Jubiläum

Waldkindergarten Kasendorf: Wie aus einem Traum Wirklichkeit wurde

Katharina Müller-Sanke Was mit einem kleinen Traum begann, ist in Kasendorf zu einer festen Einrichtung geworden: Seit zehn Jahren besteht der Waldkindergar...
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Katharina Müller-Sanke

Was mit einem kleinen Traum begann, ist in Kasendorf zu einer festen Einrichtung geworden: Seit zehn Jahren besteht der Waldkindergarten.
"Ich habe immer von einem Ort im Wald geträumt, an dem wir die Kinder betreuen, und dann haben wir es einfach gemacht", freut sich Bettina Wirth, die den Waldkindergarten aufgebaut hat. Der Waldkindergarten ist eines der Angebote des Kindergartens Kasendorf.
Seit zehn Jahren wird dort das sogenannte "Offene Konzept" gelebt, bei dem die Kinder aus unterschiedlichen Angeboten wählen können. So haben sie auch die Möglichkeit - fast täglich - den Vormittag mit einigen Erzieherinnen im Wald zu verbringen.
Und das hat viele Vorteile. Zum Beispiel, dass die Kinder lernen, mit etwas weniger auszukommen. "Unsere Waldkinder sind tapfer, mutig, schmutzig, hungrig, abgehärtet, interessiert, ausdauernd, ins Spiel vertieft, gesund und glücklich. Und was wollen wir als Eltern und Erzieher mehr?" Bettina Wirth ist zu Recht stolz auf das, was in den 10 Jahren hier im Wald passiert ist und wo der Kindergarten heute steht.
Die Kinder lernen im Wald zu schnitzen und eine Verbindung mit der Natur aufzubauen. Sich über mehrere Stunden draußen aufzuhalten, ist für sie völlig normal. Das stärkt das Immunsystem und regt die Kreativität an. Mit der richtigen Kleidung und genug Proviant haben die Kinder alles, was es für einen fröhlichen Vormittag im Wald braucht.
"Einer unserer Unterstützer von der ersten Minute an war Förster Peter Nützel. Er hat mir diesen Wald gezeigt und stand uns immer beratend zur Seite. Die Pfründestiftung der evangelischen Kirche hat uns erlaubt, den Wald hier zu nutzen - auch das ist nicht selbstverständlich." Bettina Wirth bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern.
Und dann geht's weiter. Denn das Rahmenprogramm ist so groß wie der Wald Beschäftigungsmöglichkeiten bietet.
Peter Müller, der Vereinsvorsitzende des Jägervereins Kulmbach, klärte über Wildtiere und Hornsignale auf, Christa Bialas-Müller ließ dazu die passenden Signale auf dem Horn erklingen. Ingo Oberhäuser, der ebenfalls Jäger ist, führte vor, wie sein Hund eine Fährte liest. Imker Heinrich Witzgall aus Stadtsteinach berichtete von der Rolle der Bienen im Wald, Susanne Noe erzählte in ihrer Station Märchen und vieles mehr.
Und auch die ohnehin vorhandenen Stationen im Waldkindergarten sind eine Attraktion: Eine Murmelbahn aus Baumrinde durch die ein Schneckenhaus rollt haben die Kinder gebaut. Ein kleiner Hügel dient als ganzjähriger Schlittenhang - im Winter mit Schnee - im Sommer wird auf Matsch gerutscht. Der Bachlauf daneben sorgt für ein perfektes Wasserspielareal. Die Kinder hier strahlen.
Sogar schon Unter-Dreijährige kommen gerne mit in den Wald! Johannes zum Beispiel ist drei und schon lange ein richtiger Wald-Fan. Wenn Bettina morgens durch die Einrichtung geht und fragt, wer denn heute Lust hätte, dann gehört Johannes oft zu den Kindern, die "ich" schreien und schon gleich ihre Matschsachen anziehen.
Im Wald wird wie im "festen" Kindergarten auch Morgenkreis gemacht, gesungen, gespielt. Für ihre Brotzeit haben die Kinder hier einen Bauwagen stehen. Der Wald lässt keine Wünsche offen.
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