Melkendorf

Von Zauberern und Bäumen

In Zusammenarbeit mit der Werkstatt für behinderte Menschen in Melkendorf brachte Rüdiger Baumann den "gestiefelten Kater" auf die Bühne.
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"Der gestiefelte Kater" war heuer als Kooperation von Rüdiger Baumann mit dem Förderverein der Werkstatt behinderter Menschen in Melkendorf zu sehen. Fotos: Uschi Prawitz
"Der gestiefelte Kater" war heuer als Kooperation von Rüdiger Baumann mit dem Förderverein der Werkstatt behinderter Menschen in Melkendorf zu sehen. Fotos: Uschi Prawitz
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Die Theaterstücke, die Rüdiger Baumann in Kooperation mit dem Förderverein der Werkstatt behinderter Menschen in Melkendorf alljährlich auf die Beine stellt, haben inzwischen schon Tradition und sind bei Teilnehmern wie Zuschauern sehr beliebt. Dieses Mal hat der Theatermacher den "gestiefelten Kater" neu interpretiert und gleichzeitig die Akteure vor neue Herausforderungen gestellt.

Gespielt wurde in einer vollkommen neuen Umgebung auf dem Bauernhof der Familie Friedlein in Proß unter freiem Himmel. In dem Baumann'schen Märchen geht der Müller daran zugrunde, dass der böse Zauberer (gespielt von Tyrone) alles an sich reißt, denn: "Alles gehört mir, nur wer reich ist, ist ein richtiger Mensch!" Deshalb laufen die Leute auch los und kaufen lieber das billige Brot im "Zauberlando", was dazu führt, dass der Müller, dessen Maus und folglich auch der "gestiefelte Kater" und seine Kinder nichts mehr zu essen haben. Als der Kater (Burkard) vor lauter Hunger die Computermaus auffrisst, mit der der Zauberer immer neuen Nachschub bestellt, klappt nichts mehr und es kommt zum Aufruhr.

Viel Spaß

"Wir haben wieder viel Spaß gehabt, es war einfach genial", fand Lennard, der seit Anfang in der Theatergruppe dabei ist. Sein Kumpel und Kollege Reiner spielte nicht nur selbst mit, sondern baute auch einen Teil der Requisiten, wie etwa das Mühlrad. "Reiner ist ein echter Bastler", lobte Klaus Drescher, Vorsitzender des Fördervereins.

Den zweiten Teil des Theaterabends gestalteten Schüler der dritten Klasse der Theodor-Heublein-Schule in Melkendorf unter der Leitung von Birgit Baumann. Unter dem Titel "Ge(h)Wal(d)t" zeigten sie in einem Aktionstheater ohne Worte die Gewalt, die dem Wald angetan wird, damit der Mensch seinen Konsumfreuden frönen kann. Die Sprachlosigkeit im Stück stand sinnbildlich für die Sprachlosigkeit, die man als Zuschauer empfand, als die "Bäumchen" einer nach dem anderen gefällt und hinter der Kulisse zu bunten Verkaufsprospekten und Verpackungsmaterial verarbeitet wurden. Ein ansprechender Theaterabend in einem idyllischen Ambiente, an dem die Darstellerinnen und Darsteller mit Eis und Wienerle belohnt wurden.

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