Rödental

Walfried Treuter freut sich auf den 90.

Morgen, am Sonntag, wird Walfried Treuter 90 Jahre alt. Seinen Ehrentag möchte der gebürtige Einberger gerne mit seinen Weggefährten feiern, dort, wo er Jahrzehnte seine Freizeit verbrachte und sich w...
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Walfried Treuter freut sich auf den Sonntag, denn dann feiert er seinen 90. Geburtstag beim VfB Einberg mit seinen Weggefährten und Sportfreunden.  Foto: Manja von Nida
Walfried Treuter freut sich auf den Sonntag, denn dann feiert er seinen 90. Geburtstag beim VfB Einberg mit seinen Weggefährten und Sportfreunden. Foto: Manja von Nida

Morgen, am Sonntag, wird Walfried Treuter 90 Jahre alt. Seinen Ehrentag möchte der gebürtige Einberger gerne mit seinen Weggefährten feiern, dort, wo er Jahrzehnte seine Freizeit verbrachte und sich wohlfühlte: beim VfB Einberg! Ab 10 Uhr lädt das Geburtstagskind ins Sportheim ein und möchte seinen "Runden" mit allen zusammen feiern.

"90 Jahre zu werden, das geht ganz einfach: Man muss die Leute nur genug ärgern. Nein, das ist Spaß, aber ich war mir sicher, dass ich so alt werde", sagt Walfried Treuter verschmitzt. "Ich bin ja ein gebürtiger Einberger und bin das auch so lange geblieben, bis ich mit meiner Frau Magdalene hierher in die Curanum-Seniorenresidenz einzog."

Am 9. September 1928 wurde Walfried Treuter in Einberg geboren und wuchs mit drei Brüdern und einer Schwester auf. Dass der Jubilar diesen seltenen,

altdeutschen Vornamen trägt, hat er übrigens seiner Patin zu verdanken. "Die hat den Namen ausgesucht, das war früher so."

Die Eltern hatten eine Zeitlang die Gastwirtschaft "Weißer Hirsch" und später arbeitete der Vater im Annawerk. Walfried Treuter besuchte die Einberger Schule. "Das ist hier die älteste Schule. Damals mussten die Kinder alle hierherkommen. Später waren ich und meine Frau an meiner Schule über 25 Jahre bis zum Ruhestand das Hausmeisterehepaar." Als das Ehepaar Treuter in seine Rödentaler

Seniorenresidenz einzog, war der Jubilar freudig überrascht, ein ehemaliges Schulkind seiner Schule als Rezeptions-Empfangsdame anzutreffen.

Walfried Treuter wollte Kfz-Schlosser werden. Allerdings riss ihn der Krieg aus der Ausbildung heraus. Als 16-Jähriger musste er zum Arbeitsdienst nach Norddeutschland und kam in britische Kriegsgefangenschaft. "An meinem 17. Geburtstag, am 9. 9. 45, kam ich heim. Dann wollte ich weiterlernen, aber die Firma ,Schamberger & Co‘, wo ich anfing zu lernen, war im Bombenhagel gefallen. So arbeitete ich, wo es Arbeit gab." Bei einem Kollegen, der ein Fuhrgeschäft hatte, war er Fahrer und später dann Fern- und Busfahrer.

1952 heiratete er sein "Einberger Mädel Magdalene", das er zuvor beim Tanz kennengelernt hatte. Letztes Jahr feierte das Paar seine Eiserne Hochzeit. "Meine Frau hat genäht und war eine sehr gute Hausfrau", erzählt Senior Treuter. Zur Familie gehören Sohn Edwin und Tochter Karin und ein Enkelkind.

Treuters Freizeit gehörte schon immer dem Sport. Mit dem VfB Einberg ist der Jubilar mitgewachsen, früher als aktiver Fußballer und Leichtathlet und

später über zehn Jahre als Vereinsvorstand. Er leitete den Rödentaler Sportverband und engagierte sich zudem beim Gesangverein, beim Obst- und Gartenbauverein, bei der Wasserwacht und bei der Kampfrichtergemeinschaft.

Die Stadt Rödental würdigte sein Vereins-Engagement mit der silbernen Stadtplakette, der BLSV mit der Ehrennadel in Bronze und der Leichtathletikverband mit einer silbernen.

In Tirol machte Familie Treuter gerne Urlaub. "Früher habe ich das ja beruflich auch noch gemacht und die Leute mit dem Bus durch die Gegend geschaukelt, heute lasse ich mich im Bus fahren." Ein bisschen wehmütig war dem Jubilar schon, dass er heuer mit seinem VfB nicht mit zum Ausflug zur Wasserkuppe konnte. "Vielleicht klappt es ja mit 95 dann besser", scherzt das Ehrenmitglied. mvn

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