Euerdorf

W-LAN nicht für alle Jugendliche

Im September beantragte die Junge Union Saaletal W-LAN-Hotspots für die Jugend der VG Euerdorf. Ist daraus überhaupt etwas geworden?
Artikel drucken Artikel einbetten
Versorgung einfach? Der Euerdorfer Gemeinderat diskutiert am 22. November darüber, ob das Jugendzentrum an der Kirche kostenloses W-LAN bekommen soll. Foto: Steffen Standke
Versorgung einfach? Der Euerdorfer Gemeinderat diskutiert am 22. November darüber, ob das Jugendzentrum an der Kirche kostenloses W-LAN bekommen soll. Foto: Steffen Standke
+1 Bild

Steffen Standke Die Idee, einen Antrag an die vier VG-Bürgermeister zu schicken, stammt von der Jungen Union Saaletal, teilt deren Euerdorfer Vorsitzender Maximilian Schießer mit. Bei der ersten Vorstandssitzung Ende 2017 habe man überlegt, was man für die Jugend der VG tun könne. "Es sollte ein Thema sein, dass nicht allzu groß und kompliziert ist."

Die mangelhafte Versorgung mit freiem W-LAN schien als Aufgabe geeignet. Denn viele Jugendliche - insbesondere im Alter zwischen 16 und 18 Jahren - surfen laut Schießer übers Handy intensiv im Internet. Allerdings könnten sie sich oft nur Datenmengen von 500 Megabyte bis ein, maximal zwei Gigabyte monatlich leisten. Beim Musik- oder Videostreaming sei dieses Guthaben schnell aufgebraucht. Dann heiße es: teuer Volumen zubuchen oder verzichten. Frei zugängliches W-LAN in den Jugendräumen oder an zentralen Punkten der Ortsteile könnte das Problem lösen.

Bei der nächsten Sitzung dachten die JUler über das Wie ihres Vorstoßes nach. "Wir haben dann versucht, Kontakt zu den Jugendräumen aufzunehmen", sagt Maximilian Schießer. Die vorherrschende Meinung der Jugendlichen: Keiner hat freies W-LAN, alle wollten es.

Bei einem weiteren Termin Mitte August wurden den Jugendlichen die Schreiben vorgestellt, die die VG-Bürgermeister erhalten sollten. Darin wird gebeten, die Verwaltung zu beauftragen, sich nach Förderprogrammen und Standorten für "öffentlichere Hotspots, zum Beispiel am Dorfplatz oder der Mehrzweckhalle, umzusehen. Sollte die Entscheidung dagegen ausfallen, "zumindest den Standort im Jugendzentrum ernsthaft in Erwägung zu ziehen". In dicken Lettern wurde ergänzt: "Zu einem Jugendzentrum im Jahr 2018 gehören eben nicht nur Fernseher, Toilette und Strom, sondern auch ein drahtloser Internetzugang."

Schwieriger Fall Sulzthal

Nur für Sulzthal zielte der Antrag laut Schießer ausschließlich auf öffentliche Hotspots. Denn das JUZ - ein erweiterter Bauwagen - steht auf Privatgelände etwas außerhalb des Wohngebietes. Eine Versorgung mit freiem W-LAN erschien den Initiatoren dort schwierig.

In den Bürgermeister-Stuben stößt der Vorstoß offensichtlich auf Wohlwollen. Nur bei der Umsetzung sind die Gemeinderäte unterschiedlich weit. Der Auraer Rat hat Bürgermeister Thomas Hack zufolge in der Oktober-Sitzung das Thema für das Jugendhaus Am Hahn beraten. "Wir haben gesagt: Das machen wir." Die Entscheidung fiel wohl relativ leicht. Denn das ehemalige Schulhaus steht mitten im Ort. Da es früher auch zum Wohnen genutzt wurde, liegt dort im Gebäude ein Fernseh-Kabelanschluss. Darüber ließen sich Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 100 Megabit pro Sekunde realisieren, so Hack. "Wir sind dabei, mit überschaubarem Aufwand einen Router zu installieren." Auch im Schwimmbad, im Umfeld des Rathauses und eventuell an der Festhalle sei an öffentliche Hotspots gedacht.

Bei Alfred Gündling in Ramsthal war der Antrag der JU schon im September Thema - mit einhelliger Zustimmung der Gemeinderäte, berichtet der Bürgermeister. "Wir haben uns entschlossen, das gleich in die Wege zu leiten." Auch im Ramsthaler Jugendtreff liege die Leitung schon im Gebäude, mehr oder weniger nutzbar. Die Verwaltung kümmere sich nun um den Anbieter, nehme Kontakt zu ihm auf. Der Aufwand sei überschaubar. "Ich glaube nicht, dass Grabearbeiten nötig werden." Im Euerdorfer Rat wurde der Antrag noch nicht behandelt, auch wegen anderer wichtiger Themen, sagt Bürgermeisterin Patricia Schießer. Am 22. November stehe er aber auf der Tagesordnung. Eine Versorgung des Jugend-Gebäudes bei der Kirche sei nicht schwierig. "Die Hauptleitung läuft direkt daran vorbei." Allerdings beschäftigte sich der Gemeinderat schon einmal mit öffentlichem W-LAN im Außenbereich, so am Marktplatz - und lehnte es ab. Für Schießer ist die nun gewünschte W-LAN-Versorgung "eine ganz andere Geschichte". Sulzthals Ortschef August Weingart hält das W-LAN für Jugendliche für "kein allzu hoch angesiedeltes Thema, aber auch nicht vom Tisch". Im Gespräch mit Einzelnen habe er keinen gesteigerten Wunsch danach bemerkt. Eine Versorgung des Bauwagens wäre wohl schwierig: wegen der Lage, fehlender Infrastruktur und der Eigentumsverhältnisse. "Die Kosten wären wohl etwas höher anzusiedeln", sagt er.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren