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Frensdorf
Städtebauentwicklung

Vorra und Abtsdorf holen sich Impulse

Nicht nur für den Hauptort Frensdorf, auch für die Ortsteile Vorra und Abtsdorf soll ein Integriertes Städtebaurechtliches Entwicklungskonzept (Isek) entwickelt werden: Ziele sind die Verbesserung der...
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Nicht nur für den Hauptort Frensdorf, auch für die Ortsteile Vorra und Abtsdorf soll ein Integriertes Städtebaurechtliches Entwicklungskonzept (Isek) entwickelt werden: Ziele sind die Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Dörfern, mehr Aufenthaltsqualität und die Steigerung des Zusammengehörigkeitsgefühls. Die Idee kommt bei den Bewohnern von Abtsdorf und Vorra gut an: Isek Aktiv, ein Zusammenschluss von interessierten Bürgern, und  Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) freuten sich bei einer Informationsveranstaltung im Feuerwehrgerätehaus über den Besuch von 65 interessierten Gästen.

Ihnen wurde eingangs ein Musterbeispiel gelungener Städtebauentwicklung geschildert: Gemeinderat Georg Lunz aus Litzendorf und die dort tätige Stadtplanerin Edith Obrusnik berichteten über die Fortschritte, die in der Ellertalgemeinde erzielt worden sind. Statt sich immer weiter auf die grüne Wiese auszudehnen, strich Litzendorf vor einigen Jahren 20 Hektar Bauerwartungsland aus dem Flächennutzungsplan und konzentrierte sich auf die Innenentwicklung bebauter Ortsteile, in denen 17 Hektar Brachland und Leerstand aufgespürt worden sind. Hinzu kam eine aktive Bürgerbeteiligung in den Arbeitsgruppen Städtebau/Verkehr, Wirtschaft/Nahversorgung, Umwelt/Tourismus sowie Soziales/Kultur.

Das kommunale Projektmanagement, so berichtete Lunz weiter, wurde von den Bürgermeistern, der Obersten Baubehörde, den Gemeinderäten, den Lenkungs- und Arbeitsgruppen sowie dem Tourismuszentrum begleitet. Impulsprojekte seien die futuristisch anmutende Bücherei, das Bürgerhaus mit Tourismusbüro und Gruppenraum, ferner der Festplatz und die Freilegung des Ellerbaches sowie die Freizeitanlage Tanzwiesen. Weitere geglückte Projekte seien die Revitalisierung der Brauerei in Melkendorf, eine Pumptrackanlage oder der Mehrgenerationen-Wohnpark Aufsessianische Wiesen.

Staat vergibt Fördermittel

Mit staatlicher finanzieller Hilfe habe Litzendorf durch Isek einen enormen Zuwachs und Mehrwert erhalten, stellte der "grüne" Gemeinderat aus dem Ellertal fest. In Zukunft solle noch mehr der Klima- und Naturschutz in den Fokus rücken. Für förderfähige Privatinvestitionen in Höfe und Fassaden wurden in Litzendorf bis zu 15 000 Euro Zuschüsse vergeben. Davon stammen jeweils 40 Prozent aus kommunalen Finanzen und 60 Prozent vom Staat. Insgesamt seien in Litzendorf bislang über 30 Millionen Euro im Rahmen von Isek "bewegt" worden, informierte Lunz. Weitere 25 Millionen sollen in den nächsten vier Jahren hinzu kommen.

Die Förderung privater Investitionen weckte denn auch das größte Interesse unter den Zuhörern aus Vorra und Abtsdorf. Ebenso wird der Bürgerbeteiligung an der Gestaltung ihrer Wohnorte eine hohe Bedeutung beigemessen. Man freut sich darauf, dass neue und außergewöhnliche Ideen geboren und zum Teil verwirklicht werden.

Nun wünschen die Dorfbewohner Auskunft von der Gemeinde Frensdorf, wie die Ober- und Untergrenze der privaten Förderanträge definiert sind und wie lange die Bearbeitung von Anträgen dauert. Bürgermeister Kötzner verneinte die Frage, ob umlagefähige Kosten entstehen werden. Kötzner lobte den Einsatz der örtlichen Isek-Aktivgruppe. Die kommunalen Verantwortlichen haben durch die enorme Bürgerbeteiligung, gerade in den Ortsteilen Vorra und Abtsdorf erkannt, dass es den Menschen hier wichtig ist, Maßnahmen für die Zukunft begleiten zu dürfen.

Die Informationen von Georg Lunz und Stadtplanerin Edith Obrusnik motivierten die Bewohner von Abtsdorf und Vorra, ihrerseits integrierte Stadtentwicklung zu versuchen und das Beste aus den Fördermöglichkeiten zu machen. Die für Frensdorf tätige Stadtplanerin Katrin Nißlein aus Höchstadt versprach, mit großer Bereitschaft die Bürger einzubinden.