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Roßfeld

Vorzügliche Waldpfleger

Die privaten Roßfelder Waldbesitzer wurden für die Nichtnutzung einzelner Bäume geehrt.
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Das Ehrungspräsent, eine Holzskulptur, überreichte Christoph Hübner an Dietmar Westhäuser (beide Bildmitte) stellvertretend für alle am Förderprogramm Teilnehmenden als eine Anerkennung für die Nichtnutzung einzelner Bäume, trotz sachgemäßer Holznutzung.  Foto: Doris Weidner
Das Ehrungspräsent, eine Holzskulptur, überreichte Christoph Hübner an Dietmar Westhäuser (beide Bildmitte) stellvertretend für alle am Förderprogramm Teilnehmenden als eine Anerkennung für die Nichtnutzung einzelner Bäume, trotz sachgemäßer Holznutzung. Foto: Doris Weidner

392 Hektar Wald bewirtschaften die privaten Roßfelder Waldbesitzer - und das in einem europäischen Schutzgebiet, das nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ausgewiesen ist.

Diese vorzügliche Pflege des Mittelwaldes wurde jetzt mit einer Auszeichnung belohnt: Mitten im Wald überreichte der Bereitschaftsleiter Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Christoph Hübner, an den Vorsitzenden der Waldkooperation Roßfeld, Dietmar Westhäuser, symbolisch eine Skulptur. Die Übergabe fand direkt vor der altehrwürdigen Eiche statt, die als 2000ster Biotopbaum im Bereich des Forstbetriebes Weitramsdorf ausgesucht wurde und in dem sich zahlreiche Spechthöhlen befinden.

Norbert Wimmer vom AELF lobte bei der Übergabe die Waldbesitzer, die bereit sind, die Biodiversität des Waldes zu erhalten, denn Biotopbäume mit Höhlen, Rissen und morschen Stellen sind wichtige Elemente für den Erhalt der Wälder.

Um eine angemessene Anzahl solcher Bäume zu erhalten, wurde vor 15 Jahren in Zusammenarbeit von Forst- und Umweltverwaltung das Vertragsnaturschutzprogramm "Wald" ins Leben gerufen. Wenn Waldbesitzer solche Biotopbäume in ihrem Wald haben, so können sie sich verpflichten, diese aus der Nutzung zu nehmen. Dafür erhalten sie - je nach Größe des Baumes - einen Betrag bis zu 195 Euro für einen Zeitraum von zwölf Jahren.

Anschlussförderung

Es sei beabsichtigt, dass nach Vertragsablauf eine Anschlussförderung stattfindet und im Optimalfall der Baum bis zu seinem natürlichen Ende im Wald verbleibt. Ebenso können stärkere, bereits abgestorbene Bäume mit 90 Euro pro Baum gefördert werden. "Auch Totholz ist ein wichtiges Element in den Wäldern und dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch einer besseren Wasserrückhaltung und der Kohlenstoffspeicherung im Boden durch Humusaufbau", so Wimmer. So wurden auf den Waldflächen der Landkreise Coburg und Lichtenfels im Verlauf der fünf vergangenen Jahre mehr als 4000 Biotopbäume und 800 Tothölzer mit mehr als 700 000 Euro gefördert. "Die meisten Waldbesitzer stehen dem Naturschutzgedanken sehr aufgeschlossen gegenüber", betonte Wimmer. Den "Höhlenbäumen" mit Bewohnern wie Spechten, Eichhörnchen oder Fledermäusen gehört die Sympathie vieler Waldbesitzer. Wenn auch 2019 durch die Massenvermehrung des Borkenkäfers die Schwerpunkte bei der Schadensbekämpfung liegen ("Der Borkenkäfer macht uns Sorgen", so Helmut Bräcklein von der Kooperationsvorstandschaft), konnten doch 800 neue Biotopbäume unter Vertrag genommen werden.

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