaltung.

1698 werden erstmals zwölf Höchstadter Kellerbesitzer erwähnt, 20 Jahre später zählt man bereits 44 Felsenkeller, "die unter großen Laubbäumen liegen, welche als Schattenschutz für die Bierkeller gepflanzt worden sind".

Die Herzogenauracher Gruppe erfuhr, dass es 26 Eingänge zu den Kellern gibt, dass die Gesamtlänge aller Keller heute noch rund 2000 Meter beträgt und dass die Keller selbstverständlich auch von den örtlichen Brauereien und nicht nur von den privaten Hausbrauern genutzt worden sind.

Ein Schmuckstück Höchstadts sind 25 Kellerhäuschen über den Kellern links und rechts der Kellerstraße und des Kellerbergs, die heute noch gerne für Privatveranstaltungen und Feiern genutzt werden. Zentrum und Schmuckstück der gesamten Kellerberganlage ist das Petersbecks-Kellerhaus, Treffpunkt für Mitglieder und Gäste und mit einer schmucken restaurierten Kegelbahn versehen.

Und Herzogenaurachs Besucher waren sich einig, dass man das gesamte Ensemble eigentlich als Kulturerbe anerkennen müsste.

Weil Führungen und Kellertreppen müde und durstig machen, ließen die Reiseteilnehmer den Ausflug bei einer deftigen Brotzeit, die der Höchstadter Heimatverein spendiert hatte, gemütlich bei Bier und Wein in der vor einiger Zeit neu eröffneten Gaststätte "Zum Zwetschger" ausklingen.

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