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Vorlieben und Mobilität

Informatives für Berufseinsteiger und Pendler
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Traumjob oder Notlösung? Nicht alle Azubis ergattern einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-mag
Traumjob oder Notlösung? Nicht alle Azubis ergattern einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-mag

Stadt oder Land? Gerade für Berufseinsteiger kann das eine schwierige Entscheidung sein. Dabei spielen zum Beispiel die Vorlieben und die eigene Mobilität eine Rolle, erklärt Berufsberaterin Stefanie Deutschbein auf der Webseite "abi.de" der Bundesagentur für Arbeit. Abiturienten sollten verschiedene Argumente abwägen: Wer etwa bei einem Großkonzern arbeiten möchte, findet am ehesten in der Stadt eine Anstellung.

Auf dem Land bieten sich eher Einstiegsmöglichkeiten bei den Produktionsstätten der Konzerne. Arbeitgeber auf dem Land sind in der Regel eher mittelständische Firmen. Dort können Berufseinsteiger schnell Verantwortung übernehmen und Erfahrungen sammeln, so die Expertin. Dafür müsse man auf dem Land aber eventuell längere Arbeitswege in Kauf nehmen.

Gerade neue Firmen im ländlichen Raum haben ihren Sitz oft im Gewerbegebiet. Sie seien zwar gut an große Autobahnen und Bundesstraßen angebunden, mit dem öffentlichen Nahverkehr aber eher schlecht zu erreichen. Das kann zum Beispiel für angehende Azubis oder Absolventen ohne Führerschein ein Problem sein, so Deutschbein. Es lohnt sich auf jeden Fall, bei den Kollegen nachzufragen und Fahrgemeinschaften zu bilden. Die große Mehrheit (83 Prozent) der Bewerberinnen und Bewerber, die eine betriebliche Ausbildungsstelle finden konnte, wird in ihrem Wunschberuf oder einem ihrer Wunschberufe ausgebildet.

Deutlich zufriedener

Diese Personen sind mit ihrer aktuellen beruflichen Situation deutlich zufriedener als diejenigen, die in anderen Berufen als ihren Wunschberufen ausgebildet werden. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen BA/BIBB-Bewerberbefragung 2018, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) von November 2018 bis Februar 2019 durchgeführt wurde. Unter anderem gaben Männer häufiger als Frauen an, dass ihr Ausbildungsberuf ihr Wunschberuf sei. Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bereits in früheren Jahren um eine Ausbildungsstelle beworben hatten ("Altbewerber/-innen") befanden sich seltener im Wunschberuf als Personen, die sich erstmalig bewarben. Auch konnten Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund seltener ihren Wunschberuf realisieren. Interessanterweise berichteten Studienberechtigte seltener, sich im gewünschten Ausbildungsberuf zu befinden als Bewerberinnen und Bewerber mit mittleren Abschlüssen.

Ein Grund für dieses Ergebnis könnte sein, so vermutet das Autorenteam, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene mit Studienberechtigung häufiger für Berufe mit einer starken Konkurrenzsituation interessieren, also für Berufe wie zum Beispiel Mediengestalter/-in oder Veranstaltungskaufleute, in denen es mehr Bewerberinnen und Bewerber als zur Verfügung stehende Ausbildungsplätze gibt. An der Befragung beteiligten sich rund 4400 Personen, die bei der BA als ausbildungssuchend registriert waren. Alle Bewerberinnen und Bewerber, die sich zum Befragungszeitpunkt in einer betrieblichen Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder Handwerksordnung (HwO) befanden, wurden gefragt, ob es sich bei ihrem Ausbildungsberuf um ihren Wunschberuf oder einen ihrer Wunschberufe handelt.

Die Studie steht im BIBB-Internetangebot unter : www.bibb.de/vet-repository/000003 Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet www.bibb.de/de/85311.php

Entspannt pendeln

Pendeln für den Job - das kann Stress bedeuten. Wer gesund bleiben und sich die Freude am Job nicht verderben lassen will, sollte mit seinem Arbeitgeber gute Bedingungen aushandeln. Das empfiehlt Coach und Berater Valentin Nowotny in der Zeitschrift "Psychologie Heute" (Ausgabe November 2019).

Ein Erste-Klasse-Zuschlag für die Bahn könne etwa dafür sorgen, dass Berufstätige ihre täglichen oder wöchentlichen Strecken ungestörter verbringen können. Ein fester Stellplatz in direkter Umgebung zum Arbeitgeber erspart nervenaufreibendes Parkplatzsuchen.

Vielleicht übernimmt das Unternehmen auch Beiträge für ein Fitnessstudio am Arbeitsort. Dann könnten Beschäftigte die Mittagspause zum Sport nutzen, wenn ihnen abends wegen des Pendelns die Zeit dazu fehlt. Grundsätzlich gilt: Langes Sitzen sollten Pendler auf ihren Wegen vermeiden. Das wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden aus, wie es in der Zeitschrift heißt. Mindestens einen Teil der Strecke sollten Berufstätige am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen - das hilft beim Abschalten.

Sei es beim neuen Job, bei einer Präsentation oder im alltäglichen Umgang mit den Kollegen: Vieles entscheidet sich allein dadurch, wie wir wirken. Selbstbewusstes Auftreten ist also gefragt. Nur wie sieht das genau aus? Und wie kann man es verbessern? "Als erstes fällt die Körpersprache auf", sagt Coach und Psychologin Helen Hannerfeldt.

Innerhalb von wenigen Sekunden ist der erste Eindruck entschieden. "Wenn die Person in dieser Zeit lächelt, aufrecht steht und Blickkontakt aufnimmt, schreibt man ihr automatisch positive Eigenschaften zu", erklärt Hannerfeldt. Wie man selbst auf andere wirkt, verrät oft schon ein Blick in den Spiegel: Hängen die Schultern nach vorne, spielen die Finger ständig mit den Haaren?

Aufrechte Haltung

Es hilft, sich beispielsweise vor einem wichtigen Gespräch zu strecken und bewusst auf die aufrechte Haltung zu konzentrieren. Positive Ausstrahlung kommt laut der Psychologin aber auch "von innen". Wer ausgeglichen ist, kann das besser verkörpern.

Sich einen persönlichen Erfolg ins Gedächtnis zu rufen, kann das Selbstbewusstsein, und damit auch das Auftreten, kurzfristig verbessern. "Das muss kein sensationelles Erlebnis, sondern kann ein ganz alltäglicher Erfolg sein", sagt Hannerfeldt. Je nachdem welche Eigenschaften gerade gefragt sind, kann man sich also an eine Situation erinnern, in der man Mut oder Gelassenheit bewiesen hat.

Bescheiden bleiben

Grundsätzlich - und nicht nur kurzfristig - mehr Selbstsicherheit zu bekommen, ist jedoch ein Prozess. Was man sich aber vor Augen halten sollte: ein wenig Unsicherheit ist teilweise sogar etwas Positives. Denn das zeigt, wie wichtig es einem ist, "gut zu performen", erklärt Helen Hannerfeldt.

Wer allzu selbstsicher auftritt, vermittelt womöglich eher ein Gefühl der Gleichgültigkeit. Gerade in einem Vorstellungsgespräch ist es daher besser, eher bescheiden als zu fordernd zu wirken. dpa-mag

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