Kottenbrunn

Wappen für Kottenbrunn

Der Königsberger Stadtteil feiert am Sonntag den Abschluss der Dorferneuerung.
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Reinzeichnung des Wappens von Heraldiker Heribert Staufer aus Kaufbeuren  Foto: Beate Lipp
Reinzeichnung des Wappens von Heraldiker Heribert Staufer aus Kaufbeuren Foto: Beate Lipp

Der Königsberger Stadtteil Kottenbrunn hat die Dorferneuerung abgeschlossen und feiert dies am Sonntag.

Der Ort hat nur 85 Einwohner. Trotzdem wollte er ein eigenes Ortswappen. Kreisheimatpfleger Günter Lipp wurde, wie er selbst mitteilte, von Alexander Käb gebeten, eines zu entwerfen. Dazu traf sich Lipp zweimal mit Einwohnern, einmal zum Informieren und Befragen und einmal zum Vorstellen der Entwürfe. Beide Male war die Diskussion im Feuerwehrhaus laut Lipp "sehr rege". Es gab die verschiedensten Vorschläge, was das neue Wappen zeigen sollte: einen Brunnen natürlich, einen Hinweis auf das Herzogtum Coburg, die Lage als Rodungsinsel im Wald, die früheren Flachsfelder.

Wenn das alles umgesetzt worden wäre, hätte es eine Ansichtskarte, aber kein Wappen ergeben, meint Lipp. Nachdem der Kreisheimatpfleger erläutert hatte, nach welchen Grundsätzen ein Wappen gestaltet wird, war man sich bald einig, dass es einfach und trotzdem originell, inhaltlich treffend und heraldisch richtig sein sollte.

Aus den sechs Vorschlägen des Heimatpflegers wurden beim Treffen am 21. August keiner ausgewählt, sondern man hat Elemente aus zwei verschiedenen miteinander verbunden. So ergab sich das jetzige Wappen, das in heraldisch korrekter Sprache so zu beschreiben ist: "In Gold ein rund gemauerter blauer Brunnen, schräg bedeckt von einem roten, im Bereich des Brunnens silbernen Speer. Oben eine blaue Flachsblüte." Dieser Vorschlag fand in der Runde allgemeine Zustimmung.

Bei der Feier am Sonntag zum Abschluss der Dorferneuerung soll dieses Wappen nun offiziell präsentiert werden. Was bedeuten diese Zeichen?, wird da verständlicherweise gefragt werden. Der Brunnen stammt natürlich aus dem Ortsnamen. Dessen vorderen Teil symbolisiert der Speer. Er soll auf einen gewissen Kotto verweisen, den unbekannten Dorfgründer, der sicher ein Franke war. Deshalb ist der Speer auch in den fränkischen Farben gehalten. Die Leinblüte ist ein ungewöhnliches Symbol. Sie verweist auf den früheren Flachsanbau bei Kottenbrunn; das Gelb des Untergrunds symbolisiert die Getreidefelder um das Dorf.

Insgesamt hat der Ort nun ein Zeichen, das laut Günter Lippseinen Namen und die Landwirtschaft wiedergibt, die hier betrieben wurde. Dass Kottenbrunn ein Bauerndorf war, sieht man ihm von der Dorfstruktur her noch heute an. "So dürften am Sonntag sowohl das Amt für Landwirtschaft wie die Einwohner das neue Ortswappen als gelungenen Schlusspunkt der Dorferneuerung betrachten", so der Kreisheimatpfleger.

Zum Fest am Sonntag: Zum Abschluss der Flurneuordnung und Dorferneuerung Kottenbrunn haben die Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung in Kottenbrunn und die Stadt Königsberg den Dorfplatz neu gestaltet und einen Dorfbrunnen an historischer Stelle neu errichtet. Das Fest beginnt am Sonntag, 29. September, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Dorfplatz. Der Pfarrer Dieter Grimm segnet den Dorfbrunnen. Es folgen Grußworte. red

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