Birkach

Vor 140 Jahren in Birkach geboren

Johannes Baptist Dietz, der spätere Fuldaer Erzbischof, hat Wurzeln am Obermain.
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Der fast 82-jährige Konrad Dietz zeigt das Gemälde mit seinem Großonkel Bischof Johannes Baptist Dietz aus dem Jahre 1954. Foto: Ernst Eiermann
Der fast 82-jährige Konrad Dietz zeigt das Gemälde mit seinem Großonkel Bischof Johannes Baptist Dietz aus dem Jahre 1954. Foto: Ernst Eiermann

Die Erinnerung an den größten Sohn des Ortes, Erzbischof Johannes Baptist Dietz, wird hier stets hochgehalten. Heute vor 140 Jahren wurde er im Haus Nummer 33, nun Bischof-Dietz-Straße 3, geboren.

Überschattet war seine Kindheit von einem schweren Schicksalsschlag, denn mit fünf Jahren verstarb seine Mutter. Sehr gute schulische Leistungen befähigten ihn, das Aufseesianum in Bamberg bis zur Reifeprüfung zu absolvieren, um seinen Wunsch, Priester zu werden, in Erfüllung gehen zu lassen. Er studierte in Rom, wurde dort 1905 zum Priester geweiht und kam mit Doktortiteln in Theologie und Philosophie in die Erzdiözese Bamberg zurück. Nach einigen Jahren Kaplanszeit wurde er 1912 zum Regens des Priesterseminars ernannt und begleitete 24 Jahre lang die Alumnen zur Priesterausbildung.

"Papa Dietz" sein Spitzname

Er war den Alumnen ein väterlicher Freund , so dass er als "Papa Dietz" bezeichnet wurde. Er war gern im Erzbistum Bamberg und seiner Heimat sehr verbunden. Er soll dem Heiligen Vater Pius XI. sogar viele Argumente vorgetragen haben, um nicht Bischof von Fulda werden zu müssen. Doch der Papst soll ihm ein Telegramm gesandt haben mit einem einzigen Wort, "oboedias": Du sollst gehorchen. So wurde er 1936 Bischofkoadjutor in Fulda und nach dem Tod des Bischofs dessen Nachfolger. Er starb am 10.Dezember 1959 und fand dort im Dom seine letzte Ruhestätte.

Laudatio von Ludwig Schick

Eine Laudatio auf Bischof Dietz hielt Erzbischof Ludwig Schick bei einem Pontifikalamt am 26. Dezember 2002 in der Birkacher Kirche:"Unmittelbar nach meiner Ernennung zum Bischof von Bamberg habe ich den Entschluss gefasst, einmal, und zwar bald, den Geburtsort von Johannes Baptist Dietz zu besuchen. Erzbischof Dietz war ein großer Bischof während der Nazizeit, sowie in und nach dem 2. Weltkrieg. Sie dürfen stolz auf Ihren Landsmann sein! Während des Krieges hat er viel Trost, Hoffnung und Zuversicht den Menschen in seiner Diözese gegeben. Nach dem Krieg hat er Aufbauarbeit für Kirche und Gesellschaft geleistet."

Ein denkwürdiger Tag für Birkach war sein goldenes Priesterjubiläum im Oktober 1955. Dass ein Bischof in sein Heimatkirchlein kommt und zelebriert, war eine Seltenheit. Der damalige Bürgermeister Hans Meißner ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Zur bleibenden Erinnerung an Erzbischof Dietz ist eine Marmortafel mit den wichtigsten Stationen seines Lebens in der Marienkirche angebracht worden. E

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