Wallenfels

Wallenfels kann kräftig investieren

Die Unternehmen stützen ihre Stadt durch sprudelnde Gewerbesteuern. Und auch der Staat überweist viel Geld, mit dem Wallenfels die Stadtsanierung und zugleich den Schuldenabbau vorantreiben kann.
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Die ehemalige Bäckerei Becker in der Schützenstraße soll bald abgerissen werden.  Foto: privat
Die ehemalige Bäckerei Becker in der Schützenstraße soll bald abgerissen werden. Foto: privat

Wallenfels  —  "Der Haushalt ist grundsolide und mit einem Volumen von über zehn Millionen Euro ein weiterer wichtiger Schritt in der Strategie dieses Stadtrates, die in drei Worten zusammengefasst lautet: Sanierung, Modernisierung und Konsolidierung." Gegenüber dem Vorjahr ist es eine Steigerung von 22 Prozent, erklärte Bürgermeister Jens Korn in der jüngsten Sitzung des Wallenfelser Stadtrates. Der Verwaltungshaushalt beträgt 6,3 Millionen Euro (plus 18 Prozent), der Vermögenshaushalt wächst um gut ein Drittel von 2,9 auf 3,87 Millionen Euro.

"Besonders erfreulich ist die Entwicklung unserer Einnahmensituation", freute sich der Rathauschef. Bei Steuern und Zuweisungen kann ein Plus von 840 000 Euro eingeplant werden. So steigen die Schlüsselzuweisungen um über 400 000 Euro auf 1,3 Millionen Euro.

Auch die Gewerbesteuer hat wieder deutlich angezogen. "Wir rechnen heuer nach einer konservativen Schätzung mit einer Million Euro, 350 000 Euro mehr als im Vorjahr. Dabei zeigt sich der Trend der Gewerbesteuer als stabil.

Unsere Stadt ist Heimat für viele gute und vor allem auch leistungsfähige Unternehmen", betonte das Stadtoberhaupt. "Wir sind wirtschaftlich breit aufgestellt, das macht uns weniger anfällig für Krisen." Dieser Beitrag der Unternehmer sei ein Grund, auch einmal Danke zu sagen.

Diese äußerst positive Einnahmesituation gipfelt in einem in der Geschichte der Stadt Wallenfels wahrscheinlich einmaligen Betrag von 1,085 Millionen Euro Zuführung an den Vermögenshaushalt. Nach Abzug der ordentlichen Tilgung verbleibt eine freie Spitze von 777 000 Euro.

Mit dem Geld wird etwas nach dem Motto "Sanieren und modernisieren" geleistet. Für die Stadtsanierung und die Belebung des Marktplatzes sind 550 000 Euro eingeplant. Damit wird das Gebäude Marktplatz 4 - die ehemalige Drogerie Becker - umgestaltet werden. Heuer wird der Erwerb der ehemaligen Schmidtbank haushaltsrelevant. Bald wird das Gebäude Schützenstraße 7 - ehemalige Bäckerei Becker - abgerissen. Den Zuschlag erhielt die Firma Reuther aus Wallenfels. 450 000 Euro sind für die Sanierung der Turnhalle vorgesehen, der größte Teil im Rahmen des Förderprogramms KIP.

Dorferneuerung geht weiter

In den Ortsteilen schreitet die Dorferneuerung voran. Für die Sanierung des Alten Schulhauses Wolfersgrün sind 500 000 Euro eingeplant. Das Kirchenumfeld Neuengrün wird mit 200 000 Euro restfinanziert. Im vergangenen Jahr wurde die Anschaffung eines TSF für die Feuerwehr Neuengrün beschlossen. Für die Sanierung der Oststraße nach Geuser sind 300 000 Euro eingestellt.

"Im gleichen Maße, wie wir sanieren und modernisieren, konsolidieren wir auch", machte Bürgermeister Jens Korn deutlich. "Unser Schuldenstand wird am Ende des Jahres zum ersten Mal seit 2002, also seit 17 Jahren, unter sechs Millionen Euro liegen, nämlich bei 5,9 Millionen Euro." Seit dem Höchststand von 2012 mit 7,6 Millionen Euro Schulden wurden diese um 1,7 Millionen verringert.

Schuldenabbau bei gleichzeitig kräftigen Investitionen ist nur möglich aufgrund der positiven Entwicklung der Steuereinnahmen und der Unterstützung durch den Freistaat Bayern. Schlüsselzuweisungen und Stabilisierungshilfen von 458 000 Euro sind eine enorme Förderquote. "Von den 3,1 Millionen Euro, die wir investieren, kommen 1,98 Millionen oder 63 Prozent vom Freistaat Bayern." Dies wurde vom Stadtratsgremium ausdrücklich gewürdigt. Natürlich werde es in spätestens zwei Jahren niedrigere Schlüsselzuweisungen geben. Einstimmig wurde der Haushalt für 2019 beschlossen. Ebenso wurde die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungsgesetzes einstimmig beschlossen.

Ausdrücklich bedankte sich Bürgermeister Jens Korn für den Geist, der im gesamten Stadtrat herrscht. Jeder habe das Ganze im Auge. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung täten ihr Übriges.

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