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LKR Forchheim

Von Krise betroffen

Erste Zahlen zur Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes in Oberfranken liegen vor. Im März gibt es spürbare Umsatzrückgänge.
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Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Wirtschaft? Antworten auf diese Frage sind aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth derzeit noch vage. Man könne laut Pressemitteilung bislang vor allem auf Stimmungen und Einzelaussagen von Unternehmern zurückgreifen.

Einen ersten Anhaltspunkt hat das Statistische Landesamt für das verarbeitende Gewerbe vorgelegt. Auf dem Tisch liegen die Zahlen für das erste Quartal 2020 (Januar bis März) der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten. "Das bildet erst den Beginn der Krise ab, aber im bayernweiten Vergleich schneidet Oberfranken vergleichsweise gut ab", sagt Malte Tiedemann, Konjunkturreferent der IHK Oberfranken.

462 Betriebe aus Oberfranken werden in der Statistik erfasst. Das verarbeitende Gewerbe muss im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in fast allen bayerischen Regionen Rückgänge verzeichnen. Bayernweit wird ein Minus von 5,3 Prozent verbucht. In Oberfranken ist der Rückgang mit 2,9 Prozent im Vergleich zu den meisten anderen Regierungsbezirken deutlich geringer.Maßvoll ist bislang auch der Beschäftigtenrückgang des verarbeitenden Gewerbe im ersten Quartal, der in Oberfranken - 1,9 Prozent (Bayern -1,1 Prozent) beträgt. "Viel konnte hier über Kurzarbeit abgefedert werden", berichtet Tiedemann.

Legt man das Brennglas nur auf den März, so wird deutlich, dass es im Vergleich zum Vorjahresmonat bayernweit zu teilweise erheblichen Umsatzrückgängen kam. Die bayerische Wirtschaft musste ein Minus von 10,8 Prozent verzeichnen. Am wenigsten von der Krise betroffen sind im März die Regierungsbezirke Oberfranken (-4,3 Prozent) und Schwaben (-3,2 Prozent). Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in Oberfranken gibt es mit Blick auf den März zum Teil deutliche Unterschiede bei der Umsatzentwicklung. Den größten Zuwachs kann mit einem Plus von 14,8 Prozent die Glas- und Keramikindustrie aufweisen. Dahinter folgen die Textilindustrie mit einem Plus von 12,1 Prozent sowie die Nahrungs- und Futtermittelindustrie mit 11,1 Prozent. Die Getränkehersteller verzeichnen ein Umsatzplus von 0,5 Prozent.

Stark von der Krise betroffen sind die Bekleidungsindustrie (- 33,8 Prozent), die chemische Industrie (-15,2), die kunststoffverarbeitenden Produzenten (-14,3) sowie die Hersteller elektrischer Ausrüstung (-10,7) und die Automobilzulieferindustrie (- 8,2).

"Natürlich müssen wir die Zahlen mit Vorsicht bewerten, denn der März war der erste Monat, in dem die Krise deutlich spürbare Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hatte. Dennoch stimmt uns gerade der Vergleich innerhalb Bayerns vorsichtig optimistisch, dass der Wirtschaftsstandort Oberfranken strukturell relativ gut auf die Krise vorbereitet ist", bilanziert Tiedemann. Klar sei aber auch, dass schon mit den April-Zahlen deutlich schlechtere Werte erwarten werden müssten. red