Untersiemau

Von Hexen, Zwergen und Burgherren

Die "Siemauer Sagenwelten", die dem Gemeinderat vorgestellt wurden, sollen Kinder und Jugendliche anregen, in die Natur zu finden. Aus zwei Wanderwegen sollen Erlebnispfade entstehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Flyer weist auf die "sagenhaften Wanderwege" hin, die rund um Untersiemau entstehen. Beim Durchwandern der Sagenwelten soll sich der Besucher in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlen.
Ein Flyer weist auf die "sagenhaften Wanderwege" hin, die rund um Untersiemau entstehen. Beim Durchwandern der Sagenwelten soll sich der Besucher in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlen.

Ein Blick in das Buch "Oberfränkischer Sagenschatz" zeigt, wie reich Untersiemau an Sagen ist. "Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern wollen", meinte Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Rathaus. Deshalb ist derzeit das Projekt "Siemauer Sagenwelten" im Entstehen, das auch Kinder und Jugendliche anregen soll, wieder mehr in die Natur zu finden. Das Vorhaben wird voraussichtlich 100 000 Euro kosten. Davon gehen allerdings noch die Zuschüsse ab.

Gleichzeitig sollen laut Bürgermeister mit einem östlichen und einem westlichen Wanderweg Heimatinteresse und Verbundenheit zur Gemeinde und, über die Kommune hinaus, der regionale Tourismus gefördert werden. Ziel sei es, mit der östlichen Route im September zu starten und das "sagenhafte Projekt" einzuweihen.

Wie Helmut Schöttner ausführte, sollen sich die beiden Wege zu zeitgemäßen Erlebnispfaden entwickeln und in die Welt der Sagen entführen. Hexen, Zwerge, Schatzsucher, Burgherren und Schmiede bringen dem Besucher Abschnitte der Heimatgeschichte näher.

Der erste Weg soll elf Stationen aufweisen, die auf Sandsteinen oder an Wänden mit Infotafeln die jeweilige Geschichte beschreiben. Dazu soll eine Broschüre mit integrierter Wanderkarte herauskommen, die Interessenten ausgiebig informiert.

Das Projekt soll jedes Jahr etwas Neues bieten und jeweils eine Erweiterung erfahren. Um das Vorhaben auch finanziell abzusichern, wurde ein Flyer herausgebracht, der Spender und Sponsoren ansprechen soll.

Mit dem Smartphone werden Sagentexte nachlesbar und mithörbar. Neben einem Erlebnispfad mit Begleitspiel für Kinder soll gleichzeitig ein Geocaching-Pfad eingerichtet werden. Bei jeder Station wird der Wanderer Spiel-, Sitz- und Unterstellmöglichkeiten finden. Ziel soll es sein, ein Erlebnis für Einheimische jedes Alters, aber auch für wanderlustige Touristen zu schaffen.

Steffen Kropp erläuterte, dass die Wanderwege im Management des Landkreises integriert seien. Als Wegweiser und -begleiter für den Wanderer gelte die "Goldene Krone". Weitere Informationen über das Vorhaben gibt Steffen Kropp, Gemeinde Untersiemau, Telefonnummer 09565/616634.

Keine Tempo-30-Zone

Ende des letzten Jahres hatten in den Gemeindeteilen sechs Bürgerversammlungen stattgefunden, deren Anregungen Rolf Rosenbauer jetzt bekanntgab. Der Hauptpunkt bei der Zusammenkunft in Weißenbrunn am Forst betraf den Wunsch, den ganzen Ort in eine 30-km/h-Zone umzuwandeln. Nach ausgiebiger Diskussion stimmten von 51 Versammlungsteilnehmern fünf für "Tempo 30", 46 waren dagegen. Entsprechend der Empfehlung aus der Bürgerversammlung stimmte der Gemeinderat nun mit 15:1 gegen eine Tempo-30-Zone. So bleibt alles beim Alten.

Bei der Bürgerversammlung in Meschenbach waren die ausstehenden Arbeiten an der Eselsbrücke und die Sanierung des Geh- und Radweges entlang der Pappelallee die Hauptpunkte. Für die Auffüllung und Planierung des Geländes am "Katzenzogel" stellte der Bürgerverein einen Antrag. Die Geräuschbelästigung bei Tag und Nacht durch Lkw auf der Hauptstraße sei bis auf ein paar Kleinigkeiten stark eingedämmt, berichtete der Bürgermeister.

Bei der Versammlung für Obersiemau und Birkach am Forst wurde besonders über die Sachstände der Neubaugebiete informiert. Die Versammlungen der drei restlichen Gemeindeteile würden in der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt, stellte Rolf Rosenbauer fest.

Das Gremium beschloss, das Ingenieurbüro Kittner & Weber (Sonnefeld) zu beauftragen, notwendige Baumaßnahmen in Haarth und Stöppach beschränkt auszuschreiben. Dabei geht es um den Austausch oder die Neuanbindung der Guss-Wasserleitung im Kellerweg (Los 1). Unter Los 2 soll die Verlängerung der Stichleitung in der Grundwiesenstraße ausgeschrieben werden.

Der neue Untersiemau-Bus, informierte Rosenbauer, werde voraussichtlich Mitte Februar an die Gemeinde übergeben. Damit solle sich der Fahrkomfort erhöhen und die Fahrgastzahlen sollen weiter steigen. Es sei auch an eine Ein- und Ausstiegshilfe für Senioren gedacht worden.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren