Kirchehrenbach
Unser Thema der Woche // Genuss

Walberla ist ein Genießerland

Genussbotschafter machen Urlaubsgästen die Region im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft. Ihr Einsatz stellt eine Qualitätsoffensive für die Region dar.
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Genussbotschafter wollen Urlaubsgästen die Einzigartigkeit der Region rund ums Walberla nahebringen. Und das mit allen Sinnen. Foto: Josef Hofbauer
Genussbotschafter wollen Urlaubsgästen die Einzigartigkeit der Region rund ums Walberla nahebringen. Und das mit allen Sinnen. Foto: Josef Hofbauer
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Josef Hofbauer Seit fünf Jahren sind Michaela Engelhardt aus Weingarts, Helmut Pfefferle aus Seidmar und Alexander Sponsel aus Kirchehrenbach offizielle Genussbotschafter. Eine Auszeichnung, auf die das Trio stolz ist, denn dieser Titel ist "immaterielles Kulturerbe der Unesco".

Erworben haben die Genussbotschafter ihr Zertifikat bei einem von der Handwerkskammer und dem Verein Genussregion Oberfranken entwickelten zweiwöchigen Ausbildungsprogramm. Unter der Leitung von Professorin Uta Hengelhaupt, die seitens der Handwerkskammer für Oberfranken das Projekt Genussregion erleben betreut hat, erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die oberfränkischen Spezialitäten, von den Bamberger Hörnla, dem Schäuferla und den Urrädla bis zum Zwetschgabaames.

Hintergrundwissen angeeignet

"Die Tipps aus der Praxis waren Gold wert", findet Michaela Engelhardt, die seit dem Seminar ihren Hefeteig über Nacht gehen lässt. "So wie wir das damals gelernt haben!".

Alexander Sponsel, gelernter Hotelfachmann und Edelbrand-Sommelier ist der jüngste Genussbotschafter Oberfrankens. "Ich wollte mir neben meiner fachlichen Qualifikation Hintergrundwissen aneignen, um auf die Bedürfnisse unserer Gäste noch individueller eingehen zu können", nennt er die Gründe für seine Fortbildung in Sachen rund um das Thema Genuss und Spezialitätenvielfalt, regionale Lebensmittel, Verkostungsmethoden, Geschichte, Brauchtum, Landeskunde, Kunst und Kultur. Fundiertes Wissen im touristischen Bereich sei für einen Gastronomen unerlässlich, findet er.

"Oberfranken ist nicht nur die Region mit der größten Brauereien-Dichte der Welt, hier gibt es auch, bezogen auf die Einwohner, die meisten Bäckereien und Metzgereien", ergänzt Helmut Pfefferle. Der Verein Genussregion Oberfranken und mit ihm die Genussbotschafter hätten es sich zur Aufgabe gemacht, diese einzigartige Vielfalt, überregional bekannt zu machen und noch mehr Gäste in das "Fränkische Genießerland rund ums Walberla" zu bringen. Übrigens: Seit vergangenem Jahr zählt diese Region zu den "hundert Genussorten Bayerns.

In diesem Zusammenhang spricht der Vorsitzende des Tourismusvereins Rund ums Walberla von einer Qualitätsoffensive. "Wir haben mehr Gasthäuser als Dörfer" unterstreicht Pfefferle, der ein Reisebüro eröffnet hat, sein Motto: "Ich plane und organisiere - Sie genießen".

Er erklärt: "Der Titel Genussbotschafter erhöht die Attraktivität der Region. Wir können nun ein ganz anderes, finanzkräftigeres Publikum ansprechen. Vorstandsmitglieder international agierender Konzerne, Lehrerverbände, Behördenvertreter und Unternehmer hätten bei ihm bereits mehrtägige Touren durch die Fränkische Schweiz gebucht. Das bringe zusätzliche Kunden für Brennereien und Gasthäuser, Burgen und Schlösser, Bäcker, Metzger, Brauer und Direktvermarkter. Wichtig dabei: "Wir müssen im Kopf und im Herzen unserer Gäste Akzente setzen", so Pfefferle. Wie das geht, haben die Genussbotschafter gelernt. Sie setzen den Urlaubsgästen beispielsweise nicht nur ein Seidla Bier vor, sondern ermuntern sie, hinzuhören, wie sich der Schaum des Gerstensaftes anhört. Ebenso erhöht bei einer Wanderung durch die Fränkische Schweiz ein Picknick unter blühenden Kirschbäumen das sinnliche Erlebnis.

Erlebnis statt trockener Info

Spaß statt trockener Information lautet das Motto der Genussbotschafter, die aus einer schier unbeschreiblichen Fülle an wunderschönen Orten, fantastischen Landschaften, geheimnisvollen Plätzen wie dem Druidenhain oder Sanspareil sowie imposanten Naturwundern und Felsformationen schöpfen können. "Hier gibt es mehr Bratwurstsorten, als in jeder anderen Region und auch Johann Georg Lahner, der Erfinder der Wiener Würstchen, stammt aus dieser Gegend. Darüber hinaus kann Oberfranken mit 318 regionalen Spezialitäten punkten. Auch an attraktiven Einkehrmöglichkeiten und kulinarischen Überraschungen mangelt es nicht.

"Es kommt darauf an, was wir daraus machen", betont Helmut Pfefferle. "Und wir müssen zusammenarbeiten", ergänzt Alexander Sponsel. Hat ein Beherbergungsbetrieb kein Zimmer frei oder hat ein Gasthaus Ruhetag, darf der Gast einen Hinweis erwarten, wo er eine Unterkunft findet oder wo er essen kann. Dafür seien die Gäste überaus dankbar. "Sie kommen wieder und bringen weitere Gäste mit", sind die Genussbotschafter überzeugt.

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