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Kronach
geschichte

Vor 30 Jahren erlebte auch der Frankenwald-Tourismus eine Wende

Dreizehn Jahre nach dem erstmaligen Auftritt des Gebietsausschusses Frankenwald, Anfang März 1990 in Berlin, stand die Internationale Tourismus-Börse (ITB) ganz im Zeichen der spektakulären Wende. Nur...
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Das Brandenburger Tor am 4. März 1990. Tausende strömten zu dieser historischen Stätte, die wenige Monate zuvor die Teilung Deutschlands mit der im März 1990 noch vorhandenen Mauer symbolisierte.  Foto: gf
Das Brandenburger Tor am 4. März 1990. Tausende strömten zu dieser historischen Stätte, die wenige Monate zuvor die Teilung Deutschlands mit der im März 1990 noch vorhandenen Mauer symbolisierte. Foto: gf

Dreizehn Jahre nach dem erstmaligen Auftritt des Gebietsausschusses Frankenwald, Anfang März 1990 in Berlin, stand die Internationale Tourismus-Börse (ITB) ganz im Zeichen der spektakulären Wende. Nur wenige Monate zuvor, am 9. November 1989, war es zum Mauerfall gekommen. Die Abordnungen aus den Fremdenverkehrsorten des Frankenwaldes unter der Leitung von Tourismus-Geschäftsführer Wolfgang Rang erlebten nun die Stadt an der Spree aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Mittelfristig ergab sich für den heimischen Fremdenverkehr eine völlig andere Situation, denn die Reiselust der Berliner hin zum Frankenwald ebbte erheblich ein. Schließlich lagen die Ferienparadiese nun vor der eigenen Haustüre.

Fasziniert vom Wandel am einstigen "Eisernen Vorhang" waren die Touristikmanager aus immerhin 160 Ländern. Die Abordnungen aus dem Kreis Kronach nutzten in Berlin die Möglichkeit, die Zeitenwende hautnah zu erleben. Im besonderen Maße stand das Brandenburger Tor, das Berliner Wahrzeichen schlechthin und mittlerweile Symbol der deutschen Wiedervereinigung, im Blickpunkt. Und es war damals noch vermauert. Nichts ist von Ewigkeit. Der Sturm der Geschichte fegte über dieses monumentale Bauwerk hinweg. Nach jahrzehntelanger Erstarrung dominierten vor allem Hoffnung und Zuversicht. "Die blühenden Landschaften" - seinerzeit von Bundeskanzler Helmut Kohl euphorisch propagiert - sorgten für Optimismus.

Endlich konnten die Nichtberliner auf der Prachtstraße "Unter den Linden" zum Roten Rathaus, seit 1. Oktober 1991 Sitz des Berliner Senats, defilieren. Allerdings war es nicht ganz einfach, im März 1990 von West nach Ost zu kommen, denn die U-Bahn-Verbindung war noch unterbrochen.

Gefragt war vor allem der Berliner Dom auf der Museumsinsel. Ebenfalls nutzte man die Gelegenheit, den Palast der Republik, Tagungsstätte der DDR-Volkskammer und Honeckers Prunkpalast, von 2006 bis 2008 wegen Asbestgefahr abgerissen, in Augenschein zu nehmen.

Für einige Touristikbesucher bot das Palasthotel in unmittelbarer Nähe der Museumsinsel eine durchaus attraktive Bleibe mit einem atemberaubenden Blick zum Berliner Dom. Dieses Haus - von der Interhotelkette betrieben und 2001 abgerissen - war ausschließlich auf westliches Publikum ausgerichtet, für normale DDR-Bürger also unerreichbar. In diesem Gebäude residierten insbesondere DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski sowie das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). So stand die europäische Metropole Berlin im Jahre 1990 vor einer atemberaubenden Entwicklung. Und diese Aufbruchstimmung spürten vor allem die 200 000 Besucher der ITB Berlin aus aller Welt sowie die Touristikfachleute aus dem Frankenwald.

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