Hallstadt

Von Loriot bis zu den Golden Girls

Die Kulturbühne Hallstadt startet in die zweite Theatersaison. Die Veranstalter setzen auf Niveau und Vielfalt.
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Szenenbild von den "Golden Girls" in der gleichnamigen Komödie von Kristof Stößel Foto: Kulturbühne Hallstadt
Szenenbild von den "Golden Girls" in der gleichnamigen Komödie von Kristof Stößel Foto: Kulturbühne Hallstadt
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Nach einer überaus positiven ersten Veranstaltungsreihe im Hallstadter Kulturboden starten die Verantwortlichen in die nächste Theatersaison. "Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen", so Wolfgang Heyder, "und die überwiegend ausverkauften Veranstaltungen haben uns bestätigt, dass wir mit der Programmauswahl richtig gelegen sind." Bei einem Pressegespräch bedauerte er es, dass im Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater das Segment Musiktheater im weitesten Sinn fast völlig verschwunden sei. In diesem Zusammenhang dankte der Veranstaltungsmacher auch den zahlreichen Sponsoren, ohne die die große Bandbreite des Angebots in Hallstadt nicht zu realisieren sei. Für ihn wäre noch wichtig zu prüfen, ob es Möglichkeiten gäbe, dass das Theaterpublikum nach der Vorstellung mit dem ÖPNV zurückfahren könnte.

Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (CSU) konnte berichten, dass die Stadt Hallstadt sehr viel Lob für die Theaterreihe in der letzten Saison bekommen hat. Daran will man anknüpfen und weiterhin Kunst und Kultur auf hohem Niveau anbieten.

Die Theatersaison 2019/2020 bietet mit elf Vorstellungen eine bunte Mischung aus verschiedenen Bereichen an. Ob von musikalischen Darbietungen wie "I was your man", "Peace of my heart" oder "Ring of Fire", über fränkische Theaterstücke wie "We are the Champions" oder "Das fränkische Amtsgericht", bis hin zum Boulevardtheater wie beispielsweise "Sekt and the City", ein "Loriot-Abend" oder den allseits bekannten "Golden Girls". Ein Überblick:

"Leonard Cohen": 10. November, 18 Uhr

"I was your man" - eine literarisch-musikalische Erinnerung an Leonard Cohen, mit Gert Heidenreich, Thomas Kraft und Laura Wachter (Gesang) und Steven Lichtenwimmer (Gitarre).

Seine Stimme war wie keine andere. Wie eine leicht verschattete Sonne, die trotzdem wärmt. Wenn Leonard Cohen, der schwarze Romantiker unter den Hippies, sang, gab er dem Schmerz eine Grenze und öffnete ihn ins Unendliche. In seinen Gedichten und Songs brachte er Schönheit, Liebe und Tod zusammen, gab ihnen eine Melodie und berührte die Menschen damit auf eine geradezu magische Weise. Mit zahlreichen Fotos aus seinem exzessiven Leben, mit Texten von ihm und über ihn und mit seinen Songs, mit denen er die Menschen faszinierte, wird an diesem Abend an den großen Poeten und Troubadour, an den Liebling der Frauen und den unermüdlichen Sinnsucher erinnert

"Arsen und Spitzenhäubchen":

13. November, 19.30 Uhr Die beiden Damen Abby und Martha haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, einsame Herren von ihrem "Leiden" zu befreien. Auf makabre Weise befördern sie sie ins Jenseits. Turbulent werden die Ereignisse, als ihr Neffe Mortimer hinter ihr Geheimnis kommt. Die skurrile Kriminalgroteske von Joseph Kesselring um die zwei eifrigen Damen, die ohne jedes Schuldgefühl ein Dutzend Männer morden, war zu Anfang der 40er Jahre ein Hit am New Yorker Broadway und bald darauf als Film ein Welterfolg. Es spielen Stephan Bach, Ursula Gumbsch, Aline Joers, Felix Pielmeier, Patrick L. Schmitz, Karin M. Schneider.

"Sekt and the City": "Frisch geföhnt und flach gelegt": am 14. Dezember, 19.30 Uhr

Wie schön, dass das "Sekt and the City"-Ensemble seinem außergewöhnlich frischen und spritzigen Stil treu bleibt. Ein berauschendes Happening mit stimmgewaltigen Liedern, schrillen Kostümwechseln, skurrilen Rollenspielen, bestechenden Tanzeinlagen, viel Mumm und viel Sekt. Drei beste Freundinnen in den besten Jahren treffen sich regelmäßig, um die wirklich wichtigen Themen zu besprechen: Es geht um Figuren und Frisuren, um gut recherchierte Berichte in "Gala" und "Bunte" und um den ungeschminkten Blick auf sich selbst, mit der Erkenntnis: "Es ist sauteuer, so billig auszusehen!"

"Ring of Fire": Ein Abend mit Johnny Cash: 16. Januar 2020, 19.30 Uhr

Johnny Cash war einer der bedeutendsten Sänger und Songwriter der USA. In seinen Liedern geht es um Liebe und große Gefühle, aber auch um soziale Themen. Er war der erste Star, der in Gefängnissen aufgetreten ist und sich für die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner eingesetzt hat. Wir ehren die Country-Legende in Form eines Konzerts, in dem das Ensemble-Mitglied Volker Ringe in die Figur Johnny Cashs schlüpft und mit einer Live-Band dessen große Hits wie "I Walk the Line" oder "Hurt" singen wird. Und vielleicht schaut ja auch noch Cashs Ehefrau June Carter vorbei ...

"We Are the Champions - Mir sinn die Größdn": 31. Januar 2020, 19.30 Uhr

Drei "kobberneggische Kunden" sind völlig am Boden und fertig mit der Welt - nichts als Probleme am Hals und keine Aussicht auf Besserung ihrer miserablen Lage. Da stoßen sie zufällig auf die uralte Geschichte von den vier Tieren, denen es an den Kragen geht, weil sie nutzlos geworden sind und deshalb ausgemustert werden sollen - also machen sie sich auf, um in Bamberg Stadtmusikanten zu werden, denn etwas Besseres als den Tod finden sie überall. Für die drei gestrandeten Franken entpuppen sich diese "vier Viecher" als Nothelfer und Vorbilder: Sie sind Underdogs wie sie selber - aber sie tun was! Sie brechen auf und suchen das Weite: die Freiheit und ein neues Leben. Beim Spiel mit dieser "dierisch schönen Gschicht" finden die "kabudden Helden" das, was sie bitter nötig haben: Mut und Stärke, Hoffnung und Freude.

"Das Fränkische Amtsgericht":

15. Februar 2020, 19.30 Uhr

"Das Fränkische Amtsgericht" ist ein Dauerbrenner der fränkischen Theaterlandschaft. Über 130 Fälle wurden bereits verhandelt. Es sind gemütliche, lustige und äußerst unterhaltsame Fälle. Auch wenn unser Herr Rat manchmal schier am Verzweifeln ist, kommt er doch immer zu einem Urteil. Und dann heißt es wieder: "Erheben Sie sich von den Plätzen ..." Zwischen den Fällen können die Besucher den Liedermacher und Weltmusiker Arthur Rosenbauer Liedern erleben.

Loriot-Abend: 19. Februar 2020, 19.30 Uhr

Loriots Humor ist legendär, allseits bekannt und herrlich albern - stets aber unverwechselbar und der schlichten Wahrheit verpflichtet. Vicco von Bülow, der die Knollennase erfunden hat, der Wim und Wendelin kreierte und so herrlich exakt die Alltagssituationen wiedergeben und auf liebenswert komische Art umsetzen konnte, schuf mit "Loriots dramatischen Werken" ein Feuerwerk aus Pointen. In der Inszenierung von Jan Bodinus spielen u. a. Gaby Blum, Sonja Wigger, Bernhard Leute und Werner H. Schuster.

"Cavewoman" (Konstanze Kromer): 13. März 2020, 19.30 Uhr

"Praktische Tipps zur Haltung und Pflege eines beziehungs-tauglichen Partners!" Sex, Lügen und Lippenstifte: In dieser fulminanten Solo-Show rechnet Cavewoman Heike mit den selbsternannten Herren der Schöpfung ab. Mal mit der groben Steinzeitkeule, mal mit den spitzen, perfekt gepflegten Nägeln einer modernen Höhlenfrau, aber immer treffend und zum Brüllen komisch!

"Peace Of My Heart": Ein Abend über Janis Joplin, 28. März 2020, 19.30 Uhr

Janis Joplin, Bluessängerin und Hippie-Ikone der 60er Jahre, wurde zur Legende. Nun schlüpfen Sybille Kreß und Elena Weber in die Rolle der Ausnahmemusikerin und lassen uns teilhaben an ihrer inneren Zerrissenheit, ihrer Musik, ihren Gedanken und ihrem sehr intensiv gelebten, jedoch viel zu kurzen Leben. Nicht die Ikone, nicht der Mythos stehen im Vordergrund, sondern das kontrastreiche und tumultartige Leben von Janis Joplin. Eine innerlich zerrissene junge, hochintelligente Frau, die gegen die gesellschaftlichen Konventionen rebellierte, keine Beschränkungen akzeptierte, nach Orientierung suchte, ihre Unsicherheit durch Provokationen kaschierte, nach Anerkennung gierte und weit über die Grenzen ihrer Mitmenschen, ebenso wie über die eigenen physischen und psychischen Grenzen, hinausging.

"Golden Girls": 23. April 2020, 19.30 Uhr

Per Aushang am Schwarzen Brett haben sich drei Frauen in den besten Jahren gefunden und eine kleine Wohngemeinschaft gegründet. Die männermordende Blanche, die naive Rose, die sarkastische Dorothy und - Nummer vier kommt nur wenig später hinzu - Dorothys herrlich bissige Mutter Sophia. Die wohl bekannteste WG der Welt in der Komödie von Kristof Stößel, das wahrscheinlich umwerfendste Damenquartett der Fernsehgeschichte, gibt sich ein Stelldichein, das die Lachmuskeln strapaziert.

"Hossa! - Die Hitparade": 8. Mai 2020, 19.30 Uhr

Ein neuer Schlagerabend mit dem Theater Hof : Die Zuschauer erleben Stars von Schlager und Neuer Deutscher Welle. Diesmal haben unter anderem Peter Maffay, Geier Sturzflug und Jürgen Drews ihr Kommen zugesagt.

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