Forchheim

Walker ist eine Sensation

Am Rand des Forchheimer Kellerwalds hat Carsten Schlegel den marmorierten Käfer gefunden, für den es in Bayern nur ganz wenige Nachweise gibt. Auch in Hausen wurde er gesichtet.
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An den kleineren Fühlern erkennt man die Weibchen des "Türkischen Maikäfers", wie der Walker noch genannt wird. Foto: Carsten Schlegel
An den kleineren Fühlern erkennt man die Weibchen des "Türkischen Maikäfers", wie der Walker noch genannt wird. Foto: Carsten Schlegel

Eine echte Rarität flog Carsten Schlegel, Fachbetreuer für Biologie am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim, jetzt am Rand des Forchheimer Kellerwaldes vor die Füße: ein Walker. Für den schwarz-weiß marmorierten Käfer liegen bayernweit nur ganz wenige Nachweise vor.

Diese beschränken sich auf Einzelfunde bei Kelheim, Alzenau, Erlangen und Bamberg. Ansonsten gibt es nur noch ein Vorkommen um Nürnberg.

Der dortige Schwerpunkt erklärt sich aus den Lebensraumansprüchen des Käfers, der an sandige Böden und Kiefern gebunden ist, von deren Nadeln er sich hauptsächlich ernährt. So passt der jetzige Fund auch gut in die "Sandachse" entlang der Rednitz/Regnitz und schließt die Lücke zwischen Erlangen und Bamberg.

Aber es kommt noch besser: Ebenfalls jetzt im Juli entdeckte Matthias Kist ein weiteres Exemplar des seltenen Großkäfers in seinem Garten in Hausen, nachdem er beziehungsweise sein Sohn Raul bereits 2017 die Überreste von zwei Weibchen gefunden hatten.

Damit zeichnet sich die Regnitzschiene als regelrechte "Walker-Achse" noch klarer ab. Die Käfer fliegen nur kurz, nämlich zwischen Juni und Ende Juli, und zwar in den späten Abendstunden. Zuvor haben sie drei bis vier Jahre als Larven im Boden verbracht.

Schon bald nach der Begattung bohren sich die Weibchen in den Boden und legen ihre Eier ab. Damit geht dann das kurze Leben als Vollinsekt auch schon wieder zu Ende, der Käfer stirbt.

Auch bei den aktuellen Funden handelte es sich um Weibchen, wohl nach der Eiablage. Walker können auf ähnliche Weise wie Heuschrecken Geräusche erzeugen, allerdings kein Zirpen, sondern ein Quietschen. In alten Berichten ist zu lesen, dass auf ein Klopfen an den Baumstamm hin das Quietschen der Walker aus den Kronen zu vernehmen war. red

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