Rödental
gnadenhochzeit

Vor 70 Jahren feierten sie mit Stalllaternen

"Es ist eine Gnade, wenn zwei Menschen gemeinsam 70 Jahre durchs Leben gehen. Das sind 25 500 Tage, die nicht täglich die Sonne gesehen haben. Aber die Liebe hat das überstanden", sagte Chorleiter Rei...
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Bürgermeister Marco Steiner gratuliert dem Jubelpaar.  Foto: Manja von Nida
Bürgermeister Marco Steiner gratuliert dem Jubelpaar. Foto: Manja von Nida

"Es ist eine Gnade, wenn zwei Menschen gemeinsam 70 Jahre durchs Leben gehen. Das sind 25 500 Tage, die nicht täglich die Sonne gesehen haben. Aber die Liebe hat das überstanden", sagte Chorleiter Reinhard Köhlerschmidt vom Gesangverein (GV) Einberg am Ehrentag der Gnadenhochzeit von Liesel und Erhard Sander. Zur Begrüßung überreichte der GV Einberg seinen beiden Mitgliedern gleich ein musikalisches Hochzeitsständchen. Im liebevoll geschmückten Pfarrsaal der katholischen Kirche Oeslau war das Jubelpaar gestern von seinen Gästen, den vielen Glückwünschen und Präsenten mächtig gerührt. Vor 70 Jahren, am 4. September 1948, schien das genauso. Kirchlich getraut wurde das junge Brautpaar damals in der katholischen Kirche Sankt Augustin in Coburg. "Zur Hochzeit wurden wir und unsere Gäste vom Cheffahrer des Annawerks mit dem Mercedes gefahren", erzählen beide noch heute gern.

Liesel Sander kommt aus dem Banat. In Neuburg, dem heutigen Uivar, wurde sie geboren. Ihr Mann Erhard war in Kosten zu Hause, dem heutigen Kostany in Tschechien. Nach dem Krieg wohnte Liesel mit ihrer Familie in Einberg und Erhard mit Vater und Geschwistern in Neershof. Kennengelernt haben sie sich beim Tanzen in Einberg. Vor 70 Jahren wurde in Neershof gefeiert, wo das Paar bis 1959 auch wohnte. Bei der Feier damals fiel das Licht aus, sie feierten mit Stalllaternen weiter, für manche ein schlechtes Omen. "Dass dem nicht so war, sieht man an 70 Jahren Gemeinsamkeit und der großen Sander-Familie", waren sich alle Sanders einig. Und sie waren alle gekommen: vier Kinder, Schwiegerkinder, sechs Enkel, sieben Urenkel und alle, die auch zur Familie zählen. Mithilfe der Sankt-Josef-Stiftung Bamberg, die eine Siedlung für kinderreiche Familien in Oeslau baute, konnte die Sander-Familie 1961 ins eigene Häuschen umziehen. Als die Kinder klein waren, machte Mutter Liesel Heimarbeit, nähte Puppenkleider und häkelte Babygarnituren. Vater Erhard arbeitete im Annawerk. Als die Kinder größer waren, folgte ihm seine Liesel und beide blieben dem Annawerk bis zum Ruhestand treu. Für Chorleiter Köhlerschmidt bot das Fest der Gnadenhochzeit die Gelegenheit, Jubilar Erhard Sander für seine 35-jährige Treue zum GV mit einer Ehrenurkunde zu würdigen. Bürgermeister Marco Steiner gratulierte im Namen der Stadt. mvn

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