Steinbach am Wald
Bläserklasse

Von der Klarinette bis zur Tuba: Steinbacher Schüler blasen die Backen auf

Steinbach am Wald —  Ein vielfältiges Tuten und Blasen dringt an diesem Montagmorgen aus der Steinbacher Grundschule. Mit großem Geschick schicken hier elf Nachwuchsmusiker in piano oder forte ihre Fi...
Artikel drucken Artikel einbetten
Im März startete erstmals eine Bläserklasse an der Grundschule in Steinbach am Wald. Die Freude darüber ist bei den elf Nachwuchstalenten wie auch (hinten) Musikvereins-Vorsitzenden Ewald Fehn sowie der Referendarin Mareike Peetz groß. Foto: Heike Schülein
Im März startete erstmals eine Bläserklasse an der Grundschule in Steinbach am Wald. Die Freude darüber ist bei den elf Nachwuchstalenten wie auch (hinten) Musikvereins-Vorsitzenden Ewald Fehn sowie der Referendarin Mareike Peetz groß. Foto: Heike Schülein

Steinbach am Wald —  Ein vielfältiges Tuten und Blasen dringt an diesem Montagmorgen aus der Steinbacher Grundschule. Mit großem Geschick schicken hier elf Nachwuchsmusiker in piano oder forte ihre Finger auf die Reise. Mit aufgeplusterten, "leicht" geröteten Wangen blasen die Nachwuchsmusiker aus der ersten bis vierten Jahrgangsstufe in ihre neuen glänzenden Instrumente - von der Klarinette über das Saxophon bis zur Tuba. Nahezu unglaublich, dass die jungen Instrumentalisten erst seit einigen Wochen zusammen musizieren - in der allerersten Bläserklasse der Grundschule Steinbach am Wald.

"Die Grundidee der Bläserklasse ist es, in Zusammenarbeit mit der Schule, Schülerinnen und Schüler für das Erlernen eines Musikinstruments zu begeistern", erklärt Ewald Fehn, von dem die Initiative ausging. Fehn ist sowohl Vorsitzender des Musikvereins Steinbach am Wald als auch Leiter von dessen Jugendblasorchester, das ebenso auf Nachwuchs angewiesen wie auch die weiteren Blasmusikkapellen der Großgemeinde. Die Bläserklasse ermöglicht den Teilnehmern, systematisch ein Blasinstrument zu erlernen und damit von Anfang an im Klassenverband zu musizieren. Konzipiert ist sie für zwei Jahre. Im Anschluss sollen die Youngsters in die Orchester der jeweiligen Blaskapellen integriert werden, so dass letztendlich vom Projekt der gezielten Nachwuchsförderung alle Musikvereine profitierten. "Es läuft sehr gut. Die Jungen und Mädchen sind mit viel Euphorie und Begeisterung dabei", freut sich Fehn, der auch die Blechbläser der Bläserklasse unterrichtet, während Wolfgang Schrepfer die Ausbildung der Holzbläser obliegt.

Offene Türen eingerannt

Mit seinem Anliegen einer Bläserklasse rannte Fehn bei der Rektorin der Grund- und Mittelschule Windheim gewissermaßen offene Türen ein. Im November 2018 stieg man in die Planungen ein, wurde das Projekt mit großer Unterstützung von Kati Schubert vom Music Service Geiger in Kronach auf den Weg gebracht.

An einem Schnupper-Vormittag an der Grundschule wurden den Schülern die verschiedenen Blasinstrumente vorgestellt. Sehr interessiert lauschten dabei die Jungen und Mädchen dem unterschiedlichen Klang eines jeden Instruments. Im Anschluss durfte jedes Kind - unter fachkundiger Anleitung - tatkräftig selbst anlegen und dabei Tuba, Posaune, Trompete, Querflöte oder Klarinette ausprobieren. Erfreulich viele zeigten Interesse an den Instrumenten und versuchten, ihnen erste Töne und Klänge zu entlocken. Einigen gelang dies sogar auf Anhieb, was oft nicht einmal Erwachsene zuwege bringen. Dem Schnupper-Vormittag schloss sich eine Informationsveranstaltung für die Eltern an. Von ihnen wurde bereits konkret abgefragt, wer welches Instrumente erlenen möchte - und so konnte die Bläserklasse starten.

Die Freude darüber seitens des Musikvereins sowie der Schule ist groß. Die Verantwortlichen sind sich einig, dass das gemeinsame Musizieren die Motivation und Konzentration der Kinder beflügelt sowie Erfolgserlebnisse verschafft. Die "spielerische" Lernmethode fördere zudem auch das Sozialverhalten. Die Schüler übten nicht nur Töne, sondern auch Rücksicht und Verantwortung; würden doch dabei "spielerisch" wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, gegenseitiges Zuhören und Kooperationsbereitschaft gefördert.

Verantwortung fürs Instrument

Die nagelneuen, beim Music Service Geiger zunächst geliehenen Instrumente können später gekauft oder zurückgegeben werden. Damit übernehmen die Kinder gleichzeitig auch Verantwortung für das Leihinstrument. Die Instrumentalausbildung erfolgt wöchentlich in je zwei Doppelstunden. Die Kinder bleiben hierfür jeden Montag und Dienstag zu einer 45-minütigen Unterrichtseinheit länger in der Schule.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren