Bamberg

Vorsicht bei Johannisfeuern

Das Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz warnt vor großer Waldbrandgefahr.
Artikel drucken Artikel einbetten
Um die Sommersonnenwende zu feiern, wurden und werden in vielen fränkischen Gemeinden wieder mehr oder weniger große Johannisfeuer entfacht. Symbolfoto: Larissa Händel
Um die Sommersonnenwende zu feiern, wurden und werden in vielen fränkischen Gemeinden wieder mehr oder weniger große Johannisfeuer entfacht. Symbolfoto: Larissa Händel

Am 21. Juni hatte die Sonne den höchsten Stand des Jahres erreicht, die Sommersonnenwende. Traditionell werden aus diesem Anlass Ende Juni kunstvoll aufgeschichtete Holzpyramiden entzündet, ein Sonnwendfeuer brennt. Menschen sitzen gesellig zusammen, essen, trinken und genießen den schönen Sommerabend, der durch knisterndes, loderndes Feuer eine romantische Untermalung erhält. Doch Vorsicht: Es herrscht derzeit sehr große Hitze und Trockenheit, so dass sehr große bis höchste Waldbrandgefahr besteht. Es kann sehr leicht ein Vegetationsbrand entfacht werden und dieser sich auf Grund der aktuellen Bedingungen auch sehr zügig ausbreiten.

Für den Veranstalter, der hier in der Verantwortung steht, dass von "seinem" Johannisfeuer keine Gefahr ausgeht, bedeutet dies, besondere Sorgfalt walten zu lassen, und zwar nicht erst wenn das Sonnwendfeuer schon brennt, sondern bereits im Vorfeld. Dies beginnt mit der Holzauswahl. Massive Holzteile brennen schwer an und produzieren oft auch Funkenschauer. Kleinere Äste und leichte Holzteile brennen gut an, verursachen aber oft Flugfeuer - Teile, die brennend aufsteigen und von der Thermik des Feuers getragen brennend vom Wind verweht durch die Gegend segeln.

Worauf es ankommt

Die Größe eines brennenden Holzstapels beeinflusst die Intensität der Wärmestrahlung und die beiden beschriebenen Effekte. Je größer der Holzstapel, desto intensiver die Wärmestrahlung, desto heftiger die Effekte. Unter Umständen sollte der Holzstapel auf eine Größe, die mit den bereitgestellten Löschmitteln auch beherrschbar und der Umgebung angemessen ist, reduziert werden.

Zudem muss die Umgebung in die Überlegungen mit einbezogen werden: Ist brennbare Vegetation (Heu, nicht abgemähte Wiese, Getreidefeld, Buschwerk, Schonung, Wald usw.) oder sind andere brennbare Dinge im Umfeld vorhanden, sind diese weit genug entfernt? Auch das Wetter, vor allem Windrichtung und -stärke, sollten vor dem Entzünden des Feuers kritisch gewürdigt werden. Nach kritischer Betrachtung und positiver Beurteilung jedes dieser Punkte steht einer entspannten Sonnwendfeier brandschutztechnisch wenig im Weg. Die später verbliebene Glut muss beaufsichtigt beziehungsweise abgelöscht werden. Sind aber einer oder mehrere Punkte nicht sicher positiv oder eindeutig negativ beantwortet, sollten der Standort des Johannisfeuers, die Größe oder auch das Abbrennen als solches kritisch gesehen und das Johannisfeuer erst gar nicht entzündet werden. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren