Bad Kissingen

Von Tee bis Meditation

Für Gläubige gibt es wenige Termine, die sich mit der modernen Interpretation des Fastens beschäftigen, etwa in Langendorf. Hinweise für den Alltag hat der Chefarzt der Bad Brückenauer Weckbecker-Klinik.
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Einen Fastentag pro Woche, etwa mit Gemüse, Reis, Gemüsesäften oder Kräutertee empfiehlt der Chefarzt der Malteser Klinik von Weckbecker, Dr. Rainer Matejka.  Symbolfoto: Ole Spata/dpa
Einen Fastentag pro Woche, etwa mit Gemüse, Reis, Gemüsesäften oder Kräutertee empfiehlt der Chefarzt der Malteser Klinik von Weckbecker, Dr. Rainer Matejka. Symbolfoto: Ole Spata/dpa
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und Annett Lüdeke

Trotz moderner Interpretation des Fastens der katholischen und der evangelischen Kirche ist es Bad Brückenaus Pfarrer Gerd Kichner bislang nicht gelungen, in Bad Brückenau spezielle Veranstaltungen und Exerzitien durchzuführen. Erste Versuche sind mangels Beteiligung gescheitert, erklärt er. Genauso geht es Marcus Döbert in Bad Bocklet.
In anderen Gemeinden, ob evangelisch oder katholisch, ist die Akzeptanz größer: So lädt Monika Hufnagel, Gemeindereferentin der katholischen Pfarreiengemeinschaft Saalekreuz, zu "ökumenischen Exerzitien im Alltag" mit Stille, Meditation und Gebet jeweils dienstags um 19.30 Uhr ins Pfarrhaus Langendorf (Elfershausen) ein.
Dr. Rainer Matejka, Chefarzt der Malteser Klinik von Weckbecker, gibt Tipps zum Thema Fasten für den Alltag. Seiner Ansicht nach lindert Fasten Schmerzen, hellt die Psyche auf und bremst Entzündungsprozesse. Er empfiehlt deshalb einen Fastentag einmal pro Woche. "Ein Gemüse-Tag, ein Reis-Tag oder ein Tag mit Gemüsesäften und Kräutertee entlastet Magen, Darm, Leber und Nieren", sagt er.


Trinken und Bewegung

Ein weitere Tipp ist für ihn das "Dinner Cancelling". Statt eines Abendessens sollten dann eher Kräuter-Tee getrunken, am späteren Abend zum Beispiel mit ein wenig Honig zur Stützung des Blutzuckers. Nach Überzeugung Mateikas senkt dies die Risiken für verschiedene Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Genauso weist der Mediziner auf die Bedeutung von ausreichendem Trinken (zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag) sowie Bewegung, Matejka spricht von 30 Minuten täglich, hin. Zu seinen weiteren Tipps zählen die Wechsel-Dusche und täglich 15 Minuten Meditation. Dr. Rainer Matejka ist es aber auch wichtig, auf eine notwendige Rücksprache mit dem Arzt in bestimmten Fällen hinzuweisen, nämlich dann, wenn schon chronische Erkrankungen bestehen. Außerdem sollte jeder auf sein eigenes Körpergefühl achten, denn es gebe "eine gute Rückmeldung". Und: Übertreibungen schaden.
Schon vor Jahrhunderten hat man es mit dem Essensfasten nicht genau genommen: Nicht ohne Grund heißen schwäbische Maultaschen im Volksmund "Herrgottsbscheißerle". Eine Legende besagt, dass Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn in der Fastenzeit das Fleisch vor Gott verstecken wollten. Andere sagen solchen Frevel den Protestanten nach, die angeblich den ursprünglich nur mit Kräutern und Spinat gefüllten Teigtaschen heimlich Fleisch beigefügt hätten.
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