Steinbach am Wald
Masterplan

Waldbesitzer fordern Soforthilfe

Die Waldbesitzvereinigung (WBV) Rennsteig e.V. hat in einer Pressemitteilung Stellung bezogen zu dem angekündigten Masterplan für Deutschlands Wälder, die unter der extremen Trockenheit leiden. "Derze...
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Die Waldbesitzvereinigung (WBV) Rennsteig e.V. hat in einer Pressemitteilung Stellung bezogen zu dem angekündigten Masterplan für Deutschlands Wälder, die unter der extremen Trockenheit leiden. "Derzeit befinden wir uns wieder in einer ähnlichen Situation wie vor 400 Jahren, als damals der gesamte Frankenwald brannte. Die Köhler waren am Werk und haben die damaligen Urwälder zu Holzkohle verarbeitet. Zu jener Zeit wurde der Gedanke der Nachhaltigkeit geboren", teilt die WBV mit. Heute, im August 2019, breite sich wieder ein Flächenbrand über die gleichen Regionen und Gebirgszüge wie damals aus.

Rasante Vernichtung

Ausgelöst durch unheimliche Trockenheit habe sich die Familie der Borkenkäfer explosionsartig vermehren können. Diese kleinen Käfer vernichteten in rasender Geschwindigkeit unaufhaltsam das gesamte Kapital aller Waldbesitzer, wenn nicht sofort und unverzüglich gehandelt werde.

"Im Kampf gegen den Borkenkäfer brauchen wir im Augenblick keine Zukunftsphilosophien, sondern sofort und unverzüglich finanzielle Unterstützung für die WBVen, betont die Waldbesitzvereinigung Rennsteig. "Wir benötigen Geld, um die Einschlagsunternehmen zu bezahlen, damit diese bereit sind, weiter für uns zu arbeiten. Damit die befallenen Bäume zügig und zeitnah aus den Beständen verbracht werden können, bzw. die von diesen ausgehende Gefahr für den umliegenden Bestand gebannt wird. Das muss gewährleistet sein, wenngleich ein sofortiger Verkauf und damit die Gegenfinanzierung der Aufarbeitungsmaßnahmen und der folgenden Deckungsbeiträge- nicht möglich ist!"

Das gleiche gelte auch für die privaten Waldbesitzer, damit auch sie bei den schlechten Holzpreisen motiviert sind, den Kampf gegen den Käfer selbstständig fortzuführen, um ihre Bestände zu schützen. Das müsse sehr schnell gehen, jeder Tag zähle. Ebenso benötigen man Mittel, um sowohl die Holzpolter als auch das Restholz schnellstmöglich zu schälen, zu hacken oder zu begiften.

Vorrang für heimische Hölzer

Die nächste politische Herausforderung sei, dafür zu sorgen, dass die Sägeindustrie vorrangig die heimischen Hölzer verarbeitet. Wenn diese nicht abfließen und nicht vermarktet werden können, fehlten wiederum den WBVen der Cashflow, um ihr Personal, das wegen des stark vergrößerten Arbeitsvolumens aufgestockt werden musste, zu entlohnen. Diese Sofortmaßnahmen seien die allerersten Schritte, bevor man sich über die Zukunftsphilosophie im Masterplan unterhalten muss.

"Mittelfristig dürfen wir eine zeitnahe Wiederaufforstung nicht aus den Augen verlieren. Auch hier ist wieder die Allgemeinheit gefragt. Es muss eine gesellschaftliche Aufgabe sein (d. h. Vollfinanzierung), um eine neue klimatolerante Waldgeneration mit all seinen Schutzfunktionen aufzubauen!", appelliert die Waldbesitzvereinigung Rennsteig an die Politik. red

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