Ludwigsstadt

Waldbauer und begnadeter Künstler

In Ludwigsstadt wurde die Ewald-Müller-Stube eröffnet. Sie zeigt Bilder, Grafiken, Reliefs, Holzschnitzarbeiten und andere Objekte.
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Der Heimatkünstler Ewald Müller und ein Teil seiner Schieferkrippe "Heilige Nacht im thüringisch-fränkischen Schiefergebirge" Repro: Gerd Fleischmann
Der Heimatkünstler Ewald Müller und ein Teil seiner Schieferkrippe "Heilige Nacht im thüringisch-fränkischen Schiefergebirge" Repro: Gerd Fleischmann
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Im Kranz der Veranstaltungen anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Ludwigsstadt nimmt die Eröffnung der Ewald-Müller-Stube mit Exponaten des bekannten Heimatkünstlers einen hohen Stellenwert ein. Schließlich hat der Lauenhainer Heimatkundler Ewald Müller (1933-1995) mit seinem unermüdlichen Schaffen insbesondere den Norden des Landkreises Kronach geprägt.

Das Gütesiegel "EM"

Die zwei Buchstaben "EM" sind für viele ein bekanntes Monogramm auf Bildern, Grafiken, Reliefs, Holzschnitzarbeiten und vielen anderen Objekten. Vor allem sind sie ein Gütesiegel für die "etwas andere" künstlerische Arbeit eines vielseitigen Menschen, der sich selbst immer nur als "Waldbauer" bezeichnet wissen wollte. Die Betreuung der Ewald-Müller-Stube obliegt seiner Schwester Edith Welsch und ihrem Mann Richard.

Mit vielen Talenten gesegnet

Ewald Müller war ein begnadeter Autodidakt, denn sein künstlerisches Schaffen weist eine Talentbreite auf, die sehr selten ist. Dieses Können machte ihn weit über die Grenzen Ludwigsstadts hinaus zum anerkannten und geachteten Künstler. Er war Zeichner und Maler in verschiedenen Techniken. Seine Bilder zieren Wohnungen, Dienstzimmer und Museen. Seine Motive hat er zum größten Teil der Natur und der Geschichte seiner weiteren Heimat entliehen.

Der andere Zweig seines Schaffens ist der bildenden Kunst zuzurechnen. Der Ludwigsstädter Marktbrunnen mit Darstellungen der Stadtgeschichte, der Lauenhainer Schulbrunnen sowie die Gestaltung historischer Gedenkmedaillen sind einige bekannte Arbeiten aus dieser Sparte. Natürlich versuchte er sich auch in der Gestaltung von Stein. Sein Schieferrelief "Der Schieferbergbau", das sich im Schiefermuseum Ludwigsstadt befindet, ist ein Zeugnis seines Ideenreichtums.

Heimatforschung bereichert

Größtes Interesse brachte Ewald Müller der Geschichte seiner Heimat und seines bäuerlichen Berufes entgegen. Was er hier an mittlerweile weitgehend verlorenem Wissen über alte Arbeitsmethoden, Geräte und Werkzeuge erhalten hat, ist für die Heimatforschung von unschätzbarem Wert. Die Wiederbelebung heimischer Trachten zählt ebenfalls zu seinen Aktivitäten.

Authentische Weihnachtskrippe

Von besonderer Strahlkraft ist vor allem die "Weihnachtskrippe im Schiefergebirge". In einmaliger Art und Weise hat der Laienkünstler die Weihnachtsgeschichte mit dem harten Leben der Schieferbrucharbeiter, Tafel- und Griffelmacher verknüpft. Man sieht es den in grober Technik geschnitzten Figuren an, dass sie von jemandem geschaffen wurden, der tatsächlich wusste, wie gearbeitet wurde und wie mühsam die Arbeit oft war.

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