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Burggrub
Geschichte

"Wappen der Herren von Würtzburg zu Mitwitz" ist gerettet

Bei Abbrucharbeiten auf dem Grundstück von Kurt Wöhner nahe der evangelischen Laurentiuskirche Burggrub wurde vor geraumer Zeit ein Sandsteinrelikt mit kaum identifizierbarem Relief entdeckt. Ortshist...
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Willi Bischoff und Kurt Wöhner freuen sich über die gelungene Aktion zur Rettung des historischen Wappensteines  Foto: pr
Willi Bischoff und Kurt Wöhner freuen sich über die gelungene Aktion zur Rettung des historischen Wappensteines Foto: pr

Bei Abbrucharbeiten auf dem Grundstück von Kurt Wöhner nahe der evangelischen Laurentiuskirche Burggrub wurde vor geraumer Zeit ein Sandsteinrelikt mit kaum identifizierbarem Relief entdeckt. Ortshistoriker Willi Bischoff nahm sich alsbald der Sache an und konnte nach einer mühsamen Säuberungsaktion zwei figurenähnliche "Gestalten" erahnen. Erst bei genauem Hinsehen kristallisierte sich ein Rost und der Kopf eines Mannes mit Bart und Zipfelmütze mit Stern heraus.

Mit fachlicher Unterstützung durch den engagierten Kreisheimatpfleger Dieter Lau aus Küps konnte das Rätsel des Burggruber Wappensteines gelöst werden: Der Rost ist das Attribut des heiligen Laurentius, und das sogenannte Heidenmännlein stellt das Wappen der Herren von Würtzburg zu Mitwitz dar. Diese waren ab dem Jahr 1575 nicht nur in Mitwitz, sondern auch in Burggrub Patronatsherren der um 1567 evangelisch gewordenen Kirchen. Insofern zeigt der zunächst rätselhafte Wappenstein die enge Verbundenheit des Mitwitzer Adelsgeschlechtes mit der Burggruber Laurentiuskirche, die übrigens bis 1482 Filialkirche von Mitwitz war und erst in jenem Jahr unter den Herren von Rosenau zur selbstständigen Pfarrei erhoben wurde.

Außergewöhnlich

Nachdem Willi Bischoff die historische Bedeutung des außergewöhnlichen Fundes erkannt hatte, galt es nun Nägel mit Köpfen zu machen. So ließ er den in die Jahre gekommenen Stein von der Firma Frank Fiedler aus Hüttengrund sorgsam bearbeiten und restaurieren. Anschließend dauerte es nicht lange, bis ein geeigneter Platz für den Wappenstein in einer Nische am Mauerwerk der Laurentiuskirche gefunden wurde. Hier konnte er mit freundlicher Zustimmung des evangelischen Pfarrers Michael Foltin platziert werden. Eine kleine Texttafel in der Nähe des Steines, informiert nun über den Hintergrund des äußerst seltenen Steinreliktes, dessen Alter allerdings immer noch ungeklärt ist. Dankenswerterweise haben sowohl die Kirchengemeinde Burggrub, die Gemeinde Stockheim und der Kapellenbauverein Burggrub mit jeweils einem Zuschuss die Rettung des Burggruber Wappensteines ermöglicht. red