Bad Staffelstein

Wann sind Schüler alt genug für Unterricht mit Touchscreen und Whiteboard?

Matthias Einwag Winfried Ernst (FW) nutzte die Stadtratssitzung, um sich über den Sachstand der Digitalisierung in der Adam-Riese-Schule zu erkundigen. Er sagte, seiner Fraktion sei zugetragen worden,...
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Eine Schülerin des Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasiums beim Arbeiten an einem Whiteboard. Foto: Marco Meißner
Eine Schülerin des Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasiums beim Arbeiten an einem Whiteboard. Foto: Marco Meißner

Matthias Einwag Winfried Ernst (FW) nutzte die Stadtratssitzung, um sich über den Sachstand der Digitalisierung in der Adam-Riese-Schule zu erkundigen. Er sagte, seiner Fraktion sei zugetragen worden, dass die Lehrer nicht damit einverstanden seien, bei den Erst-, Zweit- und Drittklässer digitale Unterrichtsmittel einzusetzen. Er halte es für übertrieben, Abc-Schützen mit Touchscreens auszustatten. Man müsse nicht gleich die ganze Schule digitalisieren, sondern sollte kleine Kinder langsam an diese Technologien heranführen. Bärbel Köcheler (FW): "Ich finde es nicht sinnvoll, wenn Sechsjährige überdigitalisiert unterrichtet werden." Außerdem werde dieses System an höheren Schulen gar nicht mehr angewandt. Auch Hans Bramann (FW) sprach davon, dass sich Grundschullehrerinnen und - lehrer beklagt hätten, bei der Entscheidung der Einführung von Whiteboards sei "über ihren Kopf hinweg entschieden worden".

Konkret geht es um die Installation von Whiteboards in den Klassenzimmern während der Generalsanierung. Diese Unterrichtsmittel werden vom Bund im Zuge des Digitalpakts zu 90 Prozent gefördert. Ein Whiteboard ist eine weiße, mit speziellen Filzstiften beschreibbare Tafel, die durch eine Computer-Beamer-Einheit ergänzt wird.

Konzept ist von Lehrern erstellt

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) relativierte diese Meinungsbeiträge der Freien Wähler: Der Digitalpakt treffe rein zufällig mit der parallel laufenden Generalsanierung der Schule zusammen. Eine aus Lehrern bestehende Steuerungsgruppe habe das pädagogische Konzept ausgearbeitet, wobei sich die Stadtverwaltung inhaltlich herausgehalten habe. Dieses Konzept, das im Ermessen der Schule liege, umfasse den Einbau der neuen Tafeln (Whiteboards) und zugleich die Beibehaltung von fünf fahrbaren Schiefertafeln, die jeder Lehrer nach eigenem Dafürhalten vor die Whiteboards schieben könne. Jeder Lehrer könne entscheiden, ob er mit Kreide an die grüne Tafel schreiben oder das Whiteboard nutzen möchte. Zudem hätten sich die Mitglieder der Steuerungsgruppe für die Anschaffung berührungssensitiver Bildschirme (Touchscreens) ausgesprochen.

In der Diskussion sagte Werner Freitag (SBUN), er plädiere für die Ausrüstung der Adam-Riese-Schule mit modernster Technik: "Es geht um die digitale Kompetenz unserer Kinder." Kämmerin Annette Ramer meldete sich zu Wort und sagte, die Schule habe angefragt, wann sie endlich mit den modernen Tafeln ausgestattet werde. Stadtrat Christian Ziegler (JB) nutzte die modernen Medien, um Informationen zu gewinnen: Er befragte per SMS eine Lehrkraft der Adam-Riese-Schule, ob die Ablehnung der Whiteboards so groß sei wie von den Freien Wählern angedeutet. Dem sei nicht so, erhielt er zur Antwort.

Schulleiterin Astrid Balzar erklärte auf Anfrage der Redaktion, dass sich die fünfköpfige Steuerungsgruppe seit 2018 die digitale Ausstattung in mehreren Schulen angesehen hat. Vor- und Nachteile seien sorgfältig abgewogen worden. Daraufhin hätten sich die Grund- und Mittelschullehrer der Steuerungsgruppe für die Anschaffung dieser digitalen Systeme entschieden. Astrid Balzar: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht - aber man muss heute dieses Angebot haben." Sie sei zudem überzeugt davon, dass ihre Kollegen in der Lage sind, diese Unterrichtsmittel kindgerecht und fachlich kompetent einzusetzen.

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