Hochstadt am Main
50-Jahr-Feier

"Waldbauern erzeugen ein Produkt, nach dem die Welt schreit"

Zusammenhalt ist für Jörg Emmert, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfrankens (FVO), das A und O, wenn es um Waldbewirtschaftung geht. Aus gutem Grund, wie der Experte von der D...
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Die WBV Lichtenfels-Staffelstein ernannte Herrmann Zollnhofer und Bernd Hofmann zu Ehrenmitgliedern.  Foto: Stephan Stöckel
Die WBV Lichtenfels-Staffelstein ernannte Herrmann Zollnhofer und Bernd Hofmann zu Ehrenmitgliedern. Foto: Stephan Stöckel

Zusammenhalt ist für Jörg Emmert, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfrankens (FVO), das A und O, wenn es um Waldbewirtschaftung geht. Aus gutem Grund, wie der Experte von der Dachorganisation bei der 50-Jahr-Feier der Waldbesitzervereinigung (WBV) Lichtenfels-Staffelstein am Freitagabend in der Hochstadter Katzogelhalle hervorhob: "Wir haben zwar zwei Millionen Waldbesitzer, aber nur acht Sägewerksbetriebe, die 70 Prozent der Holzmenge vermarkten."

Allein zu schwach

Ein einzelner Waldbauer sei viel zu schwach, um gegen diese Marktmacht anzukämpfen - das weiß auch Bernd Hofmann aus dem Ebensfelder Ortsteil Unterneuses. "Die würden uns um den Finger wickeln, hätten wir nicht die WBV mit ihrem geschulten Fachpersonal", sagte das frischgebackene Ehrenmitglied. Der 71-Jährige hält seit 45 Jahren der Vereinigung die Treue. "Wir haben es nicht für uns gemacht, sondern zum Wohle aller Mitglieder", sprach der Waldbauer allen Geehrten aus der Seele.

Eine Art Selbsthilfeorganisation

1972 hatte er von seinem Vater Johann das Amt des Ortsobmanns in Unterneuses und Niederau übernommen. Viele Jahre war er Beirat und zweiter Vorsitzender. "Er konnte auch einiges bewegen - besonders beim Biomasse -Heizkraftwerk Bad Staffelstein", strich Vorsitzender Robert Hümmer hervor. Roland Hofmann aus Schney (Holzmesswart), Reinhold Roß aus Fesselsdorf (Kassier von 1992 bis 2019), Robert Wilm aus Obersdorf (Schriftführer von 2003 bis 2019) und Hermann Zollnhofer (Waldwart) wurden ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Ehre wurde auch Forstdirektor Oliver Kröner zuteil, der von 2005 bis 2019 den Bereich Forst am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) geleitet hatte und seit kurzem das AELF in Bad Neustadt an der Saale leitet. "Ihre WBV übernimmt als Selbsthilfeeinrichtung der Waldbesitzer eine ganz zentrale Funktion bei der Verbesserung der Bewirtschaftung der angeschlossenen Waldflächen und zur Überwindung der vorhandenen Strukturnachteile", bescheinigte Ministerialrat Gunther Ohrner vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dem Geburtstagskind.

Borkenkäfer und andere Probleme

Die Waldbesitzervereinigungen sind für ihn Multiplikatoren und Fortbildungsdienstleister für die Waldbesitzer und beim klimabedingten Waldumbau ein wichtiger Kooperationspartner für das Ministerium. Vom Borkenkäferbefall über die Trockenheit bis hin zum Eschentriebsterben - der Redner zählte die Probleme auf, mit denen die Forstwirtschaft zu kämpfen hat. Anhand von Förderprogrammen ("Acht-Punkte-Programm zur Zukunft für Bayerns Wälder") zeigte der Gast aus München auf, dass die Politik die Waldbauern nicht im Regen stehen lasse. Nur im Schulterschluss zwischen Forstverwaltung und Waldbesitzern könne man die aktuellen Herausforderungen meistern. An die Waldbauern appellierte Ohrner, den Mut nicht zu verlieren: "Schließlich spielt Wald auch weiterhin für Sie und die gesamte Gesellschaft eine wichtige Rochstoff-, Einkommens- und Gemeinwohlfunktion."

Holzbedarf steigt

Optimismus verbreitete auch Vorsitzender Robert Hümmer. Mit Blick auf den in den vergangenen 30 Jahren um 300 Millionen Kubikmeter gestiegenen globalen Holzbedarf gelangte er zu der Erkenntnis: "Die Waldbesitzer erzeugen ein Produkt, nach dem die Welt schreit."

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